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Geschrieben von PhiSa am 25.08.2009, 9:44 Uhr

Ein Engel mehr... (verzwickte Situation für mich.)

Hallo ihr Lieben,

gestern habe ich erfahren, dass das Baby einer Bekannten (für mein Mann Verwandten) am Sonntag geholt werden mußte, da sie eine schwere Schwangerschaftsvergiftung hatte...

Leider war es für das Baby zu früh.... Sie war ca in der 22. Woche. Und kämpfte schon seit einigen Wochen um sich und das Baby...

Ich möchte ihr nun einen Brief schreiben, da ich nicht einfach nur eine normale Beileidskarte schicken möchte.
Aber egal, wie ich anfange. Es hört sich so unecht an. Ich denke an die Zeit wo Phillip starb, da hätte man mir sonstwas beruhigendes oder mitfühlendes schreiben können. Es war mir alles egal...
Vielleicht lag es ja daran, weil ich bis dahin niemanden kannte, dem es ähnlich ging?!
Und somit niemand wirklich was sagen konnte? Aber ich könnte ja nun etwas aus eigener Erfahrung schreiben. Gott, es ist so schwer!

Ich fühle mich gerade wieder Monate zurückversetzt..

Wie gerne möchte ich ihr sagen "Nimm meine Hand, ich helfe dir!".

Nur bin gerade ich die Richtige, die ihr wirklich helfen kann? Die Richtige im Sinne von mitbetroffen schon.
Das Problem daran ist, ich bin auch schwanger. In der 23. Woche... Mein ET ist der 28.12., ihrer wäre der 03.01. gewesen....

Sie wird - sie ist die Frau von meinem Manns Chef und arbeitet auch als Sekretärin dort - ohnehin immer was über meine Schwangerschaft erfahren. Eben weil sie auch dort in der Fa. arbeitet.

Was kann ich denn nun machen? Ich möchte ihr selbstverständlich meine Hilfe und mein offenes Ohr und Arm anbieten. Aber ist es nicht daneben, wenn gerade ich es tue, wg. der Schwangerschaft????

Manja

 
11 Antworten:

Re: Ein Engel mehr... (verzwickte Situation für mich.)

Antwort von muaddal am 25.08.2009, 10:39 Uhr

schau mal in google da gibts bestimmt süsse gedichte die du ihr schreiben kannst, vllt formulierst sie noch bissl anders in deinen eigenen worte und schon kommts besser und auch echter rüber

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Re: Ein Engel mehr... (verzwickte Situation für mich.)

Antwort von Nimu am 25.08.2009, 10:59 Uhr

Liebe Manja

Ich habe auch viele Briefe von Mamis aus "meinem" Forum bekommen und selbst jetzt wo es "schon" über 6 Monate her ist, kann ich die Briefe noch nicht lesen.
Als ich zum Grab meines kleinen ging, nahm ich mir vor einige dort zu lesen.
Ich nahm 2 mit und wollte es unbedingt tun.
Schon beim öffnen rannten mir die Tränen übers Gesicht und ich konnte es einfach nicht.
Selbst heute, nach "so langer Zeit" tut es mir weh.Ich denke fast täglich darüber nach wann wohl der richtige Zeitpunkt wäre sie zu lesen und ich merke das ich mich selber unter Druck setze.
ABER, es tut gut zu wissen das ich diese Briefe habe, das jemand an mich/uns gedacht hat.

Schreib ihr Deine Gefühle auf, wie Du denkst und das Du immer für sie da sein wirst, wenn sie ein offenes Ohr braucht.
Schreib das Du Dich auch irgendwie "hilflos" fühlst ihr gegenüber, weil Du ja jetzt wieder Schwanger bist und Du sie nicht verletzen möchtest.

Gib ihr einfach das Gefühl für sie da zu sein. Ich glaube das wäre am besten. Es ist schwierig die richtige Wortwahl zu finden aber ich glaube das jeder es verstehen würde.

Vielleicht legt sie den Brief auch erst an die Seite so wie ich, vielleicht liest sie ihn sofort oder vielleicht auch nie (und fühlt sich evt schlecht weil sieihn eben nicht gelesen hat) wer weiß..?
Aber sie hat etwas von Dir bekommen und dieses "Zeichen" lässt sie schon spüren das Du mitfühlst und für sie da bist.

Ich wünsche deiner Bekannten ganz viel Kraft für die nächste Zeit!

Nimu

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Re: Ein Engel mehr... (verzwickte Situation für mich.)

Antwort von Leo engel am 25.08.2009, 11:09 Uhr

Ich habe nur ein frühes Sternchen.

