Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Ernährung

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Frau Neumann,
meine Tochter ist nun 11 Monate alt und eine schlechte Esserin.
Sie kam mit 2,6 kg auf die Welt und war 48 cm groß. Nun ist sie 72 cm und 7,2 kg. Da sie entweder lange gleich wog und dann auch noch 100 g abgenommen hat - wurde ihr auf meinem Wunsch ein Blutbild gemacht. Nach einer Woche das Ergebnis: Alle Werte i.O. Nun verweigert sie mir seit einer Woche auch ihre PRE Milch. Ich muss dazu sagen, dass gerade ihre obere zwei Zähne durchbrechen. Ihre untere 2 hat sie seit dem 5. Monat. Brei hat bei uns nie gut funktioniert man musste sie oft "ablenken" bzw. ihr etwas in die Hand geben. Nun mache ich mir Sorgen, da sie ja noch die Milch benötigt (die Nährstoffe etc),oder? Vom Familientisch isst sie kaum etwas. Sie findet es zwar interessant und will auch, aber die LM werden nur untersucht, zerquetscht und dem Hund runtergeworfen. Und sie lacht dabei und der Hund freut sich natürlich auch. Aber davon wird sie ja nicht satt oder kann auch nicht zunehmen. Es landet nur ganz wenig im Mund. Ich versuche alles mögliche..schöne Atmosphäre, buntes Geschirr, ruhig,etc. Sie hat auch Interesse und Spaß, aber wird davon nicht satt - daher bin ich vom Brei bzw. Gläschchen abhängig. Aber nach wenige Löffeln wird ihr langweilig, wenn sie nicht selbst anfassen kann. Davor hat sie ca. 300 bis 400 ml Tagesmenge PRE getrunken und ca.300 g Tagesmenge Brei...jetzt (vielleicht auch wegen den Zähne) ca. 170 ml Tagesmenge PRE wenn ich Glück habe und ca. 350 bis 400 g Brei.
Ich gebe ihr in der Nacht falls sie wach wird (schläft oft durch bzw. seit Tag 1 :) durch) eine PRE Flasche dann gegen 7 h eine PRE Flasche dann gegen 9 h Feiner Obstbrei dann gegen 11 h eine PRE dann um 14 h Mittag danach biete ich ihr wieder eine PRE Flasche an dann wird gespielt und ca. 2 bis 3 Std.geschlafen dann gegen 19 h Abendbrei und falls wach gegen 23 h eine PRE. Obwohl es viele Mahlzeiten sind ist die Tagesmenge wenig, da sie immer nur wenig davon nimmt. Nun ist mir bewusst, dass ich vom Brei weg soll, da sie schon 11 Monate alt ist und eh kein Brei-Freund ist. Bin aber besorgt wegen der Milch und wie ich sie am besten ernähren kann, dass sie alle Nährstoffe etc.bekommt. Sie hatte in einer Woche auch mal über Nacht 3x saubere Windel. Wasser trinkt sie wenig.

Über ein paar Tipps wäre ich sehr dankbar.

von Frau Jimmy am 13.08.2019, 18:22 Uhr

 

Antwort auf:

Ernährung

Hallo Frau Jimmy
hier im Forum kann und darf ich nur ganz allgemein antworten. Eine Beurteilung betreffs Entwicklung und Gesundheit kann nur der KiA vornehmen. Sieht er irgendwelche Probleme?
Gang allgemein kann ich dir auf deine Frage darum leider nur folgendes schreiben:
wenn dein gesundes Baby Hunger hat, wird es dir dies mitteilen - durch schlechte Laune, schreien, quengeln, Müdigkeit. u.a.
wenn das Essen mit Brei bzw Fingerfood nicht gut klappt, bleibt immer noch die gewohnte Pre-Milch.
Es scheint so als ob deine Tochter häufiger kleine Portionen braucht und darum öfter essen muss, aber jeweils nur kleine Portionen schafft. Kann das sein?
Dass deine Tochter bei Tisch zugreift und probiert - das kannst du als ein sehr gutes Zeichen werten. Denn sie greift zu, was zeigt, dass sie interessiert ist und auch über die Fähigkeit verfügt, gezielt zu greifen.
Mit etwa 10 Lm ist die Zeit des schnellen Wachstums nun nämlich vorbei und der Hunger lässt vorübergehend allgemein etwas nach. Um den 10. Lm herum machen (alle) Babys einen großen Wachstumsschub. Dieser Wachstumsschub wirkt sich auch auf die kognitiven und die motorischen Fähigkeiten aus. Das Wachstum passiert also nicht nur körperlich. Babys wollen jetzt (vermehrt) kauen, Geschmack erleben, selber essen und haben jetzt die Fähigkeit dazu. Diese neuen Fähigkeiten müssen und wollen sie ausprobieren und verfeinern. Das heist sie müssen üben! Manche Babys wollen plötzlich gar keinen Brei mehr essen oder wollen gar nicht mehr gefüttert werden.
Familienkost ist jetzt genau richtig! Biete deiner Tochter Vielfalt - zum eigenständigen Erleben, mit ihren Händen. So wie bisher.
Zelebriert eure Mahlzeiten gemeinsam am Esstisch sitzend. Biete Farben, Formen, Muster, Düfte, Aromen, Geschmack, Spaß!
Biete ihr eine altersentsprechende Kost: weich, mit den Kauleisten zerdrückbar, gut schluckbar, lecker, verschiedene Konssistenzen, greifbar,....Biete ihr häufiger auch mal krassere Geschmackserlebnisse.

