Chronisch kranke und behinderte Kinder

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Geschrieben von Mony am 12.12.2007, 8:30 Uhr

@ LisasMama, Achtung sehr lang!

Hallo Jacqueline,

das war bei uns ein sehr langer Leidensweg... oder ist, wie man es nimmt.
Mein Sohn ist ja inzwischen 12 1/2....

Er hatte mit 4 Jahren eine Knochennekrose in der Hüfte - Morbus Perthes und wir haben sein Verhalten, seine Auffälligkeiten immer auf diese Zeit geschoben. Die körperlichen Probleme danach waren die eine Sache - Beckenschiefstand, mangelndes Körpergefühl und Koordinationsprobleme...
Die Verhaltensauffälligkeiten die andere. Er eckte immer und überall an. Erzieherinnen im Kiga hatten gleichermaßen Probleme mit ihm wie später Lehrer. Du machst dir ja keine Vorstellungen darüber wieviele Gespräche ich im Laufe der Jahre geführt habe.
Und immerwieder habe ich gesagt, dass Gefühl zu haben, das Kind das durch die Schultür gegangen ist, ist nicht mehr das, was ich vor der Türe abgegeben habe... :o(
mein Sohn ist ein sehr aktiver Sportler. Er spielt Fußball in der besten Mannschaft des Kreises hier seiner Altersklasse und ist auch schon in einer DFB Auswahl, hat mind. 4x die Woche Training + Spiele usw.
Noch nie hat sich ein Trainer bei uns über ihn beschwert. Das er soweit gekommen ist, ist für unseren Orthopädenstab ein reines Wunder...allerdings mache ich gerade diesen Fachleuten heute große Vorwürfe, dass nie die wirkliche Ursache gefunden haben...
Vor einigen Wochen hatte ich einen Termin mit Lucas bei einem uns bis dato unbekannten Orthopäden weil er über Knieprobleme klagte. Unser "Hausorthopäde" hatte soschnell keine Termine frei und ich bin dann zu einem anderen Arzt gegangen, der wir wärmstens empfohlen wurde.
Außerdem ist er noch Sportarzt und Chiropraktiker.
Er hat meinen Sohn also untersucht und seine Knieprobleme schon auf die vielen Ops geschoben, die er hinter sich hat. Das Bein sitzt halt schief, durch die Umstellungsop´s aber er hat das Kind echt genau unter die Lupe genommen und mir halt Fragen gestellt, die mich doch sehr gewundert haben.
Er wollte wissen, ob mein Sohn:

evtl. eine Zangengeburt war, ja war
als Säugling Zwangshaltungen einnahm, ja hat er, nur auf dem Bauch gelegen und den Kopf nach hinten überstreckt,
ein Schreibaby war, oh ja, das war er
Entwicklungsschritte ausgelassen hat, ja er hat sich nie gedreht, nicht gekrabbelt
,...,
die Liste ging noch weiter viele Punkte trafen zu.
Erschreckend war das Verhalten im Schulalter.
Hat ihr Sohn:
Konzentrationsprobleme? Ja.
Hat er Lernschwächen? Ja. LRS
Bewegt er sich immer am Rand von ADS, wird er von den Lehrern gern so eingestuft? Oh ja.
Hat er soziale Probleme, Kontaktschwierigkeiten? Oh ja, Jähzorn, nicht viele Freunde...
Klagt er über Sehprobleme? Ja, er meint oft die Zeilen "tanzen" vor seinen Augen... außerdem beschwert er sich oft über den Lärm in der Klasse. Er kann den Lärm nicht filtern, schaltet entweder völlig ab oder macht halt mit...

So, laut diesem Orthopäden wäre allein schon diese Anamnese eine Diagnose.

Er hat ihn dann bewegt und gemeint, er sei eigentlich total blockiert, nicht nur im Nackenwirbel, sondern auch im Becken ( das wussten wir, haben es aber immer auf die Krankheit geschoben).

Geröntgt haben wir an dem Tag nicht mehr. Frag mich nicht warum, ich musste erst mal verdauen.

Kurz drauf hatten wir dann mal wieder ein Gespräch auch mit der Lehrerin. Diese Lehrerin hat er erst seit den Sommerferien. Und endlich (!!!!) einmal eine Frau, die sich im großen und ganzen positiv über mein Kind äußerte aber die Vermutung aussprach, sie habe das Gefühl, seine Probleme wären nicht auf die Pubertät pder irgendwas zu schieben, sondern sie habe das Gefühl, das Kind sei irgendwie blockiert.
Da hatten wir also innerhalb von wenigen Tagen zum zweitenmal dieses Wort: Blockiert.
Die Lehrerin hatte natürlich nicht KISS gemeint, aber ihre Vermutung das eine tiefere Sache dahinter steckte war natürlich richtig.

Jetzt haben wir am Freitag einen Termin bei unserer Kinderärztin um alles weitere zu besprechen.

Ihr kann ich keinen Vorwurf machen. Sie kennen wir erst seit zwei Jahren, sie ist neu in die Praxis eingestiegen.
Auch unseren alten Kinderarzt mag ich dafür nicht zur Verantwortung ziehen, er hat uns immer sehr geholfen und getan was er konnte. Er ist mal die ganze Nacht mit meinem Sohn auf der Terasse rumgewandert, nach einem Krupp Anfall, hat uns in der 60 km entfernten Klinik besucht, war immer für uns da...

Ich bin recht zuversichtlich, dass wir jetzt Fortschritte machen. Allein schon mein Wissen jetzt über die Gründe seines Verhaltens erleichtern unseren Alltag.
Ich WEIß jetzt er macht es nicht mit Absicht und das entspannt schon mal alles enorm.

So, das war jetzt aber ein Roman...

Ich hoffe ich konnte dir helfen, ansonsten wende dich hier im FGorum an TRINI. Die ist eine echte Expertin und hat auch mir viel geholfen!

Moni

 
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