Eine Freundin verlor letztes Jahr ihre Zwillinge. Sie ist auch hier im Forum, vielleicht schreibt sie später ihre Sicht dazu.
Ich war auch schwanger, wir sollten beide im Juli entbinden. Sie verlor ihre Jungs Anfang Juni.

Ich wusste auch nicht was und wie ich ihr schreiben soll. Wollte ihr aber doch so gerne schreiben. Nur ich hatte auch immer denGedanken "will sie das überhaupt" "ist es richtig" usw.
Ich habe ihr geschrieben. Wie es für sie war, kann sie selbst besser sagen.

Schreibe ihr deine Gefühle, was du denkst, was du fühlst. Falsch machen kannst du damit nichts!

Lg Yvette

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Oh je... ist das die Frau, über die du letztens im andern Forum geschrieben hast???

Antwort von Clavi am 25.08.2009, 20:56 Uhr

Liebe Manja,

oh ja, ich kenne das auch.... obwohl man selber eigentlich die richtigen Worte hätte, steht man irgendwie völlig geschockt neben der Spur. Alles holt einen wieder ein. Ich hatte das im März mit einer Mutter, dessen Sohn sich das Leben genommen hat, war völlig blockiert. Und genauso habe ich es auch geschrieben, dass ich fassungslos bin und mir die Worte fehlen. Ich wollte einfach nicht zuviel über mich schreiben, habe ihr aber angeboten, da zu sein, wenn sie jemanden braucht. Bei einem Buchhandel habe ich dann ein sehr schönes Büchlein mit passenden Zitaten und Lebensweisheiten zum Tode eines Menschen gefunden, dass habe ich ihr dazu getan.

Oft habe ich schon überlegt, wie ich wohl reagieren würde, wenn nun jemand in meinem Umfeld sein Baby verliert... Das ist natürlich schwer, weil auch oder gerade sehr viel persönlche Gefühle mit einfließen. Und deine Schwangerschaft und die nahen ET's machen das ganze ja nicht gerade einfacher. Ich würde einfach ganz ehrlich schreiben, was ich fühle. Da kann ich Leo Engel (*hi und wink zu Yvette*) einfach nur zitieren:

Schreibe ihr deine Gefühle, was du denkst, was du fühlst. Falsch machen kannst du damit nichts!

LG, Claudia

PS: ich schreibe dir auch noch zurück... sorry, hatte sehr viel Streß die letzten Tage. Aber ich habe mich sehr über deine Mail gefreut, und wollte dir in Ruhe antworten.

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@Clavi

Antwort von Leo engel am 25.08.2009, 21:46 Uhr

Danke!
Da du immer meintest, es war okey das ich dir geschrieben habe und so, denke ich kann ich sagen, das man es einfach auch so schreiben soll wie man sich fühlt.


Ich werd dir auch noch schreiben, versprochen! Hatten nur harte Tage mit Luca. Letzten Nächte kaum ein Auge zu gemacht. Werd dir morgen schreiben, hab dann 2Stunden Kinderfrei.

Lg Yvette

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Re: @Clavi

Antwort von Clavi am 25.08.2009, 21:53 Uhr

okay... mach dir keinen Streß.

Wünsche dir eine ruhige und erholsame Nacht ohne Unterbrechungen...

LG, Claudia

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Re: Ein Engel mehr... (verzwickte Situation für mich.)

Antwort von hyam am 26.08.2009, 8:50 Uhr

Hallo Manja!

Ich finde es gut, das Du Ihr helfen möchtest! Vielleicht schreibst Du Ihr was Du fühlst und bietest Ihr einfach Deine Hilfe an. Sie kann dann selbst entscheiden, ob sie diese direkte Hilfe annimmt oder nicht.
Wenn ich an die Zeit denke, in der ich mein Baby hergeben mußte, hätte ich mich über Post und ein paar liebe Worte sicher "gefreut". Noch eher war mir nach einer starken Schulter zum festhalten und ausweinen. Allerdings hätte ich es niemals von einer zu der Zeit Schwangeren zugelassen.
Wenn man selbst in der Situation ist, denkt man, wie viele doch an einen denken. Ist man aber auf der Seite derer, die an jemanden denken möchten und auch mitfühlen können wie es dem Anderen geht, fühlt man sich hilflos und weiß nicht was man tun soll. Es ist tatsächlich sehr schwer........

Yvonne

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Vielen Dank!

Antwort von PhiSa am 26.08.2009, 11:08 Uhr

für eure Antworten.

Ich habe es anders gemacht. Ich habe den persönlichen Kontakt gesucht.

Ich bin heute früh gleich ins Krankenhaus gefahren. Und es ist nicht irgendein Krankenhaus... Es ist das KH wo auch Phillip lag und starb. Und sie liegt auf der Gyn.-Station, wo auch ich damals lag.
Es war auch für mich keine leichtfertige Entscheidung DORT hinzufahren.

