Dr. med. Wolfgang Paulus

Haemophilus parainfluenzae und Antibiotikawahl

Antwort von Dr. med. Wolfgang Paulus

Zusätzliche Angaben:

Entbindungstermin:21.01.2015
Medikamente:Femibion, (Tromcardin bei Bedarf)
Krankheiten:Heterozygote Prothrombinmutation (Heparin nur im Wochenbett angezeigt)

Frage:

Hallo Dr. Paulus,

ich schlage mich seit nunmehr vier Monaten mit einer Infektion der Atemwege herum. Eine konservative Therapie mit Inhalation (Emser Sole Ampullen via PariBoy) und ausreichender Flüssigkeitszufuhr bringt etwas Linderung, mehr aber auch nicht.

Anfang August wurde eine Sputum-Probe eingeschickt mit dem folgenden Ergebnis:

Kultureller Nachweis: Massenhaft Haemophilus parainfluenzae

Antibiogramm der sensiblen Antibiotika:

Ampicillin
Piperacillin
Amoxic. + Clavulansäure
Cefaclor
Cefuroxim
Cefotaxim
Gentamycin
Ciprofloxacin
Levofloxacin

Der Pneumologe verordnete daraufhin Amoxicillin 1000 für zunächst 7 Tage, nachdem sich nur eine leichte Verbesserung einstellte dann noch einmal für 3 weitere Tage.

Leider habe ich das Mikrobiologie-Ergebnis zu dem Zeitpunkt nicht selber gesehen. Amoxicillin wird hier ja in Kombination mit Clavulansäure empfohlen, Amoxi alleine ist demnach nur wenig hilfreich, richtig?

Nach zwei Wochen Abwarten und keiner Verbesserung der Lage wurde erneut Sputum eingeschickt, wieder mit diesem Ergebnis:

Kultureller Nachweis: Massenhaft Haemophilus ssp.
Das Antibiogramm ist unverändert geblieben, also 1:1 so wie oben geschrieben.

Daraufhin bekam ich für 6 Tage Cefuroxim verschrieben. Leider brachte auch dieses Antibiotikum nur eine leichte Verbesserung, aber nach Absetzen des Medikaments kehrten alle Symptome wieder zurück.

Der Pneumologe möchte nun nicht mehr weiter mit Antibiotika therapieren, er sagt alle anderen Mittel seien in der Schwangerschaft ungeeignet. Auf meinen Vorschlag es mit Amoxi + Clavulansäure zu probieren ging er gar nicht erst ein.
Ich selber leide sehr unter dem quälenden Husten, dem ekligen Schleim und der Luftnot, davon abgesehen dass ich niemanden anstecken möchte. Und schon gar nicht mein Neugeborenes! Es einfach dabei belassen möchte ich daher nur ungerne.

Sind denn wirklich alle antibiotischen Möglichkeiten ausgeschöpft?

Muss ich wirklich noch 4 Monate bis nach der Geburt warten, um ein passendes Medikament einnehmen zu dürfen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe,
K.R.

von Kelwyn am 12.09.2014, 10:51 Uhr

 

Antwort auf:

Haemophilus parainfluenzae und Antibiotikawahl

Selbstverständlich kann man im II.Trimenon Amoxicillin + Clavulansäure verwenden, das sicher ein breiteres Keimspektrum abdeckt als Amoxicillin alleine.

Allerdings wundere ich mich, warum das im Antibiogramm als wirksam getestete Cefuroxim bei ausreichender Dosierung nichts gebracht hat.

von Dr. med. Wolfgang Paulus am 15.09.2014

Antwort auf:

Haemophilus parainfluenzae und Antibiotikawahl

Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort Dr. Paulus.

Ich weiß leider nicht, warum das Cefuroxim nicht angeschlagen hat, ich habe es nach Vorschrift über die Dauer von 6 Tagen genommen (genau nach Packungsbeilage alle 12 Stunden, ohne Milch und sonstige calciumhaltigen Lebensmittel/Präparate). Vielleicht war die Einnahmedauer einfach zu kurz?

Ich schlage der Ärztin eine Therapie mit Amoxi + Clavulansäure vor.

Falls dieses Präparat nicht anschlagen sollte (wegen der vorangegangenen Therapie mit Amoxicillin und den damit möglichen Resistenzen), welche anderen antibiotischen Alternativen hätte ich dann noch?

Vielen Dank & viele Grüße,
K. R.

von Kelwyn am 18.09.2014

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