Kinderwunsch nach Fehlgeburt

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Geschrieben von Julieju am 31.07.2022, 10:18 Uhr

Ich kann nicht mehr

Wir haben für unsere Tochter fast 3 gebastelt inkl. 1 Jahr Kiwu Klinik. Dann bin ich spontan schwanger geworden. Mein Amh war zum Zeitpunkt ab dem wir mit den kiwu-Behandlungen starteten für mein Alter schon sehr niedrig.
Die Schwangerschaft verlief holprig und ich habe sie fast verloren und fast viel zu früh geboren - beides konnte zum Glück aufgehalten werden. Letztendlich ist sie bei 36+0 nach vorzeitigem Blasensprung per Kaiserschnitt geholt worden.

Ich hab sie 1.5 Jahre gestillt und danach haben wir an Kind Nr 2 gebastelt.
Nach 2 Monaten üben (obwohl wir ab 9 Monate nach der Geburt nicht mehr verhütet haben, aber während dem Stillen soll es ja noch schwieriger sein, schwanger zu werden), haben wir unsere einzige eingefrorene befruchtete Eizelle abgeholt. Negativ.
1 Monat später bin ich wieder spontan schwanger geworden. Alles war super. Dem Baby ging es gut, war zeitgerecht entwickelt und ich würde es noch vor meinem 40er gebären.
Leider haben uns aufsteigende Bakterien (, die eigentlich jeder hat, da ich anscheinend fast keine Laktobazillen mehr hatte, aber überhand nahmen,) einen Strich durch die Rechnung gemacht.
In der 12. Ssw hab ich hohes Fieber und dann Wehen bekommen und hab meinen gesunden Sohn geboren.
Es war sehr schmerzhaft - körperlich und psychisch-, da das Baby im Muttermund stecken geblieben ist und ich bei jeder Wehe wusste, ich werde das Kind in den nächsten Minuten verlieren (ich hatte bei meiner Tochter keine Wehen und wusste nicht wie das ist, aber ich wusste es geht nicht gut aus).
Das war 1 Tag vor dem 2. Geburtstag meiner Tochter. 1 Tag nach ihrem Geburtstag wurde ich ausgeschabt, da außer dem Baby nichts herauskam.

Ab nächster Woche wäre ich im Mutterschutz.

Meine Cousine und meine Nachbarin sind schwanger.

Ich habe das Gefühl, dass mir nur eine erneute Schwangerschaft helfen kann.
Also war ich in der Kiwu Klinik. Ich wurde zwar jedes Mal spontan schwanger, aber immer genau im Zyklus nach einer künstlichen Befruchtung, also muss es doch was mit den Medis zu tun haben?
Da ich anscheinend alle Fondsversuche bereits verbraucht habe (ich dachte es fängt nach einer ss wieder von 0 an) wurde mir mitgeteilt, dass ein Versuch mehr als 6300 Euro kosten würde.

Das ist alles so ungerecht.
Ich sehe meine kleine süße Tochter, wie sehr sie Kinder liebt und lieb mit Babys von Freunden umgeht und ich bin so traurig, dass ich ihr kein Geschwisterchen schenken kann. Sie hat sich so auf das Baby gefreut und immer Küsse auf meinen Bauch verteilt.
Sie hat immer erzählt, dass da ein Baby drin ist.

Nach der Kiwu Klinik hab ich ihr gesagt, dass sie wohl leider keinen Bruder oder Schwester haben wird. Sie hat sehr geweint und ich mit ihr.

Auch wenn mir keiner von euch helfen kann, danke ich euch trotzdem fürs auskotzen.

Lg

 
7 Antworten:

Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Hopeful_nessa am 31.07.2022, 10:54 Uhr

Hallo,

das tut mir sehr leid.

Ich kann dich so gut verstehen.

Wir haben knapp 2 Jahre für unseren Sohn gebraucht, inkl. Clomifen.
Nach seiner Geburt habe ich 6 Monate gestillt, verhütet haben wir nie. Im Dezember wird er 3.
Im Februar waren wir in einer kiwu-klinik: keine Auffälligkeiten. Wollten eine Insemination machen. Eileiter sind auch durchlässig. Ich war zu Zyklusbeginn dort und habe eine Dermoidzyste die entfernt werden muss.
In dem Zyklus der OP -Besprechung spontan schwanger geworden (war bei unserem Sohn auch in einem Zyklus in dem üben nie Thema war).

In der 10. SSW hatte ich eine Ausschabung.

Auch wir hatten unserem Sohn schonmal vorsichtig erklärt, dass ich mich schonen muss etc.

Kiwu -klinik behandelt und frühstens nach 2-3 Zyklen nach Ausschabung und dann sind es noch 5 Zyklen bis ich 40 bin und keine Kosten mehr übernommen werden.

Es wäre so perfekt gewesen.

Das ganze begleitet uns jetzt seit 10/2017 und Mal abgesehen von ganz kurzen Phasen war es immer ein doofes und anstrengendes Thema.

Ich habe jetzt natürlich Angst, dass es das war.

