Dr. Almut Dorn

Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn

Psychologische Psychotherapeutin

Frau Dr. phil. Almut Dorn ist als Psychotherapeutin seit über 20 Jahren im Bereich der Gynäkologischen Psychosomatik tätig. Sie studierte Psychologie in Bielefeld, Paris und Mannheim. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychotherapeutin in der Gynäkologischen Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn leitete sie die Gynäkologische Psychosomatik im Endokrinologikum in Hamburg. Seit 2010 ist sie in eigener Privatpraxis in Hamburg tätig und ist neben der Patientenversorgung als Dozentin und Supervisorin tätig.

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Dr. Almut Dorn

Belastung im Alltag

Antwort von Dr. phil. Dipl-Psych. Almut Dorn, Psychologische Psychotherapeutin

Frage:

Guten Abend Frau Dr. Dorn,

ich habe letztes Jahr im Oktober meine Tochter entbunden.
Der KiWu war immer da und wir haben es lange versucht und endlich mit etwas Hilfe kam das gewünschte Ergebnis, ich wurde schwanger. In der 7.SSW hatte ich eine Hämatome hinterm Plazenta und stand kurz vor nichts. Die kämpferische Natur meiner Tochter hat sich durchgesetzt und sie kam rechtzeitig mit 2 Tagen Verspätung gesund und munter zu uns. Die SS war alles andere als leicht. Ich hatte solch Übelkeit, dass ich nichts essen konnte, ich hatte außerdem Krampfadern und durfte daher nicht ohne Strümpfe rum laufen. Im Sommer war es einfach nur Hölle. Hinzu kam, dass ich über vorsichtig war... Was mich und meine Hände, durch viel Waschen langsam kaputt gemacht hatte.
Die erste Zeit mit meiner Tochter war extrem schwer, sie ließ sich nicht ablegen, wollte nur zu mir, das istvja auch normal. Ich habe gern mir ihr gekuschelt. Sie hat sehr wenig geschlafen. Nun ist sie 21 Woche alt, mit dem Nachtschlaf klappt es immer noch nicht so (2Std. am Stück), das Einschlafen geht momentan besser, früher war es nur ein Kampf. Es gab Zeiten, dass ich erst um 16 Uhr essen konnte, da sie nur geschrien hat, wenn ich sie abgelegt habe. Vieles ist besser geworden, aber sie ist eine Kämpferin und überall sagen alle, sie hat ein bewundernswertes Durchsetzungsvermögen. Auch die Ärzte sind dieser Meinung. Jetzt schreit sie extrem, wenn sie was braucht und es ihr nicht schnell genug geht.
Nun ich bin ein zielstrebige Frau, die alles eigenständig machen möchte, Haushalt, Kochen, Gestalten, Sport machen, das letzte ist zur Zeit nicht möglich, da meine Krampfadern gezogen wurde. Ich hatte dadurch Stillprobleme. Sie hat die Brust verweigert und dadurch ging meine Milchproduktion zurück. Ich wollte aber nicht aufgeben und habe mit sehr viel Mühe alles in Griff bekommen. Trotz allem ist das Stillen immer noch sehr anstrengend, weil sie an der Brust schreit. Sie hat abgenommen und ich habe immer Druck, sie muss wieder schnell zunehmen. Meine Nerven sind nicht mehr die, die vor ein, zwei Jahren. Ich kann nicht mehr. Es gibt immer was. Jetzt hat sie noch zusätzlich einen bakteriellen Ausschlag. Wenn wir die Creme auftragen, dann schreit sie so laut. Sie hat sich von meinem Neffen angesteckt, als er sie geknutscht hat und ich in dem Moment nicht im Raum mit war. Er ist 22 und ich dachte, ich könne mich auf ihn verlassen, dass er mein Wort respektiert. Aber nein, meine Familie belastet mich anderseits. Mein Papa ist schwer krank seit Jahren und meine Mama ist dadurch recht negativ geworden. Man kann ihr keine Freunde machen. Ich fahre sie überall hin, von Arzt zum Arzt und wenn es darum geht, dass sie irgendwas selbst erledigen muss, dann gibt es immer ein Ultimatum. Entweder kommst du mit oder ich gehe nicht hin.
Ich bin am Ende meiner Kräfte und frage mich, was ich falsch mache? Meine Kleine fordert mich seit Anfang an heraus, sie ist so anspruchsvoll und wenn es nicht so geht wie sie es will, dann gibt es Geschrei. Ich kann das nicht mehr hören. Ich gehe dann meistens in den neben Raum und heule. Es gibt keinen einzigen Tag, der irgedwie ohne Geschrei verläuft. Ich weiß natürlich, dass die Kids immer viel weinen und immer mal was haben, aber das ist wirklich extrem.
Mein Mann ist sehr lieb und fürsorglich. Aber ich habe keine Minute frei für ihn. Unsere Paarbeziehung belastet mich auch, obwohl er sagt, alles sei okay und er hat vollstes Verständnis für die Situation. Er packt auch viel mit, muss viel arbeiten und noch den Garten machen, etc. Ich habe Angst, dass ich irgendwann diesen Druck nicht mehr gerecht werden kann.
Was soll ich machen nach ihrer Meinung?
Wie soll ich allem gerecht werden. Ich bin am Ende meiner Kräfte.

Danke vorab

von Sunny12 am 25.03.2021, 21:17 Uhr

 

Antwort auf:

Belastung im Alltag

Da kommt ja sehr viel zusammen und mit einem einfachen Rat ist Ihnen nicht geholfen. Ich würde Ihnen empfehlen Termine in einer Familienberatungsstelle zu vereinbaren. Dort können Sie alle Belastungen ansprechen und mit einer professionellen Berater*in schauen, an welchen Stellen Sie Hilfe benötigen. Wenn ich das mit dem Händewaschen lese, könnte es sich ja auch um Kontrollzwänge handeln, die behandelt werden können.

von Dr. Almut Dorn am 26.03.2021

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