Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

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Dr. Almut Dorn

Wann muss man den Kinderwunsch aufgeben?

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Hallo Frau Dr. Dorn,
meine Frau (31) und ich (32) sind seit ca. 1 Jahr in der Kiwu-behandlung und haben seit ca. 3 Jahren einen Kinderwunsch. Bei mir wurde Azoospermie nach festgestellt. Wir haben gerade die Nachricht bekommen dass auch bei unserer 3.ICSI mit kryokonservieren Spermien keine Einnistung stattfinden konnte. Wir waren dieses Mal voller Hoffnung, weil alles super gepasst hat und meine Frau auch Schwangerschaftssymptome gespürt hat. Jetzt fühlen wir nur noch Leere und haben irgendwie keine Hoffnung mehr dass es beim nächsten Versuch klappt. Dazu nimmt uns die Kinderwunschbehandlung psychisch so sehr mit, dass wir das Gefühl haben es nicht mehr lange auszuhalten. Es dreht sich alles nur noch darum und wir hoffen und bangen und haben Angst und werden dann wieder enttäuscht. Dazu verspüren wir auch dadurch einen "Druck" dass alle unsere Bekannten und Freunde Kinder bekommen. Wir wünschen uns einfach nichts mehr als ein Kind zu bekommen. Wir haben aber gerade aber das Gefühl keine Kraft mehr zu haben einen neuen Versuch zu starten andererseits können wir uns ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen. Sollte man in einer solchen Situation den "eigenen" Kinderwunsch aufgeben und sich den Möglichkeiten einer Samenspende oder Adoption zuwenden, obwohl auch diese Wege mit einigen (auch psychischen) Belastungen verbunden sind ? Ich entschuldige mich für den langen Text und wäre über eine Antwort sehr dankbar.

von toga88 am 15.02.2021, 13:17 Uhr

 

Antwort auf:

Wann muss man den Kinderwunsch aufgeben?

Das ist nicht so einfach zu beantworten; um Paare bei solchen weitreichenden Entscheidungen zu begleiten (Behandlung beenden, andere Behandlungen wählen, evtl. Fremdsamenspende, kein Kind, Adoption) nutzen wir meist mehrere Beratungsgespräche über einen längeren Zeitraum, um den Prozessen auch ihre Zeit zu lassen. Es gibt nicht einen Rat, der allen Paaren gleich gut hilft. Eine spezifische Beratung könnte Sie beide bei der Bewältigung dieser schwierigen und herausfordernden Zeit unterstützen. Entsprechende Berater*innen finden Sie hier: https://www.bkid.de/fuer-ratsuchende/beratungsfachkraefte-in-ihrer-naehe/
Vielleicht noch ein Satz zur Formulierung Ihrer Frage "wann muss man den Kinderwunsch aufgeben?" - den kann man nicht so leicht aufgeben; man kann Behandlungen und Bemühungen aufgeben, aber der Wunsch lässt sich ja nicht einfach abstellen. Es geht also darum, einen Umgang mit einem unerfüllten Wunsch zu finden - und da gibt es nur individuelle Wege. Ein Buch, das bei diesem Prozess helfen könnte ist: "Herzensmütter: Glücklich werden trotz unerfülltem Kinderwunsch" von Ilka Sterebogen. Und hier finden Sie auch Ratgeber zu den anderen angeschnittenen Themen: https://www.famart.de/ratgeber/

von Dr. Almut Dorn am 15.02.2021

Antwort auf:

Wann muss man den Kinderwunsch aufgeben?

Hallo,

ich kann aus eigener Betroffenheit sagen, was uns geholfen hat, vielleicht könnt ihr ja irgendwas für euch mitnehmen.
Wir haben nach drei erfolglosen Versuchen erstmal eine Pause gemacht und versucht den Kinderwunsch etwas auf die Seite zu schieben. Uns auf das fokussiert, was uns in unserem Leben gefällt, so wie es ist, ohne Kinder.
Dann haben wir die KiWu-Klinik gewechselt und sind auf ICSI im natürlichen Zyklus umgestiegen. Das war für uns bei weitem nicht so belastend wie die stimulierten ICSIs.
Diese anstrengende Achterbahnfahrt zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit kennen wir auch. Mir hat auch das Buch
„Kinderwunsch: Der Ratgeber des Beratungsnetzwerkes Kinderwunsch Deutschland (BKiD)“ geholfen.

von juli02 am 16.02.2021

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