Lg

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Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Julieju am 31.07.2022, 11:36 Uhr

Das tut mir leid für dich/euch.

Ich bekomme von der kiwu Klinik nur noch Zyklusüberwachungen, da ich mir nach 1 Jahr unbezahlter Karenz und jetzt mit 20 Std soviel nicht leisten kann. Dazu steigt jetzt der Kredit für unser Haus, indem für immer 1 Zimmer leer bleiben wird. Wenn ich daran denke, dass unser kleiner Mann im September, spätestens Anfang Oktober schon bei uns wäre und es nicht geschafft hat, obwohl er bis zum Schluss so tapfer um sein Leben gekämpft hat, steigen mir sofort Tränen in die Augen.

Es ist so ungerecht.
Andere misshandeln ihre Kinder und bekommen eins nach dem anderen - einfach so. Ich frage mich was ich in meinem Leben verbrochen habe, dass bei mir nie irgendwas einfach geht.
Wenn unsere Tochter nicht wäre, hätte ich das alles nicht gepackt.

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Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Hopeful_nessa am 31.07.2022, 20:28 Uhr

Ja, das ist auch eine Menge Geld und eine Garantie, dass es funktioniert ist auch nicht vorhanden. Ich finde es auch nicht richtig, wie das von den Krankenkassen geregelt ist.

Ich arbeite im sozialen Bereich und vor unserem 1. Sohn habe ich mich auch oft gefragt warum das Schicksal es so regelt, dass die Personen die sich aus diversen Gründen nicht kümmern wollen/können offensichtlich ständig schwanger werden und man selbst so erbittert darum kämpfen muss.

Ich kann mich auch gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass unser Sohn Einzelkind bleiben wird.

Am Freitag war ein guter Tag bis mein bester Freund angerufen hat und mitgeteilt hat, dass die überraschend schwanger sind, ein "Unfall" und wollten kein weiteres Kind. Da war der Tag gelaufen und wir sind weinend nach Hause.

Jetzt ist der Sommer "gelaufen" und ich hätte Ende Februar et und mein bester Freund bekommt dann Ende März das Kind und die werde ich ständig sehen. Das wird vermutlich auch keine angenehme Zeit. Davor fürchte ich mich jetzt schon .

Lg

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Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Julieju am 31.07.2022, 21:19 Uhr

Wenn es eine Garantie gäbe, würde ich das eine Mal noch auf mich nehmen, dann muss ich halt 1 Monat sehr zurück stecken, aber das wäre es mir wert.

Meine Schwester konnte gar keine eigenen Kinder bekommen u hat dann 2 von anderen Müttern aufgenommen. Sie hatten beide Glück, dass sie da wo sie her kamen weg gekommen sind, sag ich mal.
Die, die keins wollen, werden immer sofort schwanger.

Ich arbeite auch im sozialen Bereich. Ich musste leider auch schon viel sehen, was ich nicht sehen wollte.

Ich kenne ein paar Leute die Hilfe brauchten um schwanger zu werden, aber die halt nur 1x und ganz problemlos.
Ich hatte eine Eileiterfreispülung, wobei einer verschlossen blieb, 4 Clomifen Zyklen mit 2 Iui's u 2 mit geplanten iui's, die aber nicht durchgeführt wurden, weil das Ei auf der verschlossenen Seite war. Und dann 3 Icsi's. Irgendwann dazwischen wurde ich in den künstlichen Wechsel versetzt.
Und und und....

Für mich war es wie ein Wunder, als ich plötzlich schwanger war. Ganz ohne ärztliches Zutun.

Meine Maus kam im ersten Lockdown zur Welt. Alles Chaos.
Nach dem neg Kryotransfer hab ich damit abgeschlossen. Ich hab mich damit abgefunden, dass meine Maus ein Einzelkind bleibt.

Dass ich dann nochmal schwanger werde, hielt ich für unmöglich, aber das Glück war kurz auf unserer Seite. Ich hab irgendwie die ganze Zeit ein schlechtes Gefühl gehabt und hab bei jeder Untersuchung (war 4x beim Gyn) gezittert, ob der Embryo noch lebt. Dass er lebt und das Ganze so grausam endet ist nochmal sprichwörtlich "ein Tritt in die Magengrube" gewesen.

Jetzt sieht das ganz anders aus. So will ich nicht abschließen mit dem Kinderwunsch. Und jetzt kann ich mich nicht mehr damit anfreunden, kein zweites Kind mehr zu bekommen.

Das mit deinem besten Freund ist so wie bei meiner Cousine.
Ich will es ihr gönnen und mich für sie freuen, aber ich bin neidisch. Ich weiß aber auch, dass sie es nicht so leicht hatte und versuche es zumindest.

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Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Hopeful_nessa am 01.08.2022, 9:45 Uhr

Hi,

Das kommt mir alles sehr bekannt vor.

Wir waren auch nach langer Zeit ganz natürlich schwanger und ich kann mich auch gar nicht damit anfreunden, dass es das war. Im Frühjahr hatte ich mich mit dem Gedanken ein wenig anfreunden, dann schwanger, Fehlgeburt und jetzt ist der Wunsch riesig.

Das Umfeld ist natürlich auch voller Erwartungen, die Omas hatten auch Fehlgeburten inkl. Ausschabungen, waren aber ganz schnell schwanger und gehen davon aus, dass es bei uns auch so laufen wird und wir ihnen dann anstatt nächsten Frühjahr nächsten Sommer einen Enkel schenken. Puh.....wir haben ihnen nie detailliert erzählt welche Probleme uns das Kinder kriegen bereitet sondern eher so allgemeine Dinge wie "war nicht so einfach" "dauerte eine ganze Weile" in der SSW und nach Geburt gesagt.

Ja, das mit deiner Cousine hört sich genauso an.
Wir haben dann offen gelegt, dass wir uns sehr freuen, aber es wegen unserer Fehlgeburt etwas getrübt ist und ich weiß, dass ich erstmal einen Bogen um schwangere und somit auch sie mache. Das ist zwar blöd, aber eine andere Möglichkeit sehe ich gerade nicht.

Ich hatte in der Schwangerschaft auch kein gutes Gefühl, im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich vieles so gestaltet habe, dass es eine Hintertür gibt falls ich die Schwangerschaft nicht "halten" kann.
Und ich habe auch von Fehlgeburten geträumt.

Im Moment bin ich krank geschrieben und verwende meine Kraft darauf den Alltag für meinen Sohn möglichst normal zu gestalten.

Lg

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Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Julieju am 01.08.2022, 11:35 Uhr

Ich habe während der Schwangerschaft auch oft von einer Fehlgeburt und von einer Ausschabung geträumt. Vielleicht ist es Angst, vielleicht eine Vorahnung? Hab das schon öfter gehört, dass das Frauen hatten bevor es wirklich passiert ist. Das hab ich bei meiner Tochter nicht geträumt.

Danach, als ich gebetet hab den Grund für all das zu erfahren, hab ich geträumt, dass mein Kleiner viel zu früh kommt (so 21.-24. Ssw) und ich ihn reannimieren muss. Er hat dann die Augen geöffnet, mich angelächelt und ist gestorben.

So als hätte er mir verziehen, dass ich ihn nicht halten konnte.

Ich war nach der FG 9 Wochen im Krankenstand. Ich hab einfach gar nichts geschafft, außer mich um meine Tochter zu kümmern. Und Gartenarbeit hat mir gut getan.
Diese schreckliche Leere in mir, wo jetzt ein Junge strampeln sollte...
Das war im März. Heute noch muss ich fast täglich weinen. An manchen Tagen nicht, dafür an manchen Tagen mehrmals. Mein Freund versteht das nicht. Er sagt, das bringt ihn auch nicht zurück.

Vor kurzem ist meine Tochter mit einem fremden Kind herum gelaufen, als wir im Zoo waren. Seine Mutter war schwanger. Sie wird ihr Kind im selben Monat gebären, wie ich es hätte sollen.
Das war hart.
Sie kann nichts dafür und ich weiß nicht, was sie schon mitmachen musste, aber ich musste dann das Gespräch abbrechen.
Ich verstehe wenn du einen Bogen um Schwangere machen musst.

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Re: Ich kann nicht mehr

Antwort von Schmetterfink am 17.08.2022, 13:35 Uhr

Ich bin vermutlich zu spät, aber vielleicht liest du es ja noch...

Was ist denn deine grundlegende Diagnose? Du scheinst ja auch auf natürlichem Weg schwanger zu werden, muss es denn dann zwingend IVF sein?
Unsere KiWu ist für #2 den langen, langsamen (aber dafür preiswerten) Weg mit uns gegangen... über 11 stimulierte (8 Clomi & 3 Letrozol) Zyklen mit IUI (insg. fast 1 1/2 Jahre). Ü40 sei die Eizellausbeute für IVF/ICSI in der Regel zu gering, als Selbstzahler sei das zu teuer (man müsse von drei, eher vier Runden ausgehen), das erste Mal hat bei uns auch IUI (die dritte) funktioniert... Im 7. Clomi-Zyklus hatte ich eine biochemische Schwangerschaft (ET wäre Ende Juli gewesen), im 3. Letrozol-Zyklus hatten wir einen Treffer (jetzt 17. SSW). Ein Zyklus IUI hat uns unter 500 Euro gekostet - zwischen 250 und 350 für die Klinik (je nach Anzahl der US Untersuchungen) plus eben anteilig Medikamente (Clomifen ca. 15 Euro/Zyklus, Letrozol ca. 10 Euro/Zyklus, Progynova ca. 15 Euro/Zyklus, Utrogest ca. 30 Euro/Zyklus). Leichter "nebenbei" zu stemmen als eine Runde IVF.

Oder seid ihr fertig mit dem Thema KiWu? Es klingt bei dir ja eher, als sei das eine finanzielle Frage und nicht unbedingt, als hättest du den Kinderwunsch abgehakt...

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