Chronisch kranke und behinderte Kinder

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Geschrieben von Sabse70 am 18.10.2004, 14:29 Uhr

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

Hallo Else und Sabine,

die von mir geschilderten Todesfälle der Kinder mit Down-Syndrom sind in den 90er Jahren passiert. Eine betroffene Mutter sagte mir viele Jahre später, wenn sie das alles vorher (also in der Schwangerschaft) gewusst hätte, dann hätte sie bestimmt abgetrieben.
Der mir bekannte junge Mann, der noch Windeln trägt, ist heute über 30. Er braucht nicht immer Windeln, aber ab und zu - z. B. auf Reisen, auf Feiern etc. Lesen und Schreiben kann er nicht.

Es ist völlig richtig, was Sabine geschrieben hat, nämlich dass die Spannbreite beim Down-Syndrom sehr, sehr weit ist und die von mir genannten Störungen nicht unbedingt auftreten müssen - sie KÖNNEN es aber! Soll sich Simone darauf verlassen, dass sie zu den Müttern gehört, die ein fittes DS-Kind haben werden? Ihr Ungeborenes könnte genauso gut BNS-Anfälle bekommen etc.
Sie hat nur die Gewissheit, dass sie ein mehr oder weniger schwer behindertes Kind haben wird. Mehr nicht...

Zu Else möchte ich noch sagen: Wenn mein Kind durch einen Unfall schwer behindert wird oder durch eine Krankheit, steht es außerhalb meiner Macht, dies zu beeinflussen. Eltern können nichts dagegen tun, sie sind diesem Schicksal hilflos ausgeliefert. Es war nicht vorhersehbar, dass so etwas passieren wird. Dieses Schicksal kann man doch also unmöglich mit dem eines Elternpaares vergleichen, das ein Kind mit DS erwartet, Wahlmöglichkeiten hat und zudem in etwa weiß, was sein ungeborenes Kind lebenslang erwarten wird. Da werden meiner Meinung nach Äpfel mit Birnen verglichen!
Beim Down-Syndrom wissen die werdenden Eltern, was auf sie zukommt. Sie haben die Wahl, ob sie ein behindertes Kind haben möchten oder nicht. Ich behaupte: Kein Elternteil möchte ein geistig behindertes Kind! Einige wenige trauen sich diese Aufgabe zu, die meisten nicht. Da die Möglichkeit besteht, bei Erkennung des Down-Syndroms abzutreiben, machen sie davon Gebrauch. Bei Simones ungeborenem Kind wäre zudem mit einer schweren Folgebehinderung zu rechnen - da sie schon ein stoffwechselkrankes Kind hat, das ihre ganze Aufmerksamkeit benötigt und sie Angst um ihr Familienleben hat, hat sie sich nun mal für eine Abtreibung entschieden, was in meinen Augen völlig legitim ist.
Den einzigen, wenn auch sehr zweifelhaften, Vorwurf, den man ihr machen könnte, ist, dass sie sich überhaupt zu einem zweiten Kind entschlossen hat. Schließlich muss man immer damit rechnen, ein behindertes Kind zu bekommen - selbst wenn Schwangerschaft und Geburt top verlaufen sind.
Dann müsste sich aber jede Schwangere - bevor sie überhaupt schwanger wird, vollkommen darüber im Klaren sein, dass ihr Kind auch behindert sein könnte. In der Realität sieht das aber ganz anders aus: Die allermeisten Frauen kennen nur das Down-Syndrom, haben Angst davor und glauben, wenn diese "Gefahr" gebannt ist, sei alles in schönster Ordnung.
Wenn Frauen mit Kinderwunsch ohne "Vorbelastung" wüssten, welche Behinderungen ihr Ungeborenes alle haben könnte, würden sich die meisten von ihnen wahrscheinlich gar nicht für Nachwuchs entscheiden.
Das merke ich auch immer, wenn ich im "Schwanger - wer noch?"-Forum unterwegs bin. Die Angst vor einer Behinderung beim Kind - egal ob nun DS oder etwas anderes - ist einfach sehr, sehr groß!

Gruß,
Sabse

 
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