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Geschrieben von Nieke30 am 25.05.2021, 21:31 Uhr

Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Hallöchen ihr Lieben.
Zur Zeit machen wir uns Gedanken ob es unserem Großen gut geht… Er ist jetzt fast 4 1/2.
Er macht sein großes Geschäft noch immer nicht auf der Toilette oder Töpfchen, er versteckt sich und wenn ich es nicht rechtzeitig mitbekomme oder er in der KiTa ist macht er sich in die Hose.

Noch dazu ist dass er wirklich sehr emotional ist… Wenn er z.B. etwas nicht bekommt (Süßes, ein neues Auto oder so) weint er wirklich bitterlich. Ganz selten kann er sich mal ausflippen.

Und er hat vor vielen Dingen Angst… Höhe, Unbekanntes…
Monster oder Geistes sind gar kein Thema (mehr) es sind eben eher so reale Ängste…

Muss ich mir Sorgen machen und den Arzt ansprechen?

In den letzten 1,5 Jahren ist halt viel passiert: Haus gekauft, umgezogen, neue Kita, vor einem Jahr kam das zweite Kind zur Welt, wir haben einen Hund adoptiert, Corona (wovon er lange Zeit nichts wusste)…
Ich dachte mir halt: Komm der hat viel durch, dich kürzlich wurde ich angesprochen dass er ja doch echt ängstlich und empfindlich sei. Das gab mir dann zu denken.

Was meint ihr?

 
6 Antworten:

Re: Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Antwort von Jorinde17 am 27.05.2021, 7:50 Uhr

Hallo,

ich denke, das ist alles noch im normalen Rahmen bei einem sensiblen Kind. Ein Teil des Problems ist sicher (unabsichtlich) auch hausgemacht: Du schreibst, er macht sein großes Geschäft „immer noch nicht“ auf der Toilette. Vielleicht vermittelst Du ihm auch, dass es wirklich höchste Zeit dafür wird und zeigst Dich enttäuscht oder genervt, wenn es wieder nicht geklappt hat.

Gerade Jungs sind (leider) oft erst sehr spät sauber. Und zwar oft umso später, je früher sie anfangs aufs Töpfchen gegangen sind. Mein eigener Sohn war auch so alt wie Deiner, als es allmählich klappte. Und wir haben mehrere Jungs im Freundeskreis, bei denen es bis ins 1. Schuljahr noch Pannen gab.

Was Dein Sohn jetzt braucht sind zwei Dinge: Gelassenheit und das Gefühl, in Ordnung zu sein. Sensible Kinder (ich hab gleich zwei davon) brauchen die Gewissheit, dass die Mama sie wunderbar findet, exakt und genau so, wie sie sind. Wenn andere Leute gesagt haben, eines meiner Kinder sei aber ängstlich oder schüchtern, dann habe ich im Beisein des Kindes klar widersprochen: „Nein, sie ist nicht ängstlich, sondern sogar oft sehr mutig. Sie möchte aber zuerst mal zuschauen. Vielleicht wird sie nachher mitmachen.“

So etwas habe ich immer wieder gemacht. Ich habe nicht zugelassen, dass meine Kinder einen Stempel bekommen haben („immer so ängstlich“). Sie sind perfekt, so wie sie sind, und das meine ich auch so. Heute sind sie Teenager/erwachsen. Sie sind selbstbewusst, fröhlich, trauen sich viel zu.

Vermittle Deinem Sohn also nicht, dass Du ihn insgeheim gern anders hättest als er ist: weniger ängstlich, selbstbewusster, mutiger, früher sauber. Das verstärkt seine Unsicherheit nämlich absolut zuverlässig. Sondern vermittle ihm: Ich finde dich richtig und toll, genau wie du bist. Ich vertraue dir, dass du dich sehr gut entwickeln wirst, denn das wirst du, und ich bin dabei immer für dich da.

Von dieser festen, sicheren Basis aus wird Dein Sohn sich schrittweise weiter in die Welt wagen und sich zu einem starken und selbstsicheren Menschen entwickeln. Du darfst ihn nicht zu statisch sehen, Kinder haben ein ungeheures Veränderungspotential. Man staunt oft nur, welche großen Schritte sie plötzlich machen (mit dem Schuleintritt, mit der Pubertät, im frühen Erwachsenenalter).

LG

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Re: Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Antwort von Tuja am 27.05.2021, 9:08 Uhr

Fürs griße Geschäft würde ich ihm einfach eine Windel anziehen. Auch im Kiga. Es ist für ihn bestimmt mega unangenehm, wenn er sich im dort einkotet und die anderen Kinder das mitbekommen. Windel wechseln ist für ihn deutlich angenehmer und sicher auch für die Erzieher einfacher.

