Prof. Dr. med. Stefan Wirth

Klinikalltag mit Kindern

Prof. Dr. med. Stefan Wirth

   

 

Blut im Stuhl

Sehr geehrter Prof. Wirth,

heute war die Koloskopie und es wurde festgestellt, daß eine Entzündete Stelle im Darm ist.
Diese Stelle ist genau da, wo der Dünndarm in den Dickdarm tritt- handelt es sich dann nicht doch um eine Invagination?
Wie kann diese Stelle abheilen?
Außerdem wurde am Montag eine Stuhlprobe genommen und es wurde eine Darmgrippe oder Darmvirus festgestellt, wie kann er so etwas bekommen und muß diese Darmgrippe behandelt werden?
Ist durch diese Grippe eine färbung des Stuhls möglich?
Vielen Dank.

von anja am 13.09.2002, 00:24 Uhr

 
 

Antwort:

Blut im Stuhl

Ich müßte schon mehr wissen, wie soll denn die entzündete Stelle aussehen, bei einem 9 Wochen alten Kind. Was für ein Virus (?) ist es denn, damit könnte ja eine "Darmentzündung" zusammenhängen, ist eine Histologie gemacht worden? usw.
Mir kommt das komisch vor, so kleine Kinder haben in dem Bereich keine Entzündungen, außer vielleicht bei einer Gastroenteritis. Eine Invagination ist ja kein Dauerzustand, sondern ein hochakutes Ereignis. Ich kann nur nochmal sagen, dass ja offenbar kein chirurgisches Krankheitsbild vorliegt, daher sollte sich ein fachkompetenter Kinderarzt darum kümmern.

Gruß

S. Wirth

von Prof. Dr. med. Stefan Wirth am 13.09.2002

Antwort:

Blut im Stuhl

Sehr geehrter Prof. Wirth,

der Befund der Koloskopie lautet: eine Entzündung der Ileozökalklappe bei ansonsten unauffälligem Schleimhautrelief des terminalen Ileums sowie des Kolons. Dies wurde als Folge einer stattgehabten Invagination gewertet.
Der Stuhlabstrich ergab den Befund eines toxinbildenden Escherichia coli.
Vielen Dank.

von anja am 13.09.2002

Antwort:

Blut im Stuhl

Sehr geehrter Prof. Wirth,

wir haben noch mal eine Frage.
Sie haben sicher den Befund gelesen und es ist auch schwer aus der Ferne zu urteilen.
Im weiteren Klinikaufenthalt konnte keine Invagination mehr nachgewiesen werden.
Als wir wieder zu Hause waren, zeigte unser Sohn folgende Symptome:
Unruhe, Kaltschweißig, Blaß, Schreianfälle mit anziehen der Beine, leichtes Spucken der Nahrung, wennig Kraft beim Saugen und wennig Appetit.
Typische Anzeigen einer Invagination.
Außerdem wacht er im Tiefschlaf auf, mit angezogenen Beinen und schlägt sich mit beiden Händchen ins Gesicht. Sicher vor Schmerzen, dabei würde er sehr gern weiter Schlafen, aber er kommt dann nicht mehr in den Schlaf.
Mann kann Ihn nicht auf den Rücken legen
sonst fängt er gleich an zu Schreien, er möchte am liebsten den ganzen Tag getragen werden ( am Körper )und so kommt er auch kurz in den Schlaf.
Das passiert immer öfter.
Sind das ständige Invagiationen?
Ist das schon Chronisch, welche Auswirkungen hat es auf Dünn und Dickdarm? Welche Schäden kann eine ständige Invagination auslösen?
Beim letzten Auftreten sind wir in die Klinik gefahren, es konnte keine Invagination nachgewiesen werden ( langer Anfahrtsweg- beim Fahren kann sich die Invagination lösen ), es wurden aber überblähte Darmschlingen festgestellt. Was halten Sie davon und was würden Sie uns raten,Ihn die starken Schmerzen zu nehmen?
Noch eine Frage wir haben den Befund gelesen und dabei festgestellt das er ein viel zu niedrigen Hb-Wert hat- 5,9 mmol/l. Das ist doch nicht normal, oder?
Gesagt wurde uns es ist alles in Ordnung und nach telefonischen Nachfragen wegen des Hb-Wertes wurde uns gesagt das es bei Säuglingen schon mal vorkommt so einen niedrigen Wert zu haben. Damit können wir uns nicht zufrieden geben.
Schon mal- Vielen Dank für Ihre Antwort.

von anja am 22.09.2002

Antwort:

Blut im Stuhl

Wir messen den Hb-Wert in g/dl, ich kann mit Ihren Einheiten daher nichts anfangen. Rezidivierende Invaginationen sind möglich, aber doch sehr selten und dann auch nicht ungefährlich. Aber ich kann das nicht recht glauben. Sorgen Sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung und versuchen Sie, das Einschlafen nicht zu ritualisieren, sonst gewöhnt er sich das erst recht an. Ihr Kinderarzt soll nochmal eine Sonographie machen und dann soll man den weiteren Verlauf beobachten.

Gruß

S. Wirth

von Prof. Dr. med. Stefan Wirth am 23.09.2002

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