Chefarzt Dr. med. Jan Matussek

Starke Innendrehung eines Fußes

Antwort von Chefarzt Dr. med. Jan Matussek

Liebe Eltern, liebe Familie,

Ein innengedrehtes Gangbild kann die Ursache am Fuß an sich haben oder aber es liegt an der Hüfte.

Zunächst ist ihr Kind noch sehr klein, deshalb ist es verständlich, dass das Gangbild noch wackelig und unbeholfen aussieht. Hier ist die Variationsbreite zwischen altersgleichen Kindern sehr hoch, deshalb ist ein Vergleich mit anderen Kinder nicht immer zielführend.

Zum Thema Hüften und innengedrehtes Gangbild:
Die Hüftgelenksform ist in dieser Altersgruppe immer noch häufig unreif. Dies bedeutet, dass bestimmte Drehungen am Oberschenkelknochen in seiner Verbindung mit dem Beckenknochen eine starke Innendrehung des Beines favorisieren. Dies ist an sich zunächst einmal nichts besonderes und bei vielen Kindern zu beobachten. Eine einfache Untersuchung beim Kinderarzt kann dies verifizieren. Beim Orthopäden dann im Oktober, was ja doch nicht so lange hin ist, kann man dann in Ruhe die Bewegungen von Hüften und auch Füßen nachprüfen. Die Entwicklung der Drehung in den ersten 6-8 Lebensjahren ist rasant und man kann aufgrund der Situation jetzt noch gar nicht vorher sagen, wie das genau ausgehen wird. Bei 95 % aller Kinder wird das innengedrehte Gangbild verschwinden. Einige wenige müssen später behandelt werden und tatsächlich hat man da jetzt noch Zeit, in einer regelmäßigen Beobachtung diesen Selbstreifungsprozesses zu verstehen.

Zum Thema Füße und innengedrehtes Gangbild:
Auch ein leichter Sichelfuß ist zunächst einmal nichts Besorgniserregendes. Aufgrund der Position im Bauch der Mutter sind viele Füße gewohnheitsmäßig stark angespreizt und innengedreht, und in Entspannungsstellungen wird diese Position auch dann bei Gehbeginn nicht gleich verloren. Einfache Untersuchungen, wo der Untersucher das Füßchen in die Hand nimmt und prüft, ob steife Fehlstellungen oder aber nur weiche Fehlstellungen vorliegen, wird die Sache klären. Da ja die Physiotherapeutin das Füßchen oder sogar beide Füßchen bereits in der Hand hatte, darf man ihr hier ruhig vertrauen. Bei festen und nicht beweglichen Fußfehlstellungen müssen gelegentlich intensivere Bewegungseinheiten, oder gelegentlich auch sogenannte Tapeverbände oder Kunststoff Cast Verbände zum Tragen kommen.

Alle diese Eventualitäten werden durch einfache kleine Untersuchungen am Kind sofort klärbar und behandelbar, falls notwendig. In den meisten Fällen allerdings kann man, wie der Kinderarztes sagte, ersteinmal abwarten und zuschauen.

Das Angebot an viel Bewegung und Geschicklichkeits-Übungen (altersentsprechend natürlich) wird hier die Lösung alleine vor ihren Augen anbieten.

Herzliche Grüße, Ihr JM

von Dr. J. Matussek am 12.07.2021

 
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