Er musste in der letzten Zeit ja wirklich eine Menge mitmachen. Nur eins von den genannten Dingen kann emotionale Kinder aus der Bahn werfen und er hat jetzt das volle Paket an unangenehmen Erfahrungen bekommen: Umzug, Geschwisterchen, neue Kita mit neuen Kindern und neuen Erziehern. Das ist nicht verwunderlich, dass er jetzt nicht so ganz "funktioniert".

Wenn er so bitter weint, wenn er etwas nicht bekommt, würde ich andere Strategien entwickeln, um da raus zu kommen. Bspw kann er einmal am Tag zu einer festen Zeit Süßes bekommen. Wenn er dann nochmal fragt, kannst du sagen, dass er dann etwas Süßes bekommt, wenn die Zeiger der Uhr an der ausgemachten Position stehen bzw er schon etwas hatte und am nächsten Tag, wenn die Zeiger der Uhr die ausgemachte Zeit zeigen, er wieder etwas bekommt. Oder du gibst ihm von vornherein eine Portion, die er essen kann, wenn und wann er möchte. Darauf kann er sich, wenn du dabei konsequent bist, viel besser einstellen, als wenn es ein Glücksspiel ist, ob erwas bekommt.

Bei Angst würde ich ihm einfach beistehen und ihm gut zureden, ohne ihn zu irgendwas zu zwingen. Er muß ja nirgends hochklettern. Falls es auch bei Treppen so ist, nimm ihn an die Hand. Irgendwann traut er sich auch alleine, wenn er erstmal genug Vertrauen in sich hat. Bis dahin sei für ihn da.

Er wird sich wahrscheinlich ohnehin, aufgrund der Umstände, "wackelig" fühlen. Der Umzug und die Aufmerksamkeit mit dem Baby teilen müssen ist ganz schön viel für ein so junges Kind. Beschäftige dich so oft wie möglich mit ihm. Spielt und sprecht ganz viel mit ihm. Das vermittelt ihm Halt.

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Re: Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Antwort von Nieke30 am 27.05.2021, 10:35 Uhr

Dankeschön Jorinde für diese ausführliche Antwort und die Tipps.
Ich gebe zu dass es das ein oder andere mal bestimmt vorgekommen ist dass er gemerkt hat dass ich nicht happy war, wenn das große Geschäft in die Hose ging.
Er will ja selbst eine Unterhose tragen. Ich frage ihn natürlich ob er mal muss (er sagt immer nein ) und sobald ich merke er muss groß (man kennt ja die Zeichen) frage ich ob er eine AA Windel möchte und er will nicht, er will auch nicht aufs Töpfchen.
Da weiß ich nicht wie ich es dann so angenehm wie möglich gestalte.
Seit ca, zwei Wochen mache ich es so, dass er nach der KiTa zuhause direkt eine AA Windel parat liegen hat und die anziehen darf.
Er hat auch ein tolles Töpfchen Plätzchen, ganz schön eingerichtet so wie er es wollte und wo er wollte, er hat sich auch ein super tolles „Auto Töpfchen“ gekauft.

Das mit der „Angst“ tematisiere ich auch nicht bei ihm. Er muss auch nichts tun wovor er Angst hat. Ich werde nur hin und wieder von Freunden angesprochen, dass er ja vor vielem Angst hätte. Was ich jetzt nicht extrem empfinde. Aber da man darauf ab und zu angesprochen wird machte ich mir Gedanken ob es vielleicht zu viel wäre.

Ich danke dir sehr fürs deine Tipps und werde das auf jeden Fall beherzigen

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Re: Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Antwort von Nieke30 am 27.05.2021, 10:44 Uhr

Dankeschön Tuja für deine Antwort. Ich werde mir das mal im Hinterkopf behalten.

Fürs große Geschäft bekommt er ja Windeln, also das Angebot steht immer. Er will ja jeden Tag eine Unterhose anziehen und weiß dass er nach der Windel fragen darf wenn er muss. Aber das tut er nicht. Stattdessen kneift er manchmal den popo… und mit Höschen- Windel in die Kita will er nicht. Die anderen Kita Kinder sagen dann er ist ein Baby erzählte er mir als er noch Windel trug. Das ist natürlich dann nicht toll für ihn, also will er die unterhose. Ich möchte ihn da auch nicht beeinflussen lieber die Windel zu nehmen.
Er schläft ja auch nachts mit Unterhose und das klappt hervorragend (was ich ihm jeden Morgen sage).
Die Erzieher wissen das auch mit der Windel aber die führen natürlich eher von der Windel weg.

Ja das denke ich mir auch, dass es echt sehr viel ist für ihn was alles war… Und dass er noch viel Zeit braucht.

