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Geschrieben von sechsfachmama am 01.04.2006, 21:37 Uhr

Ist es denn normal, dass in Arbeiten nur gelernter

Stoff bei den Fragen hingeschrieben werden darf? Ein Kind ist doch kein Automat, oder?

Beispiel: unser Großer schrieb mal eine Sachunterrichtsarbeit über das Wetter. U. a. ging es um Berufe, die vom Wetter abhängig sind - er schrieb auch: Astronaut (der kann ja nicht starten, wenn schlechtes Wetter ist) - nee, ist falsch weil: das haben wir im Heft nicht so aufgeschrieben - es geht ausdrücklich darum, was im Unterricht gelernt wurde und nicht darum, was halt sonst auch noch richtig ist, auch wenn es in noch so schlauen Büchern steht.

Oder Matheunterricht 3./4. Klasse - das Kind weiß schon, dass 5 - 10 = -5 ist, weil Mama das mal anhand des Thermometers erklärt hat. Schreibt es das aber in der Arbeit hin, so ist das falsch, weil das Kind momentan nur zu wissen hat, dass es n.l. ist. Dass das eigentlich -5 ist, hat es noch gar nicht zu wissen und somit ist das falsch. Genauso, wenn Division dran ist, das Ergebnis einen Rest von 3 (z. B.) hat, das Kind aber diese 3 dann weiter teilt und halt das Ergebnis dann mit Komma ist - nein, ist falsch, das kommt erst in späteren Klassen.

Meiner Freundin ihrer Tochter (andere GS) ist es jetzt passiert, dass sie zwar die Verben behandelt haben, aber sie hat Telefonieren groß geschrieben, weil man das ja groß oder klein schreiben kann - je nach Anwendung (so steht es auch im Duden). Nein, es ist ein Fehler, dass man das Wort groß schreiben kann, hat das Kind jetzt nicht zu wissen und Mama hat ihr das auch gefälligst nicht zu erzählen!

Hä? Sind unsere Kinder Automaten, die ausschließlich das zu lernen haben, was sie in ihre Hefte schreiben? Oder dürfen sie auch noch so kreativ sein, sich selbst Gedanken zu machen, ihr Wissen anzureichern und das dann auch im Unterricht anwenden? Manchmal versteh ichs echt nicht.

 
10 Antworten:

Re: Ist es denn normal, dass in Arbeiten nur gelernter

Antwort von Tadewi am 02.04.2006, 0:23 Uhr

Solche Arbeiten hat Olivier zwar noch nicht, aber seine Lehrerin bei der er Kunst hat wollte ihm 0 Punkte auf ein Bild mit Regenbogen geben, weil er kein blau benutz hat.
Sie miente das gehöre in einen Regenbogen und Olivier meinte daraufhin zu ihr:Kommt ja drauf an wie man ihn sieht.
Recht hat er und ich hab mich auch bei ihr beschwert. Und wenn er demnächst ein kariertes Eichhörnchen malt. Ist mir egal. Es geht doch um die kreativität und nicht darum nach Vorlage zu malen, denn das kann schliesslich jeder.

Ich finde das auch immer wieder doof, wenn ich das lese. Wieso sollen Kinder nichts so hinschreiben dürfen, wie sies wissen sondern nur nach dem Buch?

Je mehr die Kinder wissen (eben auch Sachen di man nicht direkt im Buch stehen hat) umso schöner oder nicht? Das bedeutet doch das das Kind sich näher mit dem Thema beschäftigt hat und es wirkliches Interesse zeigt?
Lehrer sind manchmal doch recht seltsame Wesen.

LG Tadewi

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Re: Ist es denn normal, dass in Arbeiten nur gelernter

Antwort von RenateK am 03.04.2006, 12:18 Uhr

Hallo Sechsfachmama,
das finde ich eine absolute Unverschämtheit, was bei Euch da läuft und ich würde da sofort mit der Lehrerin drüber reden, dass das so nicht geht, zur Not - wenn sie uneinsichtig ist - zum Rektor/in gehen. Aufgaben mit negative Ergebnis als falsch zu bezeichnene, wenