Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

Kindergesundheit

Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse

   

 

Impfungen

Hallo Dr. Busse!
Ich kenne Ihre Einstellung gegenüber Impfungen im allgemeinen, aber bitte äußern Sie sich noch einmal etwas spezieller.

Wir haben einen 10 Monate alten Sohn, der bisher alle 6 empfohlenen Impfungen bekommen hat. Auch die MMR-Impfung werden wir bald machen lassen. Wir selbst - mein Mann ist Mediziner - sind ausgesprochene Befürworter von Impfungen.

Ich habe jedoch eine Freundin mit einer 16 Monate alten Tochter. Sie selbst steht Impfungen skeptisch gegenüber und hat sie bisher nur gegen Polio, Tetanus und Diphterie impfen lassen. Nach einer langen Predigt meinerseits, läßt sie ihre Tochter aber doch noch mit 18 Monaten gegen Keuchhusten und HiB impfen. Ich war jetzt davon ausgegangen, daß für sie die MMR-Impfung immerhin selbstverständlich wäre. Doch leider weit gefehlt. Gegen Röteln will sie impfen lassen, wenn ihre Tochter das bis zur Pubertät noch nicht gehabt hat und gegen Masern und Mumps überhaupt nicht. Sie meint:
1. wären das nur harmlose Kinderkrankheiten und
2. wäre es für die Entwicklung eines Kindes sehr wichtig, solche Kinderkrankheiten durchgemacht zu haben und
3. wäre der Schutz gegen diese Krankheiten viel zuverlässiger, wenn die Krankheit durchgemacht worden wäre als nach einer Impfung und
4. gäbe es Folgeschäden nur äußerst selten.

Können Sie mir vielleicht ein paar Fakten und Zahlen nennen, wie ich sie noch überzeugen kann, daß auch diese Impfungen sinnvoll sind?!
Mit diesen Ansichten ist sie ja heutzutage leider nicht alleine. Impfgegner zu sein ist ja leider ziemlich "IN".

Vielen Dank!

Christi

von Christi am 18.06.2001, 18:10 Uhr

 

Antwort:

Impfungen

Liebe Christi,
die Zahlen sprechen eigentlich für sich:
bei einem von 1000 Kindern mit MAsern kommt es zu bleibenden Schäden wegen einer Gehirnentzündung und etwa 1 von 3000 stirbt daran. Ähnliches gilt für Mumps, bei dem etwa 10% eine Hirnhautentzündung mit möglichen Folgen bekommen. GAnz zu schweigen davon, dass Mumps im Jugendlichen- und Erwachsenenalter die häufigste Ursache für männliche Unfruchtbarkeit ist.
Warum ausgerechnet das Kind diese beiden gefährlichen Krankheiten durchmachen soll, um eine normale Entwicklung zu nehmen, ist mir und der Wissenschaft schleierhaft. DAs Immunsystem hat nun wirlich an den unzähligen anderen Erkrankungen genügend Gelegenheit zum Üben. Man würde sein Kind ja auch nicht über eine Autobahn schicken, damit es lernt, sich im Straßenverkehr zu bewegen.
Ich hoffe, Sie sind erfolgreich!

von Dr. med. Andreas Busse am 18.06.2001

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