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Geschrieben von Blue_Berry am 08.07.2019, 20:30 Uhr

Dogsharing

Nachdem unser Hund im Frühjahr leider viel zu früh verstorben ist, überlegen wir langsam, ob wir wieder einen Hund anschaffen wollen. Unsere Lebenssituation ist allerdings etwas anders mittlerweile. Den ersten Hund hatten wir vor meiner ersten Schwangerschaft geholt. Nun überlegen wir, ob und wann ein zweites Kind kommen soll (plus meinen Job-Wiedereinstieg) und ich fürchte mich ein wenig vor den Verpflichtungen, die ein Hund mit sich bringt. Mittlerweile weiß ich ja auch viel besser, was auf mich zukommt mit einem Hund und dem Alltag mit einem Baby und Kleinkind. Ich arbeite gerade von zu Hause, sehe das aber schon als Kraftakt, weil ich irgendwie so viel auf einmal zu managen habe.

Naja jetzt ist es so, dass unsere Nachbarn eine andere, aber ähnliche Situation haben. Sie wünschen sich auch sehr einen Hund, sind aber beruflich zu sehr eingespannt und oft 7-8 Stunden am Stück nicht zu Hause. Die Tochter ist fast erwachsen und wird noch ca. 2 Jahre hier leben. Wir haben ein lockeres, sehr freundliches aber kein besonders nahes Verhältnis.

Ich hatte die Idee schon vorher, und durch Zufall sind wir in einem Gespräch darauf gekommen, wie schön doch ein "Haushund" wäre. Man könnte ohne Stress mal in den Urlaub fahren, Ausflüge wie Zoobesuche machen bei denen der Hund nicht mit darf, wenn man mal krank ist den Spaziergang ausfallen lassen - und der Hund wäre in gewohnter Umgebung bei gewohnten Menschen betreut.

Ganz konkret schwebt uns vor, dass wir schon die Besitzer des Hundes sind, aber die Betreuung teilen (durchaus mit Plan und mehr als "mal ein Wochenende") und wir würden den Nachbarn auch gern möglichst viele Rechte zuteil kommen. Wir wollen uns demnächst treffen und in Ruhe über unsere Erwartungen und Wünsche sprechen.

Was haltet ihr von der Idee? Was wäre besonders wichtig zu beachten? Welche Rasse wäre geeignet bzw. wie würdet ihr nach einem geeigneten älteren Hund suchen? (Der Hund müsste die Nachbarkatze akzeptieren, sowie ein Kleinkind, und insgesamt dann 4 Erwachsene, 1 Jugendliche und 1 Kleinkind als Bezugsperson.) Wir leben in unterschiedlichen Etagen im gleichen Haus, außer uns wohnt niemand in diesem Hausteil. Wir haben alle Hunde-Erfahrungen.

Wir sind sehr aufgeregt und hoffen das Beste, wissen aber auch dass so ein Unterfangen sowohl viele Vorteile als auch Probleme beinhalten kann...

 
7 Antworten:

Re: Dogsharing

Antwort von Susanne.75 am 08.07.2019, 21:28 Uhr

Für den Hund finde ich es nicht gut. Bzw glaube ich, dass es für die meisten Hunde nicht gut wäre, weil kein festes Rudel da ist. Dann wäre für mich auch fraglich, ob man sich 10-15 Jahre an die Nachbarn binden möchte.

Wenn überhaupt, dann würde nur ein erwachsener Hund aus dem Tierheim in Frage kommen. Die Mitarbeiter dort beurteilen dann wenigstens ehrlich, ob oder welcher Hund dafür geeignet wäre.

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Re: Dogsharing

Antwort von Blue_Berry am 08.07.2019, 21:33 Uhr

Vielen Dank für die Rückmeldung! Das ist eine wichtige Sichtweise, bisher hatte ich gedacht dass insgesamt 6 Leute nicht zu viele für eine Bindung sind für den Hund (manche Familien sind ja alleine so groß), allerdings stimmt es natürlich das die Abläufe anders sind. Besser als Hundesitting, Pensionen oder Urlaube bei entfernt wohnender Verwandtschaft zu verbringen wäre es aber allemal denke ich.

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Re: Dogsharing

Antwort von Sommerkinder am 08.07.2019, 23:18 Uhr

Wir leben in einem Haus mit meinen Schwiegereltern, in getrennten Wohnungen, also ähnliche Situation wie bei euch.

Es wäre am Anfang undenkbar gewesen unsere Kleine bei den Schwiegereltern zu lassen, auch wenn sie sich jeden Tag mehrmals gesehen haben.
Mittlerweile (15 Monate) kommt sie gut damit klar, wenn sie den Tag mit ihnen verbringt.
Insgesamt ist unser Rudel nun 10-köpfig. 4 Erwachsene, 2 Teenager, 3 Kinder (2-6) und unser 4-Beiner - und jeden wird voll akzeptiert. Selbst unserer 2-Jähriger kann sowas wie "sitz" "platz" "nein" "komm mit"

Insgesamt denke ich, dass es langfristig gesehen auf jeden Fall möglich ist, dass ein Hund in zwei Haushalten wohnt.
Die zwei Hunde einer Freundin wohnen zeitweise nur tagsüber, manchmal sogar über Wochen bei ihrem Vater.
Ich würde ihn erst in einem Haushalt eingewöhnen, also bei euch. Danach könnte die Eingewöhnung im anderen Haushalt beginnen.

