Gaby Ochel-Mascher

Kinderbetreuung in der Tagespflege

Gaby Ochel-Mascher

   

Antwort:

Wie am besten betreuen?

Ich würde an ihrer Stelle beide Varianten wählen und mich bei Krippen, wie auch Tagesmüttern bewerben. Heutzutage ist es ja schon ein Bewerben um einen freien Platz.

Warum? So halten Sie beide Möglichkeiten offen, können sehen, wo ihnen ein Betreuungsplatz angeboten wird und dann entscheiden, welchen Platz sie annehmen möchten.

Je nachdem wo sie wohnen ist es leichter oder schwerer einen Betreuungsplatz zu bekommen.
In einer Ortschaft ist es meist noch leichter an einen Krippenplatz zu kommen, weil meist die Bewerbungszahlen mit freien Krippenplätzen übereinstimmt. Doch gerade wenn man Ganztags benötigt kann es auch da schon schwer werden.
In einer Stadt ist es meist noch schwieriger.
Egal ob Ortschaft oder Stadt, es ist beides mal Glück, wenn man einen freien Platz bekommt und immer auf die Warteliste setzen lassen bzw. darauf bestehen, dass man darauf stehen bleibt, selbst bei Absage. Oftmals springen noch welche ab und dann wird ein Platz spontan neu besetzt.

Tagesmütter sind zur heutigen Zeit (nachdem Elterngeld nur 12 Monate gezahlt wird) auch oft überlaufen, haben mehr Anfragen als freie Plätze.

Es ist ganz wichtig, dass sie früh anfangen sich um einen freien Platz zu bewerben, nachhaken (regelmäßig bei den Kitas anrufen und fragen wie weit sie mit der Platzvergabe sind, denn manche Kitas sagen nicht ab). Selbst bei einer Tagesmutter muss man nachhaken, denn oftmals schauen diese sich auf einen freien Platz mehrere Kinder an und entscheiden dann, welches sie nehmen.
Und dabei ist Dringlichkeit, Angewiesen sein auf den Betreuungsplatz wegen Berufstätigkeit, kein Grund zur Aufnahme (leider).

Ich habe 2011 genau den Fall miterleben müssen. Mein Betreuungskind (geb. Juli 11) brauchte einen Betreuungsplatz. Die Eltern haben es schon zu Beginn der Schwangerschaft in Krippen und bei Tagesmüttern angemeldet, sich persönlich vorgestellt. Hoffnungen auf einen freien Platz wurde ihnen in Krippen wenig gegeben, auf der Warteliste standen sie gehäuft. Tagesmütter haben sie sich mehrere angeschaut, teilweise mit Fahrwegen bis zu 1h pro Strecke. Eine Zusage gab es kaum, dafür viele Absagen. Und dabei ist die Familie gut situiert, haben feste Arbeitsplätze, verdienen gut, usw., und haben bereits ein Kind (Jahrgang 07). Letztendlich hatte ihnen eine Tagesmutter mündlich zugesagt und dann kurz vor Vertragsunterschrift doch abgesagt,, weil ein anderes Kind besser in die Gruppe passen würde. Die mündliche Zusage diente den Eltern da gar nichts, denn sie hatten nichts Schriftliches. Mit viel Glück haben sie doch noch einen Platz dann zu September bekommen, 30 Minuten Fahrt pro Strecke, 8h am Tag Betreuung (gewünscht waren 9-10h). Sie haben es angenommen, anderes blieb ihnen auch gar nicht über (wegen ihren Jobs, beide in hohen Positionen). Im Jahr drauf bekamen sie einen freien Krippenplatz, da sie noch auf der Warteliste standen, und haben diesen dankend angenommen, weil die Fahrerei dann weg fiel.
Es machte hierbei auch keinen Unterschied, dass das Kind mit Ende des Mutterschutzes schon in die Betreuung sollte (Eingewöhnung startete mit 6 Wochen). Im Jahr drauf (mit dann gerade 1) wäre es genauso schwer geworden. Die Eltern haben oft genug gefragt, ob es am Alter läge, dass ihre Tochter keinen Platz bekommen würde. Antwort: "Nein, daran liegt es nicht. Wir haben einfach keinen freien Plätze mehr."
Die Zeiten haben sich heutzutage verändert. 2007, wo das erste Kind geboren wurde, gab es gleich mehrere Tagesmütter die gerne das Baby (auch direkt nach dem Mutterschutz) bei sich aufnehmen wollten und 10h am Tag sei gar kein Problem (sogar 12h waren machbar). Damals mussten die Tagesmutter noch um ihre Kinder kämpfen, dass sie alle Plätze besetzt bekamen, heutzutage dürfen sie aussuchen, welches Kind sie aufnehmen wollen.

Ich kann aus dieser Erfahrung nur berichten früh genug mit der Suche zu beginnen und nicht aufzugeben. Diese Familie hatte auch bereits einen Plan B aufgestellt. Der Papa ist dann doch noch für 2 Monate in Elternzeit gegangen (da wusste er noch nicht, dass sie doch einen Betreuungsplatz bekommen werden). Er hätte dann in Elternzeit gearbeitet, 25h, verteilt auf drei ganze Tage und das Kind wäre jeweils von den Großeltern seinerseits, dann ihrerseits und der Tante betreut worden. Viel hin und her und sicherlich mit der Tagesmutter besser gelöst, aber auch machbar. So hat er dann 5h am Tag gearbeitet.
Ein Au Pair hatte die Familie auch bereits angestrebt, aber aufgrund von Platzmangel (damals noch 3 Zimmer Wohnung) nicht machbar.

Ich wünsche ihnen viel Erfolg bei der Suche und bewerben sie sich auf Plätze ab August, später anfangen kann man dann immer noch.
Ich bin selbst Erzieherin in der Krippe und Anmeldungen wo als Anfangsdatum ein anderer Monat als August drauf steht, landen gleich auf einem anderen Stapel und werden erst wieder hervorgeholt, wenn doch nicht alle Plätze vergeben werden konnten bzw. zu dem Monat ein Platz frei werden sollte (eher selten der Fall). Ich werde in diesem Jahr auch ein Kind aufnehmen, welches einen Platz ab August hat, doch allerfrühestens erst Mitte September kommen wird, vermutlich sogar erst Oktober. Alles machbar, weil sie den Platz ab August angenommen hat. Hätte sie auf Mitte September bestanden hätte sie den Platz nicht bekommen. So ist das heutzutage, leider.

von Ani123 am 22.06.2014, 20:27 Uhr

 
 
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