Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Diabetes...

Hallo Frau Höfel

Haben Sie schon Erfahrungen mit Schwangerschaften mit Diabetikerinnen gemacht? Ich habe seit 19 Jahren Diabetes mellitus...

Liebe Grüße, jacky

von jacky! am 26.10.2011, 21:04 Uhr

 

Antwort:

Diabetes...

Liebe Jacky,

ja, wir haben öfter Schwangere mit Diabetes. Wichtig ist vor allem, dass der Diabetes gut eingestellt ist, denn der HbA1c verrät uns alles andere! *g

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 26.10.2011

Antwort:

Diabetes...

Liebe Frau Höfel

Vielen Dank für ihre Antwort !!

Wenn der hbA1c unter 7,5 % liegt, besteht für mich kein Risiko für Spätfolgen (laut den Ärzten). Gilt das für das Kind auch?

Liebe Grüße, jacky

von jacky! am 27.10.2011

Antwort:

Diabetes...

Liebe Jacky,

das wichtigste Ziel der Prophylaxe und Behandlung ist eine normoglykämische Diabeteseinstellung- aber wem erzähle ich das!? *g*

Dieses Ziel ist erreicht, wenn die Blutglukosewerte vor den Mahlzeiten unter 90 mg/dl, eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl, zwei Stunden danach unter 120 mg/dl liegen. In der ersten Schwangerschaftshälfte soll das HbA1c im oberen Normbereich, später im unteren Normbereich stoffwechselgesunder Schwangerer liegen (Normbereich mit 4,8 bis 6,0 %). Ich weiß nicht, ob es unterschiedliche Meßmethoden und damit unterschiedliche Referenzbereiche gibt - 7,5% ist mir nicht bekannt.

Die Schwangerenvorsorge bei Diabetikerinnen ist während der ganzen Schwangerschaft intensiver als bei stoffwechselgesunden Frauen. Die Zusammenarbeit mit einem Perinatalzentrum, das in der Betreuung diabetischer Schwangerer Erfahrung hat, sollte angestrebt werden.

Neben dem Frühultraschall zur genauen Berechnung des Schwangerschaftsalters sollte in der 20.-22.SSW eine eingehende Ultraschalluntersuchung zum Ausschluss von Organfehlbildungen durchgeführt werden.

Das zunächst vierwöchentliche Intervall von Ultraschalluntersuchungen sollte in der Spätschwangerschaft durch zweiwöchige Intervalle ersetzt werden. Hier sollte neben dem Gewicht des Kindes auch die Fruchtwassermenge beurteilt werden.

Ab der 28. SSW wird eine intensivierte fetale Zustandsdiagnostik mit Kontrolle der fetalen Bewegungen, einem CTG (Cardiotokogramm) und eine Doppler-Untersuchung empfohlen. Die Häufigkeit wird am besten individuell festgelegt.

Das CTG sollte ab der 32.-33. SSW 2x/Woche und ab der 35. SSW 3x/Woche durchgeführt werden.

Bei problemlosem Verlauf ist eine vaginale Entbindung am Termin anzustreben. Ein Austragen über den Termin hinaus sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Früher gab es oft fetale Komplikationen und diabetische Schwangere waren arg gefährdet. Heute lassen sich durch eine exakte Einstellung des BZ-Spiegels zwischen 60 und 120 mg% (3,3-6,6 mmol/l) diese Komplikationen fast vollständig verhindern.

Die fetale Gefährdung unterscheidet sich damit nicht mehr wesentlich von einer SS ohne (Gestations)diabetes.

Was passiert in Ihrem Körper?
75% des mütterlichen Blutzuckerangebotes stehen während der SS auch dem Kind zur Verfügung. Dementsprechend reguliert das Kind seinen Insulinhaushalt.
D.h., bei einem schlecht eingestellten BZ wird Ihr Kind gemästet, wird also groß, aber seine Reife hinkt hinterher! Bei einem gut eingestelltem Diabetes ist alles normal.

Ist der Diabetes schlecht eingestellt, fällt nach der Geburt das hohe Blutzuckerangebot weg, aber das Kind produziert erstmal noch Insulin für diese große Menge. D.h., es verbraucht sehr schnell seinen eigenen Blutzucker. Sinkt dieser zu tief, spricht man von einer Unterzuckerung. Dieses äußert sich durch Zittern und Blasswerden. Die Kinder müssen dann sofort mit Glucose versorgt werden.

Die Therapie des (G)DM erfolgt nach dem Blutzuckertagesprofil mit Zielwerten von unter 90 mg/dl nüchtern und unter 120 mg/dl zwei Stunden nach dem Essen.

Da Sie kein Neuling in Sachen Diabetes sind, ist diese Fachlektüre bestimmt okay für Sie!

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-020_S1_Die_aerztliche_Betreuung_der_schwangeren_Diabetikerin_05-2008_10-2010.pdf (AWMF-Leitlinie 015/20: „Die ärztliche Betreung der schwangeren Diabetikerin“, Stand: 2008, letzter Abruf: 27.10.2011)

http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mitteilungen/leitlinien/PL_DDG2010_Schwangerschaft (Praxis-Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) Stand: 2010, letzter Abruf: 27.10.2011)

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 27.10.2011

Antwort:

Diabetes...

Ja vielen Dank Frau Höfel

jetzt steht für mich erst mal auf dem Programm, wieder mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit meinem Diabetes zu schenken. Klappt im Moment ganz gut ich bin gespannt was der nächste hbA1c sagt und was dann noch kommen wird!

Liebe Grüße, jacky

von jacky! am 29.10.2011

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