Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

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Dr. Almut Dorn

Starker einseitiger Kinderwunsch

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Hallo,

mein Freund (25) und ich (20) sind inzwischen seit über 2 Jahren ein Paar und wohnen seit einem halben Jahr auch zusammen. Ich arbeite als Kinderpflegerin in einem Kindergarten und studiere gleichzeitig über ein Fernstudium Psychologie. Mein Freund schreibt aktuell seine Bachelorarbeit und ist seit über einem halben Jahr fest angestellt. Nebenbei ist er selbstständig. Nun zu meinem Problem. Ich habe bereits seit Jahren einen starken Kinderwunsch. Mir war gleichzeitig immer bewusst, dass ich dennoch zumindest eine fertige Berufsausbildung haben will. Jetzt wo ich diese habe wird der Kinderwunsch aber immer stärker und es belastet mich sehr. Mein Partner sagt er kann sich in einigen Jahren gut ein Kind vorstellen, aktuell jedoch noch nicht. Hierfür kann er auch nachvollziehbare Gründe nennen wie beispielsweise dass er sich noch nicht bereit fühlt so viel Verantwortung zu übernehmen, dass er gerne noch etwas mehr Geld hätte und dass ich erst noch meine Jugend/frühe Erwachsenenzeit genießen soll (was für mich jedoch kein Thema ist, ich gehe eigentlich nie feiern und habe auch keinen Wunsch zu reisen). Diese Gründe kann ich auch verstehen, dennoch denke ich, dass es den perfekten Zeitpunkt nicht gibt und dass es durchaus unpassendere Situationen geben könnte. Ich habe auch etwas Angst, dass er auch in einigen Jahren immer noch Gründe finden wird, die gegen ein Baby sprechen.

Wir sprechen über die Thematik auch öfter, es kommt jedoch immer zu dem Schluss, dass er aktuell noch nicht bereit ist. Ich versuche auch immer öfter das Gespräch zu vermeiden, da er sich davon verständlicherweise auch etwas unter Druck gesetzt fühlt. Das will ich auf keinen Fall, denn so gern ich ein Kind hätte gehören da zwei dazu und es müssen beide zu 100% hinter dieser Entscheidung stehen.

Ich hoffe Sie haben ein Rat zum Umgang mit dem Kinderwunsch und vielleicht auch ein Rat wie ich meinem Partner die positiven Aspekte eines Babys näher bringen kann. Vielen Dank schon einmal für das Lesen des langen Textes!

Liebe Grüße

von Katn am 02.09.2020, 19:24 Uhr

 

Antwort auf:

Starker einseitiger Kinderwunsch

Kinderwunsch kann zu einem sehr zentralen Lebensthema werden und anscheinend haben Sie beide schon viele Argumente dazu ausgetauscht. Wie gehen Sie beide sonst mit unterschiedlichen Meinungen um? Spiegelt sich das bei diesem Thema wieder? Manchmal ist dieses Thema Anlass dazu, sich über die gemeinsamen aber auch abweichenden Werteskalen bewusst zu werden. Wie gut stimmen diese wirklich überein? Dürfen auch Zweifel an der Partnerschaft geäußert werden oder ist das ein Tabuthema?
Jetzt habe ich mehr Fragen gestellt, als Antworten gegeben, aber vielleicht helfen Ihnen diese Gedankenanregungen?

von Dr. Almut Dorn am 02.09.2020

Antwort auf:

Starker einseitiger Kinderwunsch

Könnte ein detaillierter Austausch über die Zeitvorstellungen helfen?
Es wäre wirklich tragisch, wenn er sich auch später nie zu einem Kind durchringen könnte, während du nur für ihn "wartest".

Deswegen würde ich ihn ganz konkret fragen, in wievielen Jahren oder unter welchen genauen Voraussetzungen er denn zustimmt, dann Kinder zu haben.
Aber was, wenn dann einer den Job verloren haben wird?
Oder sieht er ein, dass ab einem gewissen Alter die Risiken in Schwangerschaft steigen und dass man dann auch bei sonstigen ungünstigen Umständen biogisch gesehen doch lieber anfangen sollte?

Ganz wichtig: Kann er sich ein Leben ohne Kinder vorstellen? Und du kannst das nicht?

Wenn er deutlich sagt, ohne Kinder kann er es sich gar nicht vorstellen, nur jetzt noch nicht, sähe ich das unkritischer.
Frag ihn doch, was, wenn es später nicht mehr klappt. Wenn er dann sagt, man kann auch ohne Kinder glücklich werden usw. - dann solltest du für dich eher damit rechnen, dass er evtl. nie so weit sein wird.

Vielleicht sind auch alle seine Argumente nur durch seinen Versuch einer Rationalisierung entstanden, während Ursache eigentlich Gefühle von ihm sind, die vielleicht für ihn selbst auch schwer durchschaubar sind. Dann wird eine Abschätzung für die Zukunft umso schwieriger.

Aber du solltest für dich jetzt eine harte Grenze setzen, wie lange du für ihn deinen Kinderwunsch zurückstellst und ab wann du die Beziehung aufgibst. Und das ggf. auch kommunizieren, um ehrlich zu sein und ihm klar zu zeigen, wie wichtig dir dein Kinderwunsch ist.

Wenn du der Meinung bist, du kannst niemals ohne Kinder glücklich sein, dann informier dich ggf. mal über die Möglichkeiten, deine Eizellen einfrieren zu lassen.

von Esmeralda am 03.09.2020

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