Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Beikoststart

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebes Beratungsteam,

Wir haben mit dem vollendeten 5. Monat bei unserem Baby mit der Beikost angefangen. Er hat ca. alle 2 Tage ein neues Gemüse bekommen. Wir haben mit Kürbis begonnen, danach folgte Pastinake, dann Karotte und dann Kürbis-Kartoffel . Er fand alles außer Pastinake sehr lecker und wird schon ganz wild, wenn er sieht wie ich das Gläschen vorbereite. Vertragen hat er auch alles. Jetzt wollte ich die bekannten Sorten noch einmal geben, weil ich ja immer schnell gewechselt habe und er m.E. den Geschmack noch etwas besser kennenlernen soll.
Nun meine Fragen dazu:
Wann kann ich auf Gläschen mit mehreren Gemüsesorten umschwenken? Es gibt Gläschen mit drei, vier oder 5 Gemüsesorten.
Ab wann kann ich ihm Gläschen mit Nudeln plus Gemüse oder Reis plus Gemüse geben? Und wann Gemüse mit Lachs oder Fleisch? Auf den Gläschen steht ab 4. Monat. Damit bin ich ja angefangen. Kann ich auch schon Gläschen ab 6. Monat geben oder sind die für einen Essens-Anfänger zu grob püriert?
In den Empfehlungen heißt es ja, man soll mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei anfangen. Aber da muss man sich doch erst langsam hinarbeiten oder kann ich ihm den sofort geben?
Ich habe gelesen, dass man vor vollendetem 6. Monat lieber nicht selbst Brei kochen soll wegen möglichem Nitrat im Gemüse. Stimmt das?
Vielen lieben Dank!

von Palmenstrand am 01.11.2019, 22:40 Uhr

 

Antwort auf:

Beikoststart

Hallo Palmenstrand
du kannst, wenn dein Baby den Löffel und den Brei gut annimmt anfangen, den Brei zu komplettieren. Das bedeutet - ein Brei wird zum vollwertigen Brei wenn folgende Zutaten enthalten sind: Gemüse, Öl (Fett) und Kartoffel, evtl Fleisch/Fisch (oder vegetarische Alternative- Hafer oder Hirse). Mit dieser Mischung liefert der Brei alle notwendigen Inhaltsstoffe, welche es ermöglichen langfristig eine Portion Flaschenmilch durch eine Portion Brei zu tauschen.
Nachdem eine Sorte (oder mehrere Sorten) Gemüse in kleinen, sich täglich steigenden Menge gegeben wurden, kann ab dem etwa 4. Breitag bereits anteilig etwas Öl dazu gemischt werden. Nach weiteren 4 Tagen etwa kann Kartoffel dazu kommen. Die Mengen können insgesamt fortlaufend und stetig vergrößert werden. Durch die Kombination aus Öl und später Kartoffel macht der Brei satt und liefert auch ausreichend Vitamine und Co.

Das Öl liefert Kalorien und Fettsäuren. Es ist wichtig für den Brei, weil es satt macht.
Du kannst Rapsöl wählen oder Sonnenblumenöl aber auch Maiskeimöl oder Weizenkeimöl. Diese Sorten gelten als besonders gut geeignet, aufgrund ihrer Fettsäurenzusammensetzung, welche besonders gut für die Gehirnentwicklung beim Baby sein soll. Das Öl kann raffiniert sein oder. falls kaltgepresst, sollte es eine besonders hohe Qualität haben (Reformhausqualität bspw).
8g Öl pro 190g Brei sollten im Gemüsebrei bzw im Gemüse-Kartoffel (Fleisch)-Brei enthalten sein. Wenn das laut Nährwertinformation auf der Banderole, dem Etikett auf deinem Gläschenm nicht der Fall ist, dann gibst du noch die erforderliche Menge an Öl dazu.
Auf dem Etikett findest du entsprechende Nährwertangaben zu Fett, Eiweiss, Kohlenhydrate etc. Die Werte beziehen sich auf entweder 100g oder das gesamte Gläschen (190g) . Da muss man manchmal ein bisschen rechnen. Manchmal sind 4g Fett pro 100g drinnen, dann passt das. Manchmal ist gar kein Fett enthalten. Oder nur 2g /100g. Manchmal ist es auch mit 8g/190g beschriftet.
8g Öl entsprechen ca 1 EL Öl.
Der Ölzusatz wirkt sich auch positiv auf die Verdauung aus.
Schau einfach mal nach und ergänze falls nötig.
Für dieersten Löffel reicht es aus, wenn du mit kleinen Mengen Öl beginnst und diese Menge nach und nach auf das empfohlene Maß steigerst.

Wenn du es eilig hast, eine Portion Trinkmilch (also ein Fläschchen) zu ersetzen, dann solltest du baldmöglichst beginnen, den Brei mit allen oben genannten Zutaten zu vervollständigen und die Menge zu geben, die dein Baby satt und zufrieden macht. Das ist i.d.R. ab einer Menge von ca 140-ca 200g der Fall. Dann kann eine Flasche wegfallen.
Ob du eine Sorte Gemüse oder mehrere Sorten gemischt anbieten möchtest, das ist dir überlassen. Hauptsache dein Baby isst und verträgt alles gut.
Mische also Öl dazu und nachfolgend Kartoffel und gewöhne dein Baby an diese neue Kombination.

Wenn du es nicht eilig hast und dein Baby hauptsächlich "nur" neuen Geschmack kennen lernen soll, dann kannst du einfach weiter Gemüsevielfalt anbieten und dazu viele weitere neue Sorten dazu kommen lassen. Ich empfehle dir trotzdem Kartoffel dazu zu geben und Öl. Denn dadurch bleibt die Attraktivität vom Brei erhalten. Dein Baby sollte eine deutlich sättigende Wirkung mit dem Brei in Verbindung bringen.

Inwieweit Gläschen, welche laut Hersteller ab dem 6. Lm empfohlen sind, für euch passen, das müsstest du testen. Die Zutatenzusammensetzung ist meist komplexer.

Was deine letzte Frage getrifft:
Du kannst hin und wieder selbstgekochte Breie mit Gläschenbrei mischen. Diese Mischvariante wäre ein guter Kompromiss.

i.A. wird zum Selberkochen erst nach dem 6.Lm geraten, weil.....
Denn Babys sind umso empfindlicher, je jünger sie sind.
Beim Selber kochen hast du keine Kontrolle über evtl enthaltene unerwünschte Inhaltsstoffe (auch natürlich bedingt, Nitrat etc) bei der Rohware. Auf penible, hygienische Verarbeitung solltest du deshalb umso mehr achten, je jünger dein Baby ist. Brei aus dem Gläschen ist ausserdem sehr fein in der Konsistenz, was besonders für die Allerkleinsten für die Akzeptanz wichtig sein kann.
Es ist trotzdem "nur" ein Ratschlag, dass erst ab dem 7. Lm selbst gekocht werden sollte.

Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 04.11.2019

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