Viel Erfolg

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Re: Dogsharing

Antwort von Zava-Mamy am 09.07.2019, 0:06 Uhr

Mein Bruder hat sich einen weißen Schäferhund mit einer Familie "geteilt".
Der Hund wuchs die ersten zwei Lebensjahre bei der Familie auf. Dort gab es dann eine Scheidung und es klappte nicht mehr den Hund angemessen zu betreuen.
Sie gaben den Hund dann an meinen Bruder ab (Bekanntschaft war damals eher flüchtig über die Tochter und Entfernung der Haushalte ca. 15km). Die Familie wünschte sich weiterhin Kontakt zum Hund und bot sich für die Betreuung während Urlaub oder Montageeinsätze seitens meines Bruders an.
Der Hund gehörte nun also meinem Bruder war aber häufig über 1-2 Wochen wieder bei der Familie zu Besuch. Der Hund konnte da problemlos switchen und für meinen Bruder und die Familie war das eine Win-win-Situation. Nach 5 Jahren hat mein Bruder geheiratet und ein Baby bekommen. Sie wohnen jetzt in einer kleinen Wohnung. Das alles führte dazu, dass der Hund wieder dauerhaft zur Familie zurück kehrte (wo sich durch neue Partnerschaft etc. auch wieder etwas getan hat) und nun mein Bruder ihn ab und zu "ausleiht".
In dem Fall klappt das so sehr gut und der Hund wirkt keineswegs gestresst. Man merkt deutlich, dass er sich an beiden Orten wohl und "zu Hause" fühlt.
Natürlich kann man nicht von einem auf alle schließen. Es kommt bestimmt auf den Charakter des Hundes an, und auch inwieweit ihr und eure Nachbarn euch einig seid, was die Erziehung/Betreuung/Behandlung des Hundes anbelangt.
Ich finde eure Idee nicht schlecht und hätte selbst gerne ähnliche Möglichkeit. Ich denke dass ihr überlegt und nicht zu voreilig an die Sache heran geht und Weise entscheiden werdet.
Alles Gute!

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Re: Dogsharing

Antwort von Blue_Berry am 09.07.2019, 16:08 Uhr

Danke für die positiven Einschätzungen! Wir warten einmal das Gespräch ab, und ich denke ihr habt Recht, wenn wir uns wirklich dafür entscheiden sollten wir zumindest den ersten Monat Erziehung übernehmen (bei einem Welpen ggf. inkl. Katzen-Kennenlern-Besuchen). Ich spiele auch mit dem Gedanken, einen Hundetrainer hinzu zu ziehen den ich kenne, damit der die ersten Wochen begleiten und alle auf einen Stand bringen kann...

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Re: Für den Hund weniger ein Problem als für die Menschen...

Antwort von Windpferdchen am 11.07.2019, 10:16 Uhr

Meine Nachbarin und ihre Familie teilen sich den Hund mit ihrer Mutter, die im selben Haus in einer anderen Wohnung wohnt. Das klappt sehr gut. Insgesamt kümmern sich sechs Familienmitglieder um den Hund. Allerdings sind natürlich alle verwandt.

Ich hätte keine Bedenken wegen der Bezugspersonen für den Hund. Ich denke aber, dass so ein Projekt mit Leuten, mit denen man nicht so eng ist, sehr heikel ist. Wird man noch zwölf Jahre Tür an Tür wohnen, zieht also keiner weg? Wie sieht es mit den Steuern aus, mit den Futterkosten, mit Tierarzt? Was, wenn eine teure OP für ein paar tausend EUR ansteht?

Wenn Ihr das als Besitzer alles selbst bezahlt, ist es kein Dog-Sharing. Sondern die Nachbarn bekommen den angenehmen Part, Ihr den unangenehmen. Teilt man die Kosten, gibt's schnell böses Blut - wie immer, wenn es um Geld geht: Müsstet Ihr als Besitzer nicht mehr bezahlen? Das ist sicher eine Frage, die dann bei den Nachbarn aufkommt.

Wie wird die Aufteilung der Betreuungs- und Gassi-Geh-Zeiten aussehen? Es fühlt sich immer schnell jemand übervorteilt. Ich glaube zwar schon, dass das alles klappen kann. Dass es aber ebenso wahrscheinlich ist, dass sich das Ganze relativ bald auflöst und es dann doch nur noch Eure Verantwortung ist.

LG

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Re: Für den Hund weniger ein Problem als für die Menschen...

Antwort von Blue_Berry am 11.07.2019, 21:30 Uhr

Ja das sind auch meine Befürchtungen! Genau solche Punkte wollen wir beim Treffen besprechen. Ich bin da auch noch unsicher und erstmal gespannt auf die Erwartungen der Nachbarn. An sich ist es okay für mich, wenn wir finanziell mehr übernehmen, dafür aber eben auch die Erstbesitzer sind. Wir werden auf jeden Fall ansprechen, dass es sein kann dass wir umziehen in den nächsten Jahren. Mit dem Angebot, dann noch so weit wie möglich Kontakt zu ermöglichen, sei es als Ferienbetreuungen, aber klar, das kann passieren.

Bei unserem vorherigen Hund mussten wir übrigens oft Geld für die Betreuung zahlen. Auch die Nachbarstochter war regelmäßig gegen ein Taschengeld mit unserem Hund Gassi. Allein das diese Kosten und Sorgen ob und wie es mit der Betreuung klappt wegfallen wäre eine Erleichterung für uns, wir leben nämlich weit entfernt von unserer Familie und da wird schon ein längerer Ausflug in den Zoo (Hunde verboten) ein zeitliches Problem.

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