Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Einschlafen an der Brust

Hallo,

mein Sohn ist jetzt acht Monate alt und schläft fast nur an der Brust ein. Wäre grundsätzlich kein Problem, wenn er nicht dabei häufig so viel trinken würde, daß er sich erbricht. Ihn einfach ins Bett zu stecken und knatschen zu lassen, scheue ich mich jedoch - mit anderen Worten: ich weiß mir keinen Rat mehr.

Den Schnuller nimmt er gar nicht, den Daumen hat er höchstens ab und zu mal kurz im Mund ohne daran zu nuckeln und ein Schmusetier oder Nuckeltuch konnte bisher auch nicht seinen Beifall finden. Er kann seinen Nuckeltrieb also nur an der Brust ausleben. Da er jedoch ein temperamentvoller und kräftiger kleiner Bursche ist, geht das mit dem Einschlafen an der Brust auch nicht so einfach und dauert oft 1,5 h. Dabei wird er zwischendurch rumgetragen und wieder gestillt, rumgetragen etc.

Manchmal ist er dann dermaßen vollgefuttert, daß es ihm sozusagen "oben wieder rauskommt" und er erbricht bestimmt schätzungsweise zwischen 200 und 300 ml.

Was soll ich bloß tun, so geht es doch nicht weiter ? Bei der Ferber Methode oder ähnlichen Vorgehensweisen habe ich einfach kein gutes Gefühl, ich will meinem Sohn kein Trauma zufügen. Es muß doch einen anderen Weg geben ?

Vielen Dank für Ihre Hilfe !

Liebe Grüße

Ilona Bender

von fuechen am 06.06.2003, 21:33 Uhr

 

Antwort:

Einschlafen an der Brust

Liebe Ilona,

Ihr Sohn hat ein Ritual. Nuckeln, trinken, herumgetragen werden, noch mehr trinken, erbrechen, schlafen usw.

Ihr Sohn wird das nicht ändern. Warum sollte er auch? Ihm geht es ja nicht schlecht dabei - er kennt nichts anderes!

Den Kreislauf können nur SIE unterbrechen. Die Ferber- Methode ist okay, man muss sie nur richtig anwenden, das heißt, sie auf das Kind anpassen.

Das heißt nicht unbedingt, dass Sie ab morgen Ihren Sohn stillen und ihn dann ins Bett packen und ihn schreien lassen! Das ist nicht gemeint!

Die Frage ist doch. wie kann dieser Kreislauf unterbrochen werden?
Könnten Sie sich mit der Idee anfreunden, ihn zu stillen bis er satt ist und dann Schluss? Dann fällt schon mal das Spucken weg!
Theater wird er auch dann machen, weil ihm ein Teil seines gewohnten Ablaufs fehlt.
Das wird einige Tage Nerven kosten und erfordert von Ihnen sehr viel Konsequenz (nämlich: nein, jetzt bist Du satt!). Aber es lohnt sich!
Vielleicht nimmt er dann ja doch den Nuckel, wenn es nichts anderes gibt?

In einem zweiten Schritt (Wochen später) kann man dann versuchen ihn in seinem Bett einschlafen zu lassen.

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 08.06.2003

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