Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von Korya am 10.03.2018, 16:07 Uhr

An Mehrfachumziehende-schlechtes Gewissen????

Huhu,
ich qualifiziere mich hoffentlich zu einer Antwort, obwohl ich mit einem Ausländer verheiratet bin, wir aber nicht in seinem Land leben .

Wir "gehören" auch nirgendwohin, bzw. halten es wie ihr: Heimat ist halt, wo sich unsere kleine Familie gerade aufhält.

Da meine Eltern selbst schon mit uns Kindern aus beruflichen Gründen oft umgezogen waren, auch ins Ausland, kenne ich es eigentlich auch nicht anders. Seit ich erwachsen bin, halte ich es ähnlich, und meine Kinder (jetzt 9, 6 und 2) sprechen zwar Deutsch, kennen das Land aber hauptsächlich aus den Ferien.

Meine Eltern hatten damals als festen Ankerpunkt ein Bauernhaus an der Ostsee gekauft, dort habe ich quasi fast alle Ferien der Kindheit verbracht.

Nur - Heimat war das für mich auch nicht. Aber mir fehlt so etwas wie "Heimat" auch nicht wirklich, oder vielleicht sollte ich sagen: noch nicht? Das soziale Netz fehlt uns nicht.
Wir kamen bisher immer gut durch, haben überall lokale Freunde gefunden, auch eine Handvoll engerer, die sich sicherlich noch eine Weile halten.

Jetzt sind wir gerade aus Korea nach Japan gezogen, hier ist es deutlich schwieriger, "anzukommen", aber ich kann nicht sagen, dass ich (m)eine Heimat vermissen würde.

Überhaupt - heimatlich verbunden fühle ich mich am ehesten mit Italien, da habe ich Abitur gemacht und teilweise studiert, außerdem ist mein Mann Italiener.
Ich denke, dort werden wir uns mal zur Rente zurück ziehen.

Zur Zeit sind wir auf der Suche nach einer Wohnung als Ferienhaus, aber durchaus mit dem Hintergedanken, dass es seniorenfreundlich sein sollte - Fahrstuhl oder Parterrewohnung, mit guter öffentlicher Anbindung und Ärzten in der Nähe.

Also, schlechtes Gewissen gar nicht, und das zuhause, sprich unser familiärer Lebensmittelpunkt, ist noch nicht fix mit einem Land verbunden. Aber, da bin ich auch bei dir, liegt der kulturelle Schwerpunkt, mit dem wir uns "heimisch" verbunden fühlen, nach wie vor auf jeden Fall eher in Europa als sonstwo.

PS: Meine Tochter (die Neunjährige, in England geboren) sagt interessanterweise auf Nachfrage immer im Brustton der Überzeugung, sie sei Deutsch. Mein Sohn könnte es glaub ich gar nicht genau sagen, oder es interessiert ihn nicht. Und die Kleine, naja... Noch ein bisschen früh!

LG

 
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