Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

Kindergesundheit

Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

   

 

Wie lange Flour?

Mein Sohn war im März 3 Jahre und nimmt immer noch die Flour +Vitamin D Tabletten. Mein Arzt sagt er solle das Flour noch nehmen, er nimmt deshalb die Flour + Vitamin D, weil die mein Kleiner 1 Jahr auch nimmt und dann will der Große die auch. Frage schadet das Vitamin D in dem Alter. Und muss er die Flour überhaupt noch nehmen, denn der Arzt meiner Freundin sagte nur bis 1 jahr. Wir putzen jeden abend mit zahnpasta die zähne die er auch schon ausspukt. dann hab ich noch gehört Flour verhärtet das Gehirn, ist da was dran.

Zusammenfassung

Schadet Vitamin D
Muss Flour noch sein
Schadet Flour

von Minyminy am 19.06.2009, 20:30 Uhr

 

Antwort:

Wie lange Flour?

Liebe M.,
eine Überdosierung von Vitamin D kann schaden, das sollten Sie auf jeden Fall sein lassen. Fluorid bracht er dagegen weiterhin, wobei es jetzt an der Zeit wäre, auf 2 mal täglich Zähne putzen mit fluoridierter Zahnpasta überzugehen. Gleichzeitig ist es eine gute Gelegenheit, dass er lernt, dass er nicht alles bekommen muss, was der Bruder bekommt und umgekehrt - schon gar keine Medizin, das könnte auch mal gefährlich werden. Zu viel Fluorid könnte im schlimmsten Fall Flecken an den Zähnen machen, sonst wäre nichts zu befürchten.
Alles Gute!

von Dr. med. Andreas Busse am 20.06.2009

Antwort:

Wie lange Flour?

Lasst das Fluor lieber weg! Kinderzahnärzte fordern schon seit über 10 Jahren, Babys und Kleinkindern überhaupt kein Fluor zum Einnehmen zu verabreichen. In fast allen europäischen Ländern ist man da längst weg von, nur deutsche Kinderärzte empfehlen das weiterhin und stellen sich den Forderungen der Zahnärzte gegenüber taub. Fluor entwickelt seine Kariesschutzeigenschaften, wie man inzwischen weiß (wenn man sich informiert hat) nur in der äußeren Anwendung (Zahncreme). Innerlich (Tabletten) angewendet führt es zwar nachweislich zu einer Härtung der Zähne und Knochen, was aber keinen höheren Kariesschutz bedeutet dafür diese jedoch aunflexibler und anfälliger für Brüche macht. Ob auch andere Körperstrukturen (deine Frage bgzl. des Hirns) von dieser Verhärtung betroffen sein könnten, wird unter manchen Ärzten diskutiert. Bewiesen ist das nicht - das Gegenteil aber auch nicht. Damit geht das gesundheitliche Risiko deutlich über den rein kosmetischen Schaden (weiße Flecken im Zahnschmelz) hinaus.
Noch problematischer ist Viatmin D in dem Alter deines Sohnes! Die Bezeichnug "Vitamin" D lässt manche annehmen Vitamine seien ja gesund, da könn das nicht schaden. Wie man heute weiss, ähnelt Vitamin D in seiner Wirkungsweise eher einem Hormon als einem Vitamin. Das Fatale daran ist, dass der Körper überdosierte Vitamine in fast allen Fällen einfach wieder ausscheidet (dann gibt's schlimmstenfalls Durchfall), gegen ein Hormon kann sich der Körper aber nicht "wehren", er setzt es um. Dabei ist die gesamte Bandbreite des Wirkens von Vitamin D in menschlichen Körper noch längst nicht ausreichend erforscht. Die Vitamin D-Gabe ist in unseren Breiten bei Babies und Kleinkindern zur Rachitisvorbeugung wichtig. Aber auch hier zeigt der Vergleich mit Nachbarländern (z.B. Niederlande, Frankreich ), dass bei uns viel höher dosiert wird als dort und dass bei uns -unsinnigerweise- die Vitamin D-Gabe auch in den Sommermonaten empfohlen wird. Vitamin D wird haupsächlich vom Körper selbst gebildet, wenn dieser ausreichend natürlichem Tageslicht (nicht direkter Sonneneinstrahlung) ausgesetzt ist.
An einem heiteren Frühlings- oder Sommertag reicht es aus, wenn eine Hautfläche von der jeweiligen Größe der Kinderhand für ca. 10-15 Minuten dem Tageslicht ausgesetzt ist, bei einem bewölkten Tag braucht es 20-40 Minuten. So viel Aufenthalt an der frischen Luft hat doch ohnehin jedes unter normalen Verhältnissen lebende Kind! Eine zusätzliche Vitamin D-Gabe ist also unnötig. Lediglich in den Herbst- und Wintermonaten sollte man in den ersten zwei Lebensjahren mit Vitamin D-Tabletten unterstützen. Und auch hier reicht eigentlich eine halbe Tablette aus; wie gesagt in anderen Ländern sind die Tabletten sowieso viel niedriger dosiert und es gibt dort nicht mehr Rachitisfälle als bei uns.
Für Fluor- und Vitamin D-Tabletten gilt also das Gleiche was generell für den Umgang mit Medikamenten gilt: Nichts einfach mal so unüberlegt einwerfen!!!
Alles Gute!
junima

von junima am 22.06.2009

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