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von dhana  am 08.07.2020, 21:05 Uhr

LRS

Hallo,

die Diagnostik und der Ablauf ist je nach Bundesland unterschiedlich. In Bayern muss der Test von einem SPZ gemacht werden und dann vom Schulpsychologen anerkannt werden - oder der Test wird direkt vom Schulpsychologen gemacht.
Je nach Testwerten wird in Bayern zwischen einer (Lese-)Rechtschreibschwäche und einer (Lese-)Rechtschreibstörung (Legasthenie) unterschieden. Für den Nachteilsausgleich bei einer Schwäche kann ein Nachteilsausgleich gewährt werden - bei einer Störung MUSS dieser gewährt werden.
Und man geht davon aus, das die Schwäche behandelbar ist und wieder weg gehen kann, die Störung dagegen ist nicht behandelbar und geht auch nicht wieder weg.

Beim Test wird vereinfacht gesagt die Lese- und die Rechtschreibleistung der Intelligenz gegenübergestellt. Es findet beim Testen also auch immer ein IQ-Test statt. Jemand mit einem hohen IQ und einer mässigen Rechtschreibleistung kann also schon eine LRS haben - während jemand mit einem niedrigen IQ und schlechter Rechtschreibung vielleicht keine LRS hat.
Das verstehen die meisten Lehrer nicht - ich will gar nicht hören, wie oft ich bei meinem Legastheniker gehört habe, so schlecht ist seine Rechtschreibung gar nicht, er kann das ja gar nicht haben.... gibt ja Kinder die schreiben noch viel schlechter....


Bei meinem Sohn ist das schon sehr früh aufgefallen. Er hat eine Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung - kann man sich vorstellen, als würde er alles wie im Echo hören, da die Gehirnnerven Gehörtes unterschiedlich schnell ins Gehirn weiterleiten.
Schon im Vorschulalter hat da sein Therapeut erkannt das er Probleme hat lange und kurze Laute auseinander zu halten - Beet und Bett hörte sich für ihn gleich an.
Da war damals schon der Verdacht im Raum, das sich das zu einer LRS entwickeln könnte.
In der 2. Klasse wurde er dann getestet und die Legasthenie bestätigt.

Typisch für einen Legastheniker sind so Fehler wie db verwechseln, qp auch, spiegelverkehrte Buchstaben, Probleme mit Verdopplungen oder Dehnungen, Groß- Klein-Schreibung. Worte immer wieder andere Fehler drin - sprich mein Sohn wusste eigentlich wie auswendig gelernt wie man ein Wort schreibt - wenn er sich stark darauf konzentriere ging das auch - aber schon 2 Sätze weiter wurde es wieder falsch geschrieben. Mit üben verbessert sich da auch nichts.

War dann ein ziemlicher Kampf - gerade in der Grundschule kamen so Meinungen wie er muss halt mehr üben, es gibt auch dümmere Kinder (Aussage von seinem Klassenlehrer der 2. Klasse). Bis zum Übertritt war das ein ständiger Kampf, Nachteilsausgleich stand ihm zu, hat auch der Schulpsychologe bestätigt - aber der Klassenlehrer sah dafür keinen Grund - könnte ja jeder kommen.
Nach der Grundschule ging er 3 Jahre auf die Mittelschule - war wirklich toll, sehr engagierte Lehrer die das Selbstbewustsein von meinem Sohn wirklich prima unterstützt haben. Und ihm den Mut gemacht haben, auf die Wirtschaftsschule zu wechseln und dort seine Mittlere Reife zu machen.
Auch in der (privaten) Wirtschaftsschule war dann der Nachteilsausgleich kein Thema - und mein Sohn hat eine gute Mittlere Reife gemacht - und inzwischen ist er 18 Jahre, hat einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker und geht ihm richtig gut damit. Inzwischen ist er soweit, das er das Fachabitur noch machen will und eventuell noch ein Studium dranhängt.

Es war anstrengend, maches Schuljahr bin ich wirklich fast verzweifelt. Ein dickes Danke an die Psychologin vom SPZ, die der Grundschule damals einen "netten" Brief geschrieben hat und es so die Lehrer auch mal von anderer Seite gehört haben. Als Mutter wurde man da sehr schnell als Helikopter, überbesorgt und als nicht ernst zu nehmen abgestempelt.
Aber wenn ich meinen Sohn heute anschau - es hat sich sowas von rentiert!

Bei uns liegt es übrigens in der Familie. Nicht nur mein Sohn ist betroffen, auch beide Söhne meiner Schwester. Und mein Vater hat es sicherlich auch - wurde nur damals nicht getestet.

Gruß Dhana

 
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