Chronisch kranke und behinderte Kinder

Hilfe für chronisch kranke und behinderte Kinder

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Geschrieben von Sabrinau am 19.02.2003, 13:40 Uhr

Nochmal zu DS...verstehe Dich da einfach nicht

Liebe Sabine,

ich bin im Prinzip genau deiner Meinung. Natürlich hat ein behinderter Mensch genauso ein "Recht" darauf, seine Sexualität auzuleben wie ein nicht behinderter. Das stelle ich auch gar nicht in Frage! Das Problem ist doch aber, dass sie es oft nicht können, weil sich kein geeigneter Partner findet. Und das ist es dann eben, was Frust schafft!
Auch ich finde es genauso wichtig wie du, wenn behinderte Menschen als Erwachsene so gut es geht ein selbstständiges Leben führen können - vielleicht in einer betreuten Wohngruppe. Doch wie ich schon in meinem Beitrag geschrieben habe, werden für derlei Projekte immer seltener Gelder "locker gemacht". Neulich habe ich in einer renommierten Tageszeitung gelesen, dass in Berlin und Brandenburg die Subventionen für Behinderten-Verbände gestrichen wurden. Und das ist erst der Anfang! Wie lange ist der Staat denn noch in der Lage, die Kosten zu tragen?! Welche Zukunft haben denn unsere behinderten Mitmenschen in unserem Land? Kann man sich in der heutigen Zeit denn noch sehenden Auges für ein behindertes Kind entscheiden? Das sind doch die Fragen, denen wir uns stellen müssen!
Wichtig war mir einfach, noch einmal heraus zu stellen, dass auch das Leben eines Menschen mit Down-Syndrom Einschränkungen unterworfen ist. So ist schon bei der Geburt des Kindes von vorn herein klar, dass es niemals das Gymnasium besuchen, geschweige denn ein Studium aufnehmen wird. Für die meisten betroffenen Kinder ist noch nicht einmal der Besuch der Regelschule möglich. "Fitte" Down-Syndrom-Kinder können vielleicht teilweise am Unterricht einer Grundschule teilnehmen, doch auch hier werden den Eltern oft Steine in den Weg gelegt.
Sie müssen für ihr besonderes Kind vieles erkämpfen, was für andere Kinder selbstverständlich ist.
Wenn man sich als Elternteil diese Einschränkungen vor Augen führt und sich bewusst für ein Kind mit Down-Syndrom entscheidet, finde ich das bewunderns- und anerkennenswert.
Doch diese Eltern müssen sich auch vor Augen führen, dass sie sich für ein Kind entscheiden, dessen Möglichkeiten ein Leben lang begrenzt sein werden.
Wer sich darüber Gedanken macht und sich trotzdem für ein solches Kind entscheidet und auch lebenslang zu dieser Entscheidung steht und die Verantwortung dafür trägt, verdient - wie gesagt - meine Hochachtung!
Natürlich kann man jetzt noch die heikle Frage in den Raum werfen, wie viele Lebenseinschränkungen man seinem Kind "zumuten" will. Wenn ich zum Beispiel durch eine FU erfahre, dass ich einen Jungen mit Down-Syndrom erwarte und mich dazu entscheide, ihm das Leben zu "schenken", "mute" ich ihm von vorn herein zu, dass er nie Vater werden wird. Ich "mute ihm zu", dass er niemals das Gymnasium besuchen wird. Ich "mute ihm zu", dass ihm beruflich nicht alle Türen offen stehen.
Wieviel "Behinderung" ist also "zumutbar"? Nun, diese schwere Frage müssen die Eltern für sich selbst beantworten.

P.S.: Meine "Quellen": Mein tägliches Umfeld! Bekannten- und Freundeskreis, viele Kontakte zu Leuten, die mit behinderten Menschen zu tun haben, Bücher zum Thema, Internet.

 
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