Kleine Engel

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Geschrieben von zzina am 13.11.2006, 13:50 Uhr

ich mag diese Zeit des Herbstes nicht

gestern saß ich im Auto und aufeinmal packte es mich, wie ein Ring um das Herz und es schnürte die Luft zu. Ich neige eh dazu im Herbst melancholisch und traurig zu sein, ich nenne das liebevoll meine Herbstdepression, aber das gestern uah von einem auf die andere Sekunde.
Liegt vielleicht auch daran, ich mußte letzte Woche meinen Großvater in die Klinik bringen er ist 86 und da ist eben das Herz nimmer so stark wie bei jungen Menschen.....meine Oma fehlt in dieser Situation eben ganz doll, sie war nicht nur seine Frau sondern meine Oma, mir näher wie meine Mutter jemals im Leben war.

Die Trauer um meinen Sohn ist noch mal ein Stück anders geworden, seitdem meine Große drum weiß. Sie hat es im Sommer durch eine bescheuerte Begebenheit erfahren, bis dahin haben wir leider nie den richtigen Zeitpunkt gefunden es ihr zu sagen.
Es hat mir so leid getan und sie war so wütend auf mich, heute hat sie es verdrängt bzw. sie redet nicht drüber da sie sich Ihre Meinung gebildet hat.
Alles komisch und dann diese trüben Tage

ich sende Euch allen viele Grüße
und hoffe bald geht die Weihnachtszeit und somit auch die Lichterzeit los, damit es nicht mehr so dunkel ist.
Kathrin
mit Michelle und Luca
und Dennis im Herzen

 
8 Antworten:

Re: ich mag diese Zeit des Herbstes nicht

Antwort von april2 am 13.11.2006, 15:07 Uhr

Das kann ich sehr gut verstehen ich mag den herbst auch nicht vielleicht liegt es auch daran das ich vor kurzen meinen opa zu grabe tragen mußte und meine totgeburt vor 2jahren auch noch nicht überwunden habe ich habe sogar etwas angst vor der weihnachts zeit obwohl ich weihnachten eigentlich liebe. Ich wünsche dir alles liebe
april mit lea und anna und 1 sternchen

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Re: ich mag diese Zeit des Herbstes nicht

Antwort von Mietta am 13.11.2006, 18:00 Uhr

Liebe Kathrin,

der erste Todestag meines Sohnes naht. Er ist letztes Jahr kurz vor Weihnachten bei einem Unfall ums Leben gekommen.

Was habe ich mir schon Gedanken gemacht, seit der Sommer zu Ende ging. Jetzt sind die Tage so dunkel und schnell um.

Ich habe Angst vor diesem Tag, aber ich möchte mich nicht verrückt machen. Also habe ich begonnen Weihnachts-geschenke zu basteln, zu nähen usw. Sobald sich die Dunkelheit einschleicht zünde ich ganz viele Kerzen im Haus an. Dieses Schimmern erhellt auch ein bisschen die Seele.

Der 21.12. wird wohl oder übel kommen aber er soll nicht unsere ganze Weihnachtsvorfreude trüben, vor allem, die unserer beider anderer Kinder.
Unser Kleiner Engel wird weiterhin in unseren Herzen sein auch wenn Weihnachten nie mehr so heiter sein wird wie bisher.

Ich wünsche Euch eine besinnliche Zeit und suche auch im Herbst die Schönheiten der Natur. Auch ein Spaziergang im kalten, nassen Wetter kann seine Schönheit haben. Die Luft ist rein.....

Liebe Grüsse Mietta

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Das ist am Ende nur ein fiktives Datum...

Antwort von wilma68 am 13.11.2006, 18:42 Uhr

Liebe Mietta,

auch ich habe letzes Jahr meinen Sohn verloren... Am 17.Juni war sein erster Todestag. Ich hatte eine Wahnsinnsangst davor. Seinen Geburtstag am 18. Dezember und Weihnachten im letzten Jahr habe ich irgendwie überstanden. Es ging mir beim besten Willen nicht gut, ich hatte aber das Glück schon wieder schwanger zu sein. Dieser Ausblick auf eine Zukunft mit Sönkes Geschwisterchen hat mich diese Zeit überstehen lassen.

Der Todestag im Juni war der noch größere Horror für mich... wir haben eine Woche vorher eine Gedenkecke auf dem Hof meiner Eltern für ihn hergerichtet. Dort haben wir schon letztes Jahr einen Rosenstock seiner Lieblingsrose gepflanzt und diese mit einem Eisenobelisk versehen, den wir indiviuell bei einem Schmied haben anfertigen lassen. Eine sehr gute Freundin ist Künstlerin und hat mit mir zusammen eine Stele aus Eichenholz entworfen, die genauso hoch ist, wie Sönke an seinem Sterbetag groß war.

Diese Stele haben wir nun eine Woche vor dem Todestag gesetzt und den letzten Schliff in die Anlage gebracht. Kein Friedhof der Welt hätte uns diese Möglichkeit geboten. Ich bin mir sicher, dass Sönke in seinem kindlichen Verständnis von Ästhetik begeistert gewesen wäre.

Jetzt in der Adventszeit wird wieder, wie letztes Jahr eine Sternenlichterkette und ein beleuchtetes Rentiergspann auf dieser kleinen Anlage arrangiert werden. Auch dieses hätte er mit Sicherheit geliebt. In Momenten, wenn ich ihn sehr vermisse, gehe ich nun an diesen Platz, der nur für Sönke gestaltet wurde und fühle mich ihm so nah. Er fehlt mir unendlich...

