Ernährungsberaterin Birgit Neumann

Kochen für Babys und Kinder

Ernährungsberaterin Birgit Neumann

   

Antwort:

Isst Baby (10m) zu viel? Alternativen gesucht

Hallo yvi234
ja, danke für deine Rückmeldung. Und so wie du euren Essplan beschreibst, scheint alles in bester Ordnung zu sein.
Du kannst weiterhin Brei geben und deine Tochter zusätzlich bei euch mitessen lassen. Das ist wunderbar. Normalerweise ist das Essen dadurch nicht fettfrei. Auch Avocado oder Frikadellen enthalten Fett. Und auch die Butter auf den Brot ist zusammen mit Milch ausreichend, zumal du auch noch stillst. Ca 25g bzw ca 1/2 Scheibe Mischbrot kannst du als Portionsgröße zur Orientung nehmen. Es ist die Größeneinheit, die die meisten Babys gut schaffen. Bei Bedarf kannst du auch hier mehr anbieten.
Idealerweise gestaltet sich die Ernährung mit Beginn der Familienkostphase ab dem 10. Lm etwa so:
morgens:
Butterbrotstückchen und Muttermilch, Milch, Beilagen
neu ist jetzt, dass der Start in den Tag mit einer Beilage zur Milch (Mumi oder Säuglingsmilch) begonnen werden kann/sollte. Ideal ist dazu ein kohlenhydrathaltiger Zusatz in Form von Getreide im Brot oder Getreide als Müsli.
Es geht auch darum, dass du dein Kind langsam an eine 1. Mahlzeit am Tag, an ein Frühstück, am Tisch sitzend, gewöhnst. Morgens ist die Bereitschaft zum Kauen noch hoch. Kauen ist wichtig für die Ausbildung einer kräftigen Kaumuskulatur.
ZMZ: Brot oder Obst (dazu oder nur stillen - das geht immer)
je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl auch noch einmal etwas Brot.
ggf Mumi
Mittagessen:
gewohnter Brei, dazu Mittagessen - entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie (alle Zutaten separat, breiig oder stückig, oder bereits bekannte einfache Gerichte wie Nudeln mit Sosse, Pizza etc und/oder Familienkost
neu ist jetzt, dass neben dem üblichen Brei und bekanntem Fingerfood auch schon Familienkost, vermehrt stückige Nahrung und das selbständige Essen, das Erlebnis ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit stehen.
Nachmittag/ZMZ:
Obst oder Getreidestängelchen o.ä., ggf Kuchen, Babykekse, Muffins, Waffeln etc
nachmittags ist ein Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide) erwünscht
ggf stillen
Abends:
Brot und stillen oder Nudeln, ggf gewohnter Brei
die Kombination aus Getreide mit Milch fördert den guten Nachtschlaf.
dazu Obst/Gemüse ggf Rohkost
nachts ggf stillen
tagsüber zwischendurch, ggf nach den Mahlzeiten oder vor den Mahlzeiten:
Stillen nach Bedarf
Die Familienkost ergänzt die übliche Beikost und stillen nach Bedarf.

Anregungen für Obst:
roh gerieben, roh und weich als Stücke, gekocht als Mus, gekocht in Stückchen.
Banane ist hier wohl als beliebtester Klassiker zu nennen. Aber auch reife (=weiche) Birne ist hervorragend geeignet. Melone, Mango oder Papaya, Erdbeeren, wunderbar!
fein geriebener oder gekochter Apfel.
Banane in Scheiben oder am Stück, auch zerdrückt wunderbar geeignet. Birne, wenn weich ist ideales Fingerfood.
Pfirsich und Nektarinen ohne Haut sind super geeignet
Trauben geviertelt und ohne Kerne sind möglich.
zerdrückte Heidelbeeren, Avocado oder Kiwi ist möglich.
Beerenfrüchte...die Kernchen von Him- bzw Brombeeren evtl vorher entfernen - einfach durch ein Sieb streichen

