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Geschrieben von Bonnie am 01.12.2019, 11:08 Uhr

Plädoyer dafür!

Für mich wäre zum einen immer das Wichtigste, dass das Kind sich wohlfühlt. Aber auch das Konzept ist nicht so ungünstig, wie Du vielleicht befürchtest.

Meine Kinder waren auch beide in einem Kiga, bei dem Selbstbestimmung absolut groß geschrieben wurde. Die Kinder hatten viele Projekt-Werkstätten, Themen-Ecken (Werkbank, Kräutergarten, Bäckerei, Turnhalle mit Roll-Fahrzeugen zur freien Verfügung, Computerecke etc.), aber alles war freiwillig. Es wurde gebastelt, aber nicht mit Anleitung, so dass sehr unperfekte „Kunst“ entstand - damit konnten Erwachsene nichts, Kinder aber viel anfangen. Es gab sogar kleine Ausstellungen und Vitrinen.

Die Kinder durften auch die Gestaltung der Räume selbst bestimmen, die Bestimmung der Räume wechseln (aus Turnecke wurde Prinzessinnenraum, aus Bauklotz-Ecke ein Verkleidungszimmer etc.). Morgens gab es eine von Kindern geleitete Kinderkonferenz, wo bestimmt wurde, wer heute bei welchem Projekt mitmachen wollte usw.

Ja, das war alles gewöhnungsbedürftig, aber als ich mal im Nachbarkindergarten zu Besuch war, wo alles „geregelt“ zuging, merkte ich, wie langweilig und wenig kreativ das war. Alles war vorgegeben, die Erzieherinnen bastelten mehr als die Kinder selbst, alles sah perfekt aus - obwohl fast alles von Erwachsenen war, und kaum etwas von den Kindern. Die ganze Atmosphäre war viel steifer und biederer, ich mochte das auf einmal nicht mehr.

Deine Sorge um die spätere Schule ist ganz unbegründet. Kinder, die sog. Selbstwirksamkeit erleben (also viel selbst entscheiden dürfen), sind auch in der Schule kompetente Kinder. Meine Kinder sind heute Teens/junge Erwachsene. Sie hatten schon in der Grundschule gute Noten (Tochter gemeinsam mit anderem Mädchen Klassenbeste), gingen/gehen aufs Gymnasium, meine Tochter hat ein „Eins-Komma-Abi“ und studiert inzwischen. Ich erzähle das nur, um die Angst vor dem „zu freien“ Kiga zu nehmen.

Wenn Dein Sohn zu Hause Struktur hat, reicht das völlig aus. Der Kiga ist dann eben der Bereich, wo er experimentieren darf - eine gute Ergänzung, denn das zu Hause ist trotz allem wichtiger. Jetzt aber schon im gesamten Tagesablauf nur an Leistung und Kontrolle zu denken, ist zu früh. Und es ist eher ein Ausdruck Deiner eigenen Angst, als einer echten Notwendigkeit. Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung machen starke Persönlichkeiten - und DIE sind es, die später gut zurechtkommen und erfolgreich sind, nicht unbedingt die Angepassten, die früh kleingehalten und diszipliniert wurden.

Versteh‘ mich nicht falsch: Ich rede vom Kiga-Alter, nicht von einer strukturlosen Schule oder so. Aber in diesem jungen Alter ist es unnötig, schon an Disziplin und Leistung zu denken, das lernen die Kinder alle erst in den ersten zwei Schuljahren - und zwar egal, auf welchen Kiga sie vorher gegangen sind!

Ein Wechsel wäre belastend, und es ist nicht gesagt, dass Dein Sohn im neuen Kiga glücklich wäre. Ich würde etwas, das gut funktioniert, nicht aus Angst zerstören. Versuche, die Vorteile der Freiheit zu erkennen, und akzeptiere, dass Dir diese ungewohnte Freiheit ein bisschen Angst macht, eh?

LG

 
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