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Geschrieben von supermama3 am 16.03.2005, 17:17 Uhr

pfeifferisches drüsenfieber

Hallo,

kennt sich jemand damit aus. wurde heute morgen bei Lea(3) festgestellt. Plagt sich ganz schön. irgendwie finde ich nix gescheites im Netzt. Nur bei Erwachsenen.Freue mich über Infos.

Stephie

 
8 Antworten:

habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von Zzina am 16.03.2005, 23:10 Uhr

Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) bei Baby & Kind


, Fachärztin für Kinderheilkunde


Was ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) ist eine Viruserkrankung, die relativ häufig auftritt. Verursacher ist das Epstein-Barr-Virus. Man kann die Krankheit in jedem Alter bekommen. Meist sind jedoch Kinder zwischen vier und 15 Jahren betroffen. Nur selten ist die Erkrankung gefährlich, meistens verläuft sie mild.

Bei Kindern wird das Pfeiffersche Drüsenfieber oft nicht erkannt, da sie nur Symptome wie Fieber und Müdigkeit zeigen, und die Krankheit nur relativ kurze Zeit andauert. Bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann sich die Erkrankung über längere Zeit ausdehnen. Wer die Krankheit einmal hatte, ist in der Regel ein Leben lang immun.



Wie wird das Pfeiffersche Drüsenfieber übertragen?

Das Epstein-Barr-Virus wird hauptsächlich über den Speichel übertragen, zum Beispiel durch Küssen (daher das Synonym Kissing-Disease). Die Infektion kann aber auch durch Husten oder Niesen erfolgen (Tröpfcheninfektion). Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) ist sehr unterschiedlich. Bei Kindern beträgt die Inkubationszeit etwa zehn Tage, bei Jugendlichen zwischen 30 und 50 Tagen. Nicht jeder, der mit einer infizierten Person Kontakt hatte, erkrankt.

Erwachsene sind bis zu 98 Prozent immun.



Welche Anzeichen treten beim Pfeifferschen Drüsenfieber auf?



Die Erkrankung beginnt meist mit grippeähnlichen Symptomen.


Typisch sind schmerzhafte und meist dick geschwollene Lymphknoten - besonders am Hals. Es können aber auch alle Lymphknoten des Körpers betroffen sein.


Halsschmerzen mit geschwollenen Mandeln, auf denen sich ein dicker, grau-weißer Belag bildet.


Fieber


Müdigkeit, Abgeschlagenheit


Muskelschmerzen


Kopfschmerzen


Manche Kinder haben Bauchschmerzen. Die Ursache hierfür ist eine Vergrößerung der Milz und der Leber


Selten tritt ein Hautausschlag auf. Man erkennt ihn an den mit Pünktchen übersäten rötlichen Stellen am Körper.


Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann bei Kindern unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche haben hohes Fieber und fühlen sich schwer krank, andere zeigen trotz Ansteckung überhaupt keine Symptome. Krankheitssymptome halten meist ein bis zwei Wochen an. Manche Kinder sind aber noch Wochen und Monate danach müde und abgeschlagen.



Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt stellt die Diagnose anhand des typischen Krankheitsbildes. Ergänzend kann er entsprechende Blutuntersuchungen durchführen. Ein Test weist bestimmte Antikörper im Blut nach (Paul-Bunnell-Test). Diese Antikörper sind stark altersabhängig und sind teilweise im Kleinkindalter noch nicht nachweisbar. Die zweite Untersuchung ist ein sogenannter Blutausstrich, der unter einem Mikroskop beurteilt wird. Er gibt Aufschluss über ungewöhnliche Formen von weißen Blutkörperchen, die typischerweise bei dieser Infektion vorkommen. Sie sind bei fast allen Erkrankten nachzuweisen.



Wie wird das Pfeiffersche Drüsenfieber behandelt?



Eine ursächliche Therapie ist bisher nicht möglich. Der Arzt wird aber die Symptome behandeln.


Bettruhe, beziehungsweise körperliche Schonung


Warme Getränke lindern Halsschmerzen.


Kinder sollten viel trinken und leichtverdauliche Nahrung zu sich nehmen.


fiebersenkende Maßnahmen und Medikamente


Keine körperliche Anstrengung, bis die Müdigkeit verschwindet.


Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind auch bis zu vier Wochen nach der Krankheit nicht körperlich anstrengt. Zwar ist die Komplikation sehr selten, aber eine extreme körperliche Anstrengung kann zu einem Milzriss führen. Manchmal vergehen mehrere Monate, bis das Kind wieder körperlich fit ist.


