Dr. med. Wolfgang Paulus

Schilddruesenmedikament

Antwort von Dr. med. Wolfgang Paulus

Da Hyperthyreosen (Schilddrüsenüberfunktion) mit einer erhöhten Komplikationsrate in der Schwangerschaft (Aborte, Frühgeburten) verbunden sind, ist eine Einstellung der Hormonwerte im oberen Normbereich anzustreben. Propylthiouracil (Erhaltungsdosis max. 4 x 25 mg/d) ist dazu in der Schwangerschaft durchaus geeignet. Die mütterlichen Hormonbefunde dürfen durchaus leicht über den oberen Normwerten liegen.

Da die Thyreostatika im Gegensatz zu den mütterlichen Schilddrüsenhormonen gut plazentagängig sind, sollte die Dosis möglichst niedrig gewählt werden, um eine fetale Schilddrüsenunterfunktion beim Ungeborenen zu vermeiden. Da die kindliche Schilddrüse ihre Funktion erst jenseits der 10.Schwangerschaftswoche aufnimmt, ist mit einer Beeinträchtigung der fetalen Schilddrüse durch Thyreostatika erst nach der 10.Schwangerschaftswoche zu rechnen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt beim Neugeborenen gelegentlich nach Behandlung mit Thyreostatika in der Schwangerschaft auf.

Wenn bei Ihnen die Laborbefunde für freies T3 und T4 im Normbereich liegen, wäre bei Beschwerdefreiheit allenfalls eine Laborkontrolle in den nächsten Monaten angebracht. Eine Behandlung mit Propylthiouracil sollte nur bei einer manifesten Schilddrüsenüberfunktion erfolgen.

von Dr. med. Wolfgang Paulus am 23.02.2015

 
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