Hilfe für chronisch kranke und behinderte Kinder Hilfe für chronisch kranke und behinderte Kinder
Geschrieben von zwergchen31 am 06.10.2017, 8:03 Uhr zurück

Re: Hochsensibilität

Ich bin Hochsensibel, meine Grosse(12) auch.

Sie ist beliebt, überall gern gesehen und hat dieses "magische", dass sich andere in ihrer Gegenwart wohlfühlen und sich öffnen. Sie kann Stimmungen der anderen "lesen", sich in sie hineinversetzen, ist sehr darauf bedacht, anderen nicht wehzutun(weder mit Worten noch durch Taten) und ihre Freundinnen suchen häufig Rat und Verständnis bei ihr. Sie ist sehr hilfsbereit und möchte das es allen, die sie mag gut geht. Was leider manchmal zu "Gedankenkarussellen" bei ihr führt. Allerdings ist sie sehr sanft, kaum wütend. Fühlt sich jetzt durch die beginnende Pupertät oft unverstanden und weint auch häufig deshalb.

Beispiel: Letztes Jahr gab es ein Mädchen in ihrer Parallelklasse, mit dem sie sich gut verstand. Dieses Mädchen erzählte und zeigte ihr, dass sie sich ritzen würde. Meine Tochter war geschockt und voller Sorge. Es hat sie tagelang beschäftigt, was sie nun machen kann, um dem Mädchen zu helfen, ohne sie zu "verraten". Sie hat es mir dann erzählt, wir beide haben dann die Schulsozialarbeiter hinzugezogen. Diese waren bereits informiert und fanden es toll, wie umsichtig mein Kind mit der Situation umgegangen ist. Die beiden Mädchen sind immer noch befreundet, P. vertraut meinem Kind mehr, als anderen.

Ansonsten macht sie sich gut, kommt zum kuscheln, wenn sie es möchte(sie mag es nicht, einfach so umarmt zu werden. Kenne ich von mir ^^), holt sich die körperlichen Reize durchs Schaukeln, Trampolin springen, Rollschuh fahren usw. Ihr Schmerzempfinden ist relativ gering und sie braucht diese Aktivitäten, um "sich zu spüren". Aber auch ihre Momente für sich allein, wenn ihr alles zuviel wird.

Wichtig für mich ist es, meinem Kind zu sagen und zu zeigen, ich nehme ihre Ängste und Sorgen ernst. Das sollte man ja sowieso, doch für mich war es immer am schlimmsten, wenn meine Eltern meine Sorgen oder Ängste mit "Stell dich nicht so an". abfertigten. Durch die Hochsenisibilität erahne ich oft auch Dinge schneller, meistens bevor sie passieren. Dies wurde dann immer als Spinnerei abgetan. So ein Verhalten verletzt ungemein und hindert einen, an sich selbst zu glauben. Man spinnt nicht, man KANN es einfach. Irgendwie. Unerklärlich, ich begreife es manchmal selbst nicht.

Schon immer anders: Hochsensible Leben- Das ist ein schönes Buch zur Erklärung und wie andere damit umgehen. Es gibt noch mehr Bücher, auch speziell auf Kinder zugeschnitten. Die habe ich allerdings nicht gelesen, da ich selber HSP bin und so vieles selber fühle und kenne.

Das war es ersteinmal, denke ich. Falls du Fragen hast, jederzeit gerne.
LG

 

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