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Geschrieben von +emfut+ am 19.03.2011, 18:47 Uhr

@ewunia27

Aber wenn die Lehrerin eh so toll ist - meinst Du denn, sie hätte sich von so einem Bericht (negativ) beeinflussen lassen?

Ich sehe es so:
Wenn die GS-Lehrerin wirklich was taugt, dann kann sie auch den Bericht sehen - denn dann wird sie das, was da steht, richtig einordnen und bewerten.

Wenn sie nichts taugt, dann taugt sie mit und ohne Bericht nichts. Dann wird sie den Bericht vielleicht "falsch" verstehen und einen verweigerten Bericht negativ auslegen. Aber dann ist es auch schon egal.

Temi hat gerade die dritte Lehrerin in der 4. Klasse - sehr unschöne Situation, für die keiner was kann, aber das macht sie nicht besser. Aufgrund diverser Umstände hatte diese Lehrerin gar keine Berichte über die Kinder.

Ich habe also - seufzend, aber was soll ich machen? - das dritte Mal die Berichte und Diagnosen über seine ADHS und die Empfehlungen des Therapeuten an die Lehrer dazu weitergegeben. Nach einem (berichtslosen) schlechten Start klappt es jetzt (post Berichtübermittlung) plötzlich richtig gut. Sie arme Frau mußte halt "mal eben" mitten im Übertritt 21 Kinder übernehmen, die mit den vielen Lehrerwechseln selber zu kämpfen hatten und deswegen eigentlich alle etwas neben der Spur standen.

Muß denn wirklich jeder Lehrer selber herausfinden, daß Kind X mit der Sehschwäche besser vorne sitzt und Quasselkopf Kind Y besser nicht neben ebenfalls Quasselkopf Kind Z sitzen sollte und man bei Kind Q etwas darauf achten sollte, daß es nicht untergeht, weil es so still und schüchern ist? Man muß das Rad doch nicht ständig neu erfinden - und es kann durchaus hilfreich sein, wenn man über das eine oder andere Kind schon etwas weiß. Daß man das nicht fraglos übernehmen sollte - okay. Aber das unterscheidet eben eine gute von einer schlechten Lehrerin: Daß sie genau das nicht tut.

Ich kenne übrigens eine Lehrerin, die sich jahrzehntelang die Berichte über ihre neuen Erstklässler bewußt erst in den Herbstferien angeschaut hat - bis ihr bei einem Kind eine grobe Fehleinschätzung unterlief, die nicht vorgekommen wäre, wenn sie die Vorberichte gleich angeschaut hätte. War kein großes Drama - sie hat das dann sofort korrigiert. Trotzdem hat sie die Berichte die letzten Jahre bis zu ihrer Pensionierung doch schon in den Sommerferien angeschaut. Das Kind mit der Fehleinschätzung war ich. Die Lehrerin war klasse, toll und wunderbar und ich hatte bis zu ihrem Tod sehr guten Kontakt zu ihr. Aber: Auch tollen Lehrern passiert mal eine Fehleinschätzung. Da ist es doch gut, wenn man sich nicht auf seine eigene Einschätzung verlassen muß.

Gruß,
Elisabeth.

 
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