Ich kenne sie, ich will nicht sagen, dass wir befreundet sind, dafür haben wir uns viel zu selten gesehen. Aber wir kennen uns gut. Ihr Mann ist der Chef vom meinem Freund, der auch gleichzeitig ein Schulfreund von ihm war und wir alle im ziemlich gleichen Alter sind.

Von daher ist es schon mehr ein ´freundschaftliches´ Verhältnis...

Ich habe also geklopft und sie war sehr erstaunt, das ich komme. Ich habe dann gefragt, ob ich reinkommen darf, ob es für sie ok ist. Und sie mich jederzeit rauswerfen darf und soll.
Ich habe sie dann umarmt und ihr mein Beileid ausgesprochen... Mehr geweint, als gesprochen....

Ich habe dann auch gesagt, dass ich sehr unentschloßen war, ob ich herkomme. Das ich ihr auch schon ein Brief geschrieben habe (was ich auch wirklich schon gemacht habe), weil ich nicht sicher war, dass ich kommen kann. Und nun aber dachte, der persönl. Kontakt wäre evt. schöner.

Wir redeten natürlich über das was passiert ist. Sie hat mir Fotos gezeigt..... Ein kleines Mädchen!

Ich war ca. eine 3/4 Stunde da. Und ich denke es war gut und richtig.

Zum Schluß habe ich ihr nochmal angeboten, dass sie sich melden soll, wenn sie mag.

___

Danach bin ich noch auf die Kinderintensivstation gegangen und habe nochmal mit "unserem" Arzt von damals gesprochen. Habe ihm erzählt, dass wir wieder Nachwuchs bekommen und wie es mir jetzt so ergeht. Und er hat sich wirklich gefreut für uns. Denn er war damals schon so menschlich und nicht "typisch Arzt".

Ich mußte noch kurz auf ihn warten. Da kam eine Arzthelferin rein und fragte nach, wann wir dann letztes Jahr hier gewesen wäre (ich mußte mich anmelden und meinen Namen sagen und kurz warum ich hier wäre)... Mein Gesicht würde ihr so bekannt vorkommen.... Ich sagte dann Mitte Okt. und sie fragte weiter, warum, was passiert wäre und wie alt Baby nun ist....
Ich sagte dann, dass Phillip gestorben ist an den und den Dingen und dann machte es klick bei ihr... Und meinte "stimmt. Er hatte die schwere Asphyxie".
Schon ein komisches Gefühl, wenn sich eine Arzthelferin, doch so an uns erinnert....

___

Ich bin jedenfalls erleichtert, dass ich persönlich zu ihr hingefahren bin. Ich denke, es war so richtig.

LG
Manja

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Re: Vielen Dank!

Antwort von Leo engel am 26.08.2009, 19:38 Uhr

Es war sicher ein sehr schwerer Weg für dich, gerade auch wegen deinem Phillip! ich finde es mutig von dir das du diesen Schritt gegangen bist.

Lg Yvette

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Re: Vielen Dank!

Antwort von Clavi am 26.08.2009, 21:48 Uhr

Liebe Manja,

dein Schritt war mutig, aber doch so passend. Ich kann mir in etwa vorstellen, wie du dich gefühlt haben muss, ausgerechnet in das KH zu fahren, wo du deinen Philip gehenlassen musstest. Und dann auch noch der schwere Gang zu deiner Bekannten/Freundin... Und trotzdem auf seine Art schön, dass es für euch/dich so gut gelaufen ist, dass es stimmig war und sich im Nachhinein so gut anfühlte.

Ich traue mich nicht nach HB-Nord, glaube, ich setze niemals wieder einen Fuß in diese Klinik... - aber das hat bei mir noch andere Gründe.

Alles weitere dann per Mail.

LG, Claudia

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Re: Ein Engel mehr... (verzwickte Situation für mich.)

Antwort von oberbuergermeisterin am 28.08.2009, 21:55 Uhr

Hallo PhiSa,
ich denke du solltest ihr schreiben, sie wird dich, deine Schwangerschaft sehen und des wird ihr weh tun. Wenn sie auf Arbeit ist wertet ihr wohl auch miteinander zu tun haben.
Ich habe eine Ähnliche Situation gehabt. Eine meiner Bekannten verlor ihr Kind. Mein Junge ist fast 9 und immer wenn wir uns sehen streichelt sie ihn übers Haar, es ist dann eine kurze kleine Erinnerung "So weit währe er heute auch" Sie sagt es nicht aber es gibt Trost. Auch sucht sie unsere nähe wenn es ihr schlecht geht ... könnte sein das ihr auch eine Basis findet die Ihr und dir gut tut ......

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