Die Aktivität, welche durch die Gestaltung dieser Anlage entstanden ist, machte den Schmerz an den heftigen "Eckdaten" erträglicher. Da kann ich deinen Aktionismus echt gut nachempfinden.

Du schreibst auch, dass du den Herbst eher als schön empfindest. Das geht auch mir so, denn der Nebel hat so etwas Wattiges und Umhüllendes. Es ist fast so, als könnte ich manchmal das Ende des zerrissenen Bandes, welches Sönke und mich als Sohn und Mutter verbunden hat, durch diesen Nebel sehen... aber, wenn ich es zum Greifen nahe fühle, ist es auch schon wieder in den Schwaden verschwunden...

Da ich noch nicht lange in diesem Forum bin, kenne ich eure Geschichte noch nicht. Wenn du dich gerne Austauschen möchtest, besonders in dieser schweren Zeit, dann könnten wir vielleicht Emails schreiben...

Alles Liebe, W

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Re: ich mag diese Zeit des Herbstes nicht--- mietta

Antwort von manuschatz am 13.11.2006, 19:01 Uhr

Liebe Mietta,
...Deine Stärke bewundere ich immer wieder,
und Du hast Recht, auch der Herbst hat seine schönen Seiten,
ich drücke Dich, und wünsche Dir eine gute und starke Zeit...
mit lieben Grüßen
Manuela

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Re: Das ist am Ende nur ein fiktives Datum...

Antwort von Mietta am 13.11.2006, 19:50 Uhr

Liebe Wilma,

sehr gerne würde ich auch Deine Geschichte erfahren. Ich bin immer wieder froh, mit "gleichgesinnten" zu kommunizieren weil ich mich ihnen so verbunden fühle. Sie verstehen was es bedeutet ein Kind verloren zu haben. Ein Kind das man hat wachsen sehen und aus irgendwelchem unverständlichen Grund hat gehenlassen müssen. Ich hinterlasse hier meine E-Mail Adresse. Wenn Du mal schreiben magst, würde ich mich sehr freuen. Herzlichen Dank für Deinen Brief. Einen ganz lieben Gruss Mietta

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Re: ich mag diese Zeit des Herbstes nicht

Antwort von Finfant am 13.11.2006, 23:05 Uhr

Ihr Lieben!

Ich hab grad die Beiträge gelesen! und mir fehlen die Worte des Trostes :-(((, leider!!!!!!!!

ich drück euch mal ganz lieb!!! wenn ich darf!

Tja........der Herbst.......der "traurige" November! ich weiß :-(. ABER, bald ist die Weihnachtszeit.......und dies ist auch nicht sehr leicht, wenn man trauert (auch das weiß ich, leider!). ABER, danach.......kommt wieder das "Erwachen" der Natur...die ersten Knospen beginnen zu erwachen! die ersten Blumen beginnen zu blühen, es wird wieder hell..........in der Natur und im Herzen *hoff*! Die Tage werden wieder länger und wir werden wieder ein Stück weiter sein, in unserer Trauerarbeit! irgenwie........ist immer ein kl. Licht.....das uns den Tag "schönmacht". Die Liebe, die wir in unserem Herzen haben, die kann uns KEINER nehmen!

Stille Grüße, eure Andrea mit Kathrin und Nadinchen und *** und * (meinen Junior)

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Herbst

Antwort von wilma68 am 14.11.2006, 1:52 Uhr

Ach Andrea,

auf deinen Brief an deinen Junior hab' ich einfach nicht die passenden Worte gefunden... verzeih mir bitte diese Hilflosigkeit...

Manchmal fällt es mir leicht, etwas zu formulieren. Aber in einigen Momenten fehlen doch die Worte... Du hast es richtig ausdrückt, wie ich finde. Die Liebe, die wir empfinden, wird solange wir fühlen können, immer in uns bleiben.

Die Leere die wir jetzt manches Mal fühlen, ist ein anderes Mal eine Erfüllung. Diese Liebe für jedes Kind, ob es geboren werden durfte oder nicht, ist ein so großes Geschenk... Nur ist es wohl so, dass uns ab und an ein solches Geschenk nur für einen kurzen Zeitraum überlassen wurde, weil es zu kostbar und fragil ist, als dass wir es länger bei uns behalten dürfen - aber wir dürfen uns ihrer erinnern.

Eine Buddistin hat mir gesagt, dass Sönke nur noch eine kurze Lebensspanne benötigt hat und wir beiden hätten, schon bevor ich geboren wurde, eine Vereinbarung miteinander getroffen, dass ich den Schmerz seines Verlustes auf mich nähme um ihm zu helfen. Dafür würde ich die tiefste und reinste Liebe empfinden und auch geben dürfen, derer Menschen überhaupt fähig seien. Diese Liebe dürften nur Eltern so empfangen, die auch bereit seien so früh wieder loszulassen...

Ob das nun wirklich rein buddistisch, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass diese Frau auch ein Kind verloren hat...

Laß' dich umarmen, W

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Re: ich mag diese Zeit des Herbstes nicht

Antwort von Karin82 am 14.11.2006, 20:02 Uhr

Ich drück Dich ganz fest, und schließe mich an!
Mag diese Zeit auch nicht!

Liebe Grüße Karin

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