Komplikationen müssen speziell behandelt werden.


Hinweis: Seltene bakterielle Superinfektionen des Pfeifferschen Drüsenfiebers sollten nicht mit dem Antibiotikum Ampicillin behandelt werden, da danach in dieser Kombination typischerweise eine allergische Hautreaktion auftritt.



Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen treten beim Pfeifferschen Drüsenfieber selten auf. Am häufigsten haben Kinder eine schwache Form der Hepatitis mit Gelbsucht. Andere Beschwerden sind:



Sekundärinfektionen mit Bakterien


Milzriss (äußerst seltene Komplikation)


Krankheiten des Zentralnervensystems (zum Beispiel Meningitis=Hirnhautentzündung, Enzephalitis=Gehirnentzündung)


Blut: Verminderung von einzelnen Blutzellreihen, weißen Blutkörperchen, roten Blutkörperchen oder Blutplättchen


Atemwege: Schwellungen von Mandeln und Rachen, die zu Atembeschwerden führen, oder Lungenentzündung


Herzmuskelentzündung



Prognose

Pfeiffersches Drüsenfieber dauert üblicherweise zwei bis drei Wochen und verläuft in den meisten Fällen unkompliziert. Nur bei etwa drei Prozent aller Fälle dauert die Erkrankung länger. Die Krankheit hinterlässt meist eine lebenslange Immunität.



Kann man der Erkrankung vorbeugen?

Es gibt keine Vorbeugung gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber.

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Re: habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von supermama3 am 17.03.2005, 15:50 Uhr

Hallo,

vielen lieben Dank,jetzt weiß ich alles . Ich hatte leider keine Zeit danach zu schauen. Bin ich ja beruhigt.

Liebe Grüße

Stephie

P.s.
Lea geht es schon besser,jetzt ist Paul wieder am fiebern.Arghh,hoffentlich ist bald Schluß

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Re: habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von like am 17.03.2005, 16:31 Uhr

Wow, das ist mal eine gute Zusammenstellung. Hab mir´s gleich kopiert, da mein Großer das hatte mit monatelangen Nachwirkungen.

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Re: habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von supermama3 am 17.03.2005, 17:38 Uhr

Hallo,

was heißt den monate lange Nachwirkungen?
stephie

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Re: habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von Janny0670 am 17.03.2005, 17:55 Uhr

Hallo!

Vielen Dank, die Info über das Pfeiffersche Drüsenfieber war klasse. Die Tochter meiner Freundin hatte das, wurde mit Penicilin behandelt und durfte 2 Tage später wieder in die Kita. Ist das normal? Find ich ganz schön fix.

LG
Janny

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Re: habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von like am 17.03.2005, 19:28 Uhr

D.h. dass er monatelang müde, abgeschlagen, unkonzentriert, lustlos war, in der Schule nachgelassen hatte. Es gibt da Berichte im Internet, dass solchen Nachwirkungen z.T. sogar jahre anhalten können (Weiß aber auch nicht, wieviel davon dann psychosomatisch ist).

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Re: habe diese gefunden, hoffe es hilft Dir ein wenig weiter

Antwort von Jo64 am 17.03.2005, 21:06 Uhr

Hallo, interessant das hier zu lesen. Mir fällt dazu ein, dass mein Sohn (wird im Aug. 5 Jahre alt) im Oktober 2002 diese Erkrankung hatte. Er fieberte über 10 Tage total hoch, musste auf Kühlmatratze gelagert werden. Wir waren 9 Tage im Krankenhaus. Seit dieser Sache (wir sind uns nach jetziger Überlegung mit meinem Mann fast sicher), hat Jonas alle 3 Wochen Fieberschübe. Es wurde noch keine Ursache dafür gefunden. Er fiebert ohne Symptome und man kann sogar die Wochentage im Kalender anstreichen. Damals wurde der Ebstein-Barr-Virus auch nicht nachgewiesen. Ich werde demnächst auf jeden Fall unsere Kinderärztin darauf ansprechen. Sie weiss sich nämlich auch keinen Rat mehr.

Danke fürs Zuhören :-)

Liebe Grüße Jana

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Sehr gerne...........

Antwort von Zzina am 17.03.2005, 22:11 Uhr

ich finde den Bericht auch sehr umpfangreich und vor allem verständlich ;o)

Schön das es Deinem Spatz heute besser geht.

Lieben Gruß und Euch allen viel Gesundheit
Kathrin
mit Michelle und Luca

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