Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Brot und Brei

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo liebe Frau Neumann,

ich habe gleich zwei Fragen:

1. Frage:
Mein Sohn ist 9 Monate alt und bekommt eine Flasche und drei Breimahlzeiten. Den Mittagsbreit koche ich von Anfang selbst. Als wir letztens unterwegs waren und spontan entschieden außerhalb zu essen, habe ich ihm ein Gläschen gekauft. Er hat sich jedoch geweigert den fertigen Brei zu essen. Also bin ich wieder in die Drogerie und habe 4 weitere Gläschen (unterschiedliche Anbieter und Zutaten) gekauft. Alle wurden von ihm verweigert!!! Er hatte riesen hunger und wurde immer unausstehlicher, aber alle weiteren Versuche die fertigen Breis zu essen, wurden verweigert! Erst als wir zuhause waren und ich ihm den selbstgemachten Brei gab, hat er wie ausgehungert geschlungen. Nun ist es so, dass wir bald in den Urlaub fahren. Was mache ich, wenn er dort auch die Gläschen verweigert?! Gibt es eine Möglichkeit den selbstgemachten Brei zu konservieren (z.B. Heiß gekocht in Gläschen abfüllen? Wie lange würde sich der Brei in dem Fall halten?). Sonst friere ich den Brei ein, aber im Urlaub haben wir weder ein Gefrierschrank noch eine Kochmöglichkeit.


2. Frage:
Der kleine Mann zeigt immer mehr Interesse an das, was wir und sein Bruder essen. Obst und Reiswaffeln gebe ich ihm oft zum knabbern. Letztens hat er auch ein Stück Brot bekommen, seit dem ist er völlig außer sich, wenn er nur Brot sieht. Allerdings enthält Brot doch auch viel Salz. Nun war ich mir unsicher, ob er Brot oder andere Backwaren überhaupt schon essen darf. Das Essen soll ja im ersten Lebensjahr ungewürzt sein.

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Viele Grüße,
Alina

von Idi1980 am 09.07.2014, 10:03 Uhr

 

Antwort auf:

Brot und Brei

Hallo Idi1980
du kannst dem Urlaub ganz entspannt entgegensehen. Im Urlaub ändert sich vieles.

Die Breie im Gläschen sind fester in der Konsistenz (manche enthalten Reismehl - als Bindemittel) und die festere Konsistenz hat deinen Kleinen möglicherweise irritiert.
Es gibt auch Gläschen ohne Zusätze. Vielleicht akzeptiert die dein Baby besser. Neu sind auch Cremesuppen im Gläschen, die du bspw mit gekochten Nudeln oder Reis ergänzen kannst.
Serviere die Gläschenbreie aus der gewohnten Esschüssel/Teller mit dem gewohnten Löffel. Ggf rührst du noch etwas Wasser unter, um die Konsistenz an die Übliche anzugleichen.
Du könntest auch sog. Kindermenüs (in Schalen, ab dem 10. Lm) einpacken, die ihr erwärmen lassen könnt. Zur Sicherheit könntet ihr diese Menüs zu Hause schon testen.
Im Handel gibt es auch bspw Kartoffelbreipulver in der Tüte für Babys. IDer Koch könnte das evtl für euch zubereiten. Dazu ein paar Gemüsestückchen aus der Hotelküche oder Gemüsemus aus dem Gläschen (evtl Rahmspinat) Butter dazu - und es entsteht daraus eine Mahlzeit, die dein Kind evtl essen würde.
Fleischbrei im Gläschen könntest du als Brotbelag benutzen.

