Ernährungsberaterin Birgit Neumann

Kochen für Babys und Kinder

Ernährungsberaterin Birgit Neumann

   

Antwort:

wieder am Anfang angelangt

Hallo Schönfelder
du empfindest das Verhalten deiner Tochter momentan als Rückschritt und das irritiert dich. Dieses scheinbar rückschrittliche Verhalten ist jedoch gar nicht so ungewöhnlich wie es dir vorkommt. Deine Tochter fühlt sich hiermit gerade auf einer sehr sicheren Seite und genießt das. Denn jetzt befindet ihr euch in einer großen Umbruchphase, in der dein Baby zum Kleinkind heranreift. Dies bringt viele Veränderungen mit sich. Diese Veränderungen passieren gerade im Körper deines Tochter sowohl anatomisch, physiologisch als auch kognitiv und motorisch. Es passiert gerade eine ganze Menge. NImm es nun einfach wie es ist und vertraue darauf, dass diese Pahse vorübergeht und deine Tochter anschließend mit besonderer Neugier (wieder) mit essen möchte.
Andererseits schreibst du, dass deine Tochter durchaus auch jetzt gerne mitisst, sofern es bestimmte Speisen sind. Sie favorisiert Obst (süß) und Pasta, Pizza und Co. Deine Tochter isst eigentlich und durchaus gerne mit. Leider empfindest du das was sie isst als "weniger optimal", weil sie die in deinen Augen die "falschen" Speisen mag. Speisen, diie aus deiner Sicht die "richtigeren, besseren" Speisen esse sie hingegen nicht.
Bitte lass dir sagen: das einzig richtige Verhalten, das deine Tochter (momentan) haben kann ist dieses: einfach zu essen - und zwar das, was sie mag. Was deine Tochter zu essen bekommt, das wiederum bestimmst du. Sie kann nur aus diesem Angebot wählen.
Bitte sieh es darum ganz unbedingt als ein wirklich gutes Zeichen, dass deine Tochter bei Tisch gerne mit isst. Und zwar selbstbestimmt, in Eigenregie. Es ist jetzt ganz toll, wenn deine Tochter ein großes Potpourri an Möglichkeiten erhält, wenn sie einen großen Speisenpool hat, aus dem sie schöpfen kann. Es ist super, wenn deine Tochter Pizza, Pasta und Co kennen- und lieben lernt. Sie lernt damit für sich zu sorgen. Der Körper speichert all diese Eindrücke in seinem Gedächtnis ab. Er erstellt Profile. Diese Geschmacksprofile leiten den Appetit. Biete deiner Tochter aber weiterhin ruhig auch immer wieder auch Basics an. Biete gedämpfte Gemüsesorten, Kartoffeln etc. Auch der optische Eindruck und das Beobachten der Nahestehenden Personen am Esstisch zeigen deiner Tochter was und wie man isst. Dieses sog. soziiale Lernen ist ein wesentlicher Punkt beim Essenlernen. Gemeinschaft erleben, Esskultur. Esst alle zusammen, damit sich deine Tochter gut in eure familiäre Tischgemeinschaft einfügen kann. Wenn du nicht willst, dass deine Tochter zu häufig Pasta isst, dann serviere keine Pasta. Auch doof, oder? Und warum sollte sie keine Pasta essen? Alle Kinder lieben Nudeln. Es macht sie satt und glücklich.
Jetzt wächst und reift auch der Darm immer weiter und das Mikrobiom darf gefüttert werden, mit den Speisen, die ihr langfristig als Familie essen wollt. Versuche deiner Tochter eine ausgewogene, gesunde und frische Kost schmackhaft zu machen. Eine Mischung aus allem, das ist langfristig genau richtig.
Dass du deiner Tochter noch ausreichend, nach Bedarf Mumi anbietest, das ist ebenfalls ganz wunderbar. Denn auf diese Weise kann sie auch ihren Durst stillen. (Nach Bedarf)gestillte Babys brauchen im 1. Lj keine weitere Flüssigkeit. Auch wenn es sehr heiß ist, sind sie in der Lage (gesunde Kinder) bei einem ausreichenden Angebot (stillen nach Bedarf) gut für sich zu sorgen.
Hilft dir die Antwort weiter?
Ich hoffe sehr.
Sonst meld dich gerne noch einmal
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 05.07.2019

 
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