Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

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Dr. Almut Dorn

Kaiserschnitt

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Sehr geehrte Frau Dorn,

mein kleiner Sohn ist 10 Wochen alt und wenn ich an die Geburt zurück denke, wird mir immer noch schlecht und ich könnte weinen.

Kurz zum Geburtsverlauf:
Die Wehen haben gegen 22 Uhr eingesetzt, ab 3h morgens war ich im Krankenhaus. Die Eröffnungsphase ging relativ schnell und ich hatte ab 13h Presswehen.

Um 15h war ich so erschöpft, dass ich in den Wehenpausen eingeschlafen bin. In diesem Zustand haben sie mich "ausruhen" lassen.

Um 17h hat mir die Hebamme Oxytocin gegeben um die Wehenaktivität zu erhöhen und mich nochmas in verschiedenen Positionen pressen lassen.

Um 21h hat der Arzt erfolglos versucht das Kind per Saugglocke auf die Welt zu bringen. Dann wurde ein Kaierschnitt gemacht.

Meine Fragen:

Ich war abends irgendwann nur noch erschöpft, frustriert, völlig verzweifelt und habe mich Menschen ausgeliefert gefühlt, die mir nicht helfen wollen. Ich habe nach einem Kaiserschnitt gefragt, der zu diesem Zeitpunkt verweigert wurde. War es in Ordnung mich soweit unter Druck zu setzen? Hätte man nicht viel früher (z.B. um 15h) eingreifen müssen?

Der Kaiserschnitt macht mir ebenfalls sehr zu schaffen. Schon während der Geburt hatte ich das Gefühl zu versagen, weil nichts passierte und die Hebamme mir sagte ich presse nicht gut genug, weil das Baby nicht kommt. Nach der Operation verstärkte sich dieses Gefühl. Ich habe das Gefühl es wäre mein Fehler, ich wäre nicht stark genug gewesen, ich hätte versagt.
Das Kind hat sich wohl im sehr engen Geburtsgang nur sehr langsam in die richtige Position gedreht und aufgrund des langen Geburtsverlaufs und einer chronischen Erkrankung meinerseits konnte man nicht länger warten ohne Komplikationen zu riskieren.
Ich verstehe das, aber das Gefühl bleibt.


Es wäre schön, wenn Sie mir helfen könnten, damit ich die Geburt vielleicht endlich verarbeiten kann.

von karinasnow am 21.08.2019, 11:46 Uhr

 

Antwort auf:

Kaiserschnitt

Gerade die erste Geburt ist für viele Frauen ein extrem einschneidendes Erlebnis - und bei Ihnen kamen nun auch noch operative Maßnahmen hinzu. Medizinisch kann ich das nicht beurteilen, was wann wie notwendig gewesen ist. Sie machen aber bereits etwas sehr wichtiges und richtiges, Sie schreiben es auf (das könnten Sie für sich selber nochmals detaillierter machen) und Sie reden evtl. auch darüber - teilen es ja zumindest hier mit; all das hilft bei der Verarbeitung. Manchmal ist es auch hilfreich, sich dazu professionelle Hilfe zu holen, z.B. können Sie in jeder Schwangerenberatungsstelle auch Ihre Geburt nachbesprechen, evtl. kann man sich den Geburtsverlauf in der Akte gemeinsam anschauen. Zudem möchte ich Ihnen ein Buch empfehlen von Viresha J. Bloemeke "Es war eine schwere Geburt - Wie schmerzliche Erfahrungen heilen", es enthält viele Hinweise und Anleitungen, um eine traumatisch erlebte Geburt zu verarbeiten.

von Dr. Almut Dorn am 22.08.2019

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