Integriere dein Kind allmählich immer weiter in den familiären Essalltag. Mit Brot, Obst und Reiswaffln hat euer Baby bereits erste Erfahrungen gesammelt. Und er möchte mehr. Das ist wunderbar. Familienkost kann und sollte jetzt die Breie ergänzen. Das enthaltene Salz (kleine Menge) ist okay. Mit 10 Lm ist der Organismus etwas mehr gereift und verträgt diese kleine nMengen, die in der Familienkost enthalten sind.
Den Brei könnt ihr immer weiter in stückige Kost umwandeln.
Ab etwa 10 Lm stellt sich der Speiseplan bei den meisten Babys drastisch um. Die meisten Babys brauchen von nun an weniger Nahrung. In Zeiten des Wachstums dagegen, meist phasen- und schubweise, essen sie eine kurze Zeit dagegen sehr viel.
Mit etwa 10 Lm ist die Zeit des schnellen Wachstums vorbei. Babys wachsen in den ersten Monaten sehr schnell. Nicht nur das Längenwachstum geht rasant, sondern die gesamte Entwicklung, auch das Anlegen von "Fettreserven" zählt dazu und äußert sich in "Hunger".
Mit etwa 10 Lm ist diese Phase in der Regel weitestgehend abgeschlossen, sodass nun weniger Nahrungsmengen ausreichen können.
Die meisten Babys sind vorübergehend mit kleineren Essmengen satt und zufrieden. Sie probieren hier und da und sind zufrieden. Empfohlen werden in dieser Umbruchphase auf jeden Fall zwei Portionen Milch. Exkate Mengenangaben findest du auf der Verpackung der Folgemilch/PreMilch. bszw gestillt wird nach Bedarf.
Ab sofort gilt: weniger Brei, mehr stückige Kost, Vielfalt und Geschmack, Erlebnis bei Tisch, Familienkost mit Übergang zu gewöhnlichen Speisen.
Es ist wichtig, dass die Kleinen jetzt viel Gelegenheiten bekommen neue Geschmacksrichtungen, Aromen, Konsistenzen etc kennenzulernen. Dafür reichen kleine Mengen. Dein Kind darf mitessen - aber es muss keine üppigen Portionen von dem neuem und unbekannten Gericht essen. Dein Kind kann diese Esserfahrungen zunächst noch als spielerischen Anreiz nehmen, um Essen mit allen Sinnen zu erfahren und sich vorerst noch an den üblichen Breien (oder Stückchen) satt essen. So kann dein Kind die unterschiedlichen Aromen und Konsistenzen unterschiedlicher Nahrungsmittel kennen lernen.
Ja, dein Baby wird nun allmählich ein Kleinkind und fordert Gleichberechtigung bei Tisch. Erste Versuche mit stückiger Kost hat dein Kleiner schon erfolgreich gemeistert und möchte mehr!
Der Übergang zur Familienkost ist eine spannende Phase.
Ab etwa dem 10. Lm sind die meisten Babys soweit und fordern von Mamas Essen. Manche Babys wollen plötzlich überhaupt keinen Brei mehr essen. Manche sind schon nach wenigen Löffeln satt.
Morgens und abends kannst du Brotstückchen zu Milch und Brei reichen. Diese kindgerechten Häppchen (ohne Rinde) könnte dein Kind sogar evtl schon ganz alleine essen. Die Brotmahlzeit ist empfehlenswert, damit die Kleinsten Kauen lernen. Dafür brauchen sie Anreize. Je öfter die Kleinsten Gelegenheit bekommen, das Kauen zu trainieren, desto besser. Die Kaumuskulatur muss geforfert werden, damit sie sich gut ausbildet. Das dauert eine gute Weile.
Schneide eine halbe Scheibe mit Butter/Margarine bestrichenes Mischbrot o.ä. (fein vermahlenes VK-Brot oder Kartoffelbrot oder Roggenbrot,....), ohne Rinde in kleine mundgerechte Stückchen. Mach das jeden Morgen genau gleich. Diese kleinen Stückchen locken zum Zugreifen.
Also dann
ich wünsche euch einen schönen Urlaub
Grüße
B.Neumann

P.S.
Babybrei einzukochen ist nur ausnahmsweise empfehlenswert (da ohne Zusätze wie Zucker oder Essig) und auch nur dann, wenn du dich wirklich gut auskennst. Ich verweise hier auf die einschlägige Literatur, die jeweils ganz detailliert die richtigen Auskünfte dazu gibt. Einkochen/Einwecken erfordert viel Erfahrung und Routine. Ein Brei mit Fleischanteil muss ca 2h bei 100° eingekocht werden.
siehe ggf hier:
http://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/Einkochen-der-selber-gekochten-Breie_9288.htm

von Birgit Neumann am 10.07.2014

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