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Geschrieben von Strudelteigteilchen am 29.08.2019, 16:03 Uhr

Kenne ich so ähnlich

Und ich finde die Antworten nicht hilfreich, denn auch sie schieben wieder Schuld durch die Gegend, statt konstruktiv zu helfen - das gleiche, was die Lehrerin macht.

Mein Sohn hat gefühlt seine halbe Grundschulzeit auf dem Flur verbracht. Insofern war es noch etwas extremer als bei Dir, denn ich wurde nicht mal darüber informiert. Ich erfuhr hin und wieder per Zufall, daß er wieder mal des Unterrichts verwiesen wurde. Zum Beispiel wenn ein Horterzieher (da war ich im Elternbeirat) erzählte: "Ach, neulich geisterte Ihr Sohn ja wieder durch die Gänge. Was hat er denn diesmal angestellt?" - und ich hatte keine Ahnung von nix. Dann ging ICH zur Klassenlehrerin, die mir freundlich erzählte, daß sie mein Kind in den letzten drei Wochen fast jeden Tag mindestens einmal rausgeworfen hat. Supi!

Vorteil: Zumindest erwartete von mir auch keiner, das "Problem" zu lösen. Nachteil: Von alleine ging das "Problem" irgendwie auch nicht weg. Macht nix, nach vier Jahren sind wir das Kind los, alles cremig.

Okay, ich erfuhr also - eher zufällig, siehe oben - daß mein Kind Probleme macht. Nur: Die Lösung konnte ich nicht einsam und alleine zu Hause aus dem Hut zaubern, ich brauchte die Kooperation der Schule. Denn zu Hause gab es nur wenig Probleme, ich hatte mein Kind eigentlich ganz gut im Griff. Aber von der Schule kam NIX NIX NIX. Ich schleifte meinen Sohn zum SPZ, dort gab man mir einen Fragebogen, den die Klassenlehrerin ausfüllen sollte, was sie nie tat. Ich schleifte meinen Sohn zu einem Therapeuten, der sich mit der Klassenlehrerin zusammensetzen wollte, um zu erfahren, welche konkreten Probleme mein Kind macht, das Treffen fand nie statt.

Tatsache ist: Du brauchst die Schule, um das Thema in Angriff zu nehmen. Wenn die Schule jegliche Kooperation verweigert, dann denk über einen Wechsel nach. Klar, es ist Dein Kind, das "das Problem" ist, und ohne Dich geht nix. Aber ohne die Schule eben auch nicht.

Wenn man in der "Du bist schuld, also löse das Problem!"-Schleife stecken bleibt, läuft was schief. Und letztlich leidet das Kind.

Mein Sohn ist übrigens inzwischen 18 und hat nach der Grundschule (die er übrigens mit einer Gymniasialempfehlung verließ, obwohl er ja einen nennenswerten Teil des Unterrichts verpaßt hat - blöd isser nicht, der "Problemjunge") noch weiter eine holprige Schulkarriere hingelegt. Es wurde erst besser, als ich ihn auf eine Privatschule geschickt habe. ENDLICH gab es Kooperation, ein gemeinsames "WIR schaffen das!", ein "Was können WIR alle tun, damit es besser läuft?" und kein "Reparieren SIE endlich Ihren Sohn und bringen Sie ihn erst wieder, wenn er funktioniert!" Seitdem ist das staatliche Schulsystem für mich unten durch und im Nachhinein tut es mir von Herzen leid, daß ich ihn nicht schon früher rausgenommen habe. Er hat dann auf der Privatschule eine sehr gute Mittlere Reife hingelegt, macht jetzt eine Ausbildung - im ersten Lehrjahr war er Jahrgangsbester - und will danach noch das Abi nachmachen. Ohne die Zusammenarbeit, die mit der Privatschule endlich möglich war, wäre das gründlich schiefgegangen.

An alle anderen: Ihr habt schon gelesen, daß die AP auf die Schule zugegangen ist, aber eine Zusammenarbeit abgelehnt wurde? Ja, ich weiß, die Schule ist keine Erziehungsberatung, aber wie soll eine Mutter alleine ein Problem lösen, das sie ja gar nicht "live" miterlebt und bei dem sie "vor Ort" auch gar keine Eingriffsmöglichkeit hat?

 
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