nachmittags:
Gebäck mit Apfeldicksaft
160-180g Dinkelmehl Type 630
50g Hafermehl 75g kalte Butter
4 EL Birnen-oder Apfeldicksaft
1 Msp Vanillepulver
2 Eigelb
aus den Zutaten einen Knetteig kneten, ggf Mehl oder Flüssigkeit zugeben, bis ein glatter Teig entsteht. Teig in Folie wickeln und mind. 1 h im Kühlschrank ruhen lassen.
Zur Weiterverarbeitung etwas Mehl auf einer glatten Fläche austeilen. Kleine Stücke vom Teig abschneiden und jeweils mit Mehl ausrollen. Motive ausstechen.
Auf ein Backblech mit Backpapier mit Abstand zueinander setzen.
im Vorgeheizten Ofen (180°) ca 12-15 min backen.
Anschliessend auskühlen lassen und nach Belieben verzieren

Grießschnitten für abends:
200ml Kuhmilch
ca 35g-40g (*/-) Grieß
Grieß mit der Milch in einem geeigneten Topf aufkochen, rühren, rühren, rühren und kurz quellen lassen, danach auf einen Teller streichen, stehen lassen, bis es gut fest ist. Das geht schnell. Jetzt kannst du entweder Motive ausstechen oder den festen Brei in Stücke schneiden, dazu etwas flüssige Butter, ggf nochmals erwärmen und Obstmus (selbst zubereitet?) zugeben.

Hafer-Bananen-Cookies:
1 große, reife, gelbe Banane (oder Apfelmus)
ca 100-120g feine Haferflocken
viel weniger als 1 Msp Bourbonvanille
zerkleiner die Haferflocken in einem Blitzhacker zu "Mehl". Zermuse oder püriere die Banane, vermische sie mit der Vanille.
Gib das Hafermehl dazu und bereite aus allen Zutaten einen Brei
Heize den Ofen auf 175° hoch und bereite ein Backblech mit Backpapier vor. Mit Hilfe von 2 TL und deinen Händen kannst du jetzt aus dem Teig kleine Kekse formen, etwas flach drücken und ca 10-12, ggf länger, im Ofen backen. Anschliessend auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Diese Kekse sind bei vielen Müttern beliebt. Ggf musst du etwas experimentieren, bis du nach dem Backen die richtige Konsistenz erhältst.

Essen lernen ist ein stetiger Prozess, der wie das Laufen lernen und das Sprechen ganz viel geübt werden muss. Üben heißt auch, sich daran gewöhnen. Die motorischen Fähigkeiten müssen verfeinert werden. Essen fördert das Zusammenspiel der Muskeln und trainiert die Kraft - auch in der Kaumuskulatur.
Mehr als nur Milch und Brei zu essen/trinken ist für (d)ein Kind im Gesamten betrachtet ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Es geht neben dem Nährwert der festen Nahrung auch um das spielerische Entdecken der verschiedenen sensorischen Eigenschaften von Lebensmitteln. Du siehst, es ist alles gut bei euch. Deine Tochter entwickelt sich prächtig und möchte neben Mumi lieber selbständig essen und beißen. Breie brauchst du immer seltener zu geben. Aber pflege ruhig eure Gewohnheiten beim Speiseplan und füge langsam, durch Neugier und mit Spaß immer mehr und Neues hinzu.
Diese Zeit jetzt, zwischen dem 10. und 18. Lm ist sehr wertvoll. Kinder sollten jetzt möglichst viele neue Esseindrücke sammeln und berwerten können. Der Geschmackssinn darf gefordert werden. Schenke deinem Kind schöne Essmomente mit leckerem Essen und gewöhne sie an Basics.
Das bedeutet: alle essen zusammen, alle essen alles.
Bei der Familienkost geht es nun nicht mehr nur darum, dass du dein Kind mit Nahrung versorgst, um primär Kalorien und Nährstoffe zu geben. Es geht um vieles mehr. Auch die Ernährungserziehung nimmt jetzt einen großen Platz ein. Es geht um den Spaß und Genuß (beim Essen), um das Warten und Anpassen an gemeinschaftliche Interessen bei Tisch Bspw: "Wir beginnen gemeinsam zu essen".
So vermittelst du deinem Kind von klein auf eure/unsere Esskultur.

Also dann
das wird schon
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 05.06.2019

 
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