Zusammenfassung: Babys wachsen in den ersten Monaten sehr schnell. Gewicht und Größe. In dieser schnellen Wachstumszeit brauchen Babys viele Kalorien und Nährstoffe. Milch ist dafür genau richtig - egal ob stillen oder Pre-Milch. Beides ist im 1. Lj eine wichtige Basis, um optimal zu wachsen und zu gedeihen, um sich rundum gut zu entwickeln. MIt etwa 10 Lm geht das Wachstum eher nur noch langsam bzw schubweise voran und die Essmengen sind vorübergehend kleiner. Je mehr sich die Kleinen künftig bewegen, wodurch sie auch wieder mehr Energie benötigen (=HuNger) und wieder mehr essen werden.

Meine Tipps:
Tausche Breie gegen Brot und schau mal, ob sie dieses besser isst.
Zur Morgenmilch kannst du bspw einen Teller mit Butter (und Frischkäse u.a.) bestrichenen Brotstückchen geben.
Und lass deine Tochter ganz viel neuen Geschmack mit dir zusammen erleben.
Probiere es mal mit Grießschnitten:

Grießschnitten:
200ml Kuhmilch
ca 35g-40g (*/-) Grieß
Grieß mit der Milch in einem geeigneten Topf aufkochen, rühren, rühren, rühren und kurz quellen lassen, danach auf einen Teller streichen, stehen lassen, bis es gut fest ist. Das geht schnell. Jetzt kannst du entweder Motive ausstechen oder den festen Brei in Stücke schneiden, dazu etwas flüssige Butter, ggf nochmals erwärmen und Obstmus (selbst zubereitet?) zugeben.

und auch mal damit:
Rezept Frikadellen - ggf ergänzend zum Mittagsbrei
500g Hack mit 1 verquirltem Ei vermischen
würzen mit: (1/4 TL) Zucker, (1/4 TL) Salz, Prise Pfeffer, 1/2 EL getrocknete italienische Kräuter untermischen, Semmelbrösel zugeben und vermischen - soviel Semmelbrösel zugeben, bis die Konsistenz der Hackmasse gut formbar wird.
Aus der Masse Frikadellen formen.
In wenig, aber ausreichend Öl, in einer beschichteten Pfanne braten.
Du kannst die geformten Bratlinge auch einfrieren

Herzoginkartoffeln
750g geschälte Kartoffeln in Salzwasser kochen. Wasser abschütten, Kartoffeln stampfen, zu Kartoffelbrei. Etwas auskühlen lassen.
mit
1 Ei, 1 Eigelb, Salz, 1 EL Butter vermengen, Hauch Muskat nach Belieben.
Alles gut vermischen und mit dem Spritzbeutel Rosetten auf eine Backblech spritzen.
Wenn das zu mühselig ist, also für die Alltagsküche, kann man den Teig auch mit Hilfe von zwei TL als Nocken auf ein Backblech setzen.
Die Dinger werden noch mit einer Eigelb/Milch-Mischung bepinselt und ca 15 min im Ofen bei 190° gebacken. Auch Sahne reicht zum Bepinseln aus. Sie werden dann nur nicht so schön leuchtend gelb.

Pfannkuchen
2 Eier
250g Mehl
400 ml Milch
Prise Salz
Prise Vanillezucker

dieses hier wird deine Tochter ganz bestimmt lieben:
Kartoffelwolken:
160g gekochte (Salz-)Kartoffeln
30 ml Öl
2 Eier
100g Schmand (oder saure Sahne/Creme Fraiche)
80g Mehl
1 Msp Backpulver
aus den Zutaten einen Teig (mit dem Handrührgerät) mixen.
Den Teig in kleinen Klecksen auf ein Backblech (Backpapier/Backmatte) geben uund bei 180° ca 20 min bis sie gar sind, backen.

Also dann
Grüße
Birgit Neumann

P.S. Falls du allerdings weiterhin besorgt bist und das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmmt, dann zögere nicht und geh noch einmal zum KiA.

von Birgit Neumann am 14.08.2019

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