Gut mit den Süßigkeiten ist natürlich eine Option es so zu gestalten. Aber ich muss dazu auch sagen dass ich gar nicht möchte dass es jeden Tag Süßes gibt

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Re: Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Antwort von Tuja am 28.05.2021, 6:59 Uhr

Wegen den Sprüchen der anderen Kinder würde ich das Gespräch mit den Erziehern suchen. Auch wegen dem Umgang mit seinem großen Geschäft, vielleicht können sie ihn da anders begleiten, damit es besser klappt.

In welchen Intervallen wären Süßigkeiten für dich okay? Wenn er nicht täglich welche essen soll, kannst du ja auch nur dann welche kaufen, wenn er welche bekommen darf.
Das kannst du so mit ihm besprechen. Oder du sagst ihm genau an welchem Wochentag er welche darf und wann das soweit ist.
Ich persönlich halte nichts davon Kindern das zu verwehren, wenn welche im Haus sind. Das wirkt so wie "ich habe Süßigkeiten, aber ich gebe dir keine ab". Für ihn fühlt sich das gemein an. Deshalb würde ich dann keine kaufen, wenn er sie nicht essen soll.
Weiß er denn warum er nicht so viele essen soll?
Täglich Süßes gibt es bei uns auch nicht. Es gibt eine Schüssel für jedes Kind pro Woche. Sie können es gleich aufessen oder sich einteilen. Nachschub gibt es erst in der folgenden Woche.
Es war aber auch anstrengend das so einzuführen, muß ich zugeben.

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Re: Angst, überrmotional, Toiletten- Probleme… Alles normal?

Antwort von Frolle am 28.05.2021, 13:49 Uhr

Hej,
lass dir bitte nicht einreden, dass das Verhalten / der Charakter deines Sohnes in irgendeiner Weise pathologisch ist!!!
Für mich klingt dein Sohn nach einem ganz wunderbaren, sympathischen kleinen Kerlchen!
Meine Tochter (4) ist vielleicht ein bisschen ähnlich. Sie kann auch nicht richtig wütend werden und ist bei Konflikten eher schnell traurig und verzweifelt. Streiten, Schimpfen, ... all das kann sie kaum verkraften. Sie ist auch eher ein „ängstliches“ Kind, wobei ich diesen Begriff nie ausspreche (außer im Gespräch allein mit meinem Mann oder meiner Mutter). Wir müssen immer sehr vorsichtig sein, sie auf vieles vorher vorbereiten. Auch mit dem Stuhlgang hatte sie bis vor 2 Wochen große Schwierigkeiten.

Unsere Tochter hat in den letzten 4 Wochen plötzlich riesige Sprünge gemacht und ich bin sehr stolz. Nun klappt es plötzlich wie aus heiterem Himmel mit dem Stuhlgang in der Toilette und sie hat zB neulich alleine ein Auto an der Kasse bezahlt und es kurze Zeit später sogar wieder alleine umgetauscht und dann ein neues woanders gekauft :) Sie spricht nun auch vermehrt mit unbekannteren Personen (zB Eltern ihrer Kita-Kinder) und sie traut sich immer mal, von Baumstämmen oder so herunterzuspringen.
All das einfach so, ganz von alleine!
Ich bin mir sicher, dass dein Sohn auch mit der Zeit Fortschritte machen wird. Bis dahin kann ich dir nur raten: Lass die Leute reden! Dein Sohn ist toll! Sanftmütige Kinder ohne Aggressionen - das ist doch wunderbar! Er wird seinen Weg gehen. Und wenn du ihn dabei begleitest und ihm jeden Tag vermittelst, dass er toll ist, so wie er ist, dann ist alles gut.
Ich glaube dir, dass das mit dem Stuhlgang in der Hose wirklich nervenaufreibend ist. Aber versuche, ruhig zu bleiben, es einfach ohne großes Trara sauberzumachen und ihm zu sagen: „Ich helfe dir, das sauber zu machen. Es ist okay. Irgendwann klappt es bestimmt, dass es in der Toilette landet.“

Unsere Tochter darf übrigens jeden Tag am Nachmittag mit uns zusammen ein bisschen naschen (zB. ein Kinderriegel oder 2 Schokobons). Ich finde das okay, wenn es kleine Mengen sind. So entsteht gar nicht erst eine große Gier danach. Die Süßigkeiten sind für sie jederzeit erreichbar und manchmal nimmt sie sich was raus und legt es sich für den nächsten Tag schon bereit. Sie hat noch nie was heimlich gegessen oder zu anderen Zeiten gequengelt. Ich finde, so kann sie toll lernen, sich zu beherrschen und ihre Bedürfnisse werden jeden Tag erfüllt.

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