Dr. med. Wolfgang Remus

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Dr. med. Wolfgang Remus

Hüftdysplasie- welche Schiene?

Antwort von Dr. med. Wolfgang Remus

Hallo,
ich glaube Ihnen Ihre Beschreibung, aber es ist schon sehr abenteuerlich. Tatsache ist, dass wohl links von Anfang an eine behandlungsbedürftige Hüfte vorlag, die weder mit breit wickeln, noch mit Vojta-Therapie erfolgreich behandelt werden kann. Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:
1. Da es sich um eine Winkelmessung des Ultraschallbildes handelt, wird Ihnen jeder erfahrene Prüfer sagen, dass bei zwei Ärzten um einige Grade unterschiedliche Messungen herauskommen können. Da aber bei beiden Ärzten eine Gradzahl Alpha über 50° bzw. 51° kann die Hüfte nicht am dezentrieren sein, Prof. Graf hat festgelegt, dass eine Hüfte dann am dezentrieren ist, wenn Alphawinkel bis 49° und der Betawinkel über 77°.
Ich würde im Zusammenschluss beider Aussagen die Hüfte in den nächsten Tagen noch als II a minus Hüfte bezeichnen, denn ab dem 3. Lebensmoment ist es eine II b Hüfte, weil man damit zum Ausdruck bringt, dass die Hüftbehandlung dann sehr spät begonnen wird und somit schwieriger wird.
2. Wenn Sie sich zur Behandlung mit der Tübinger Schiene entscheiden würden und das kann man durchaus versuchen, sollte man mindestens nach vier Wochen eine Kontrolle durchführen, um zu sehen, ob diese Behandlungsform greift.
Der Unterschied zwischen Tübinger Beugeschiene und Pavlikbandage ist im großen und ganzen der, dass die Tübinger Hüftbeugeschiene zum Baden des Kindes entfernt werden kann, die Pavlikbandage aber die ganze Zeit dran bleiben muss. An dieser Stelle muss ich betonen, dass die Entscheidung der Behandlungsart Tübinger Schiene o. Pavlikbandage voraussetzt, dass der Arzt das System beherrscht und er weiß, wann und warum er es macht.
Ich kann das also so im Einzelnen nicht beantworten.
Wenn zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Behandlung von einem erfahrenen Arzt durchgeführt wird, dann kann man davon ausgehen, dass kein Fettweißgips notwendig werden muss und eine Operation schon gar nicht.
3. siehe 2.
4. Auch diese Frage ist so nicht einfach zu beantworten, es kann sein, dass die Behandlung ein Viertel Jahr dauert, aber es kann auch ein halbes Jahr dauern. Wichtig ist, dass sie durchgeführt wird, damit die Hüfte normal wird.
5. Mit den heutigen Behandlungsmethoden muss Ihr Kind sich später normal entwickeln können, auch wenn es zwischendrin durch die Behandlung zu Verzögerungen kommt.
6. Die Kinder kommen meist mit den Systemen gut zurecht, dass man als Eltern damit Schwierigkeiten hat ist normal, mir würde es als Laie genauso gehen.
7. Die Frage erübrigt sich, weil Sie ja möchten, dass Ihr Kind ins Leben nicht mit einen frühzeitigen Hüftschaden geht. Also gar nichts zu machen ist nicht möglich.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Remus

von Dr. med. Wolfgang Remus am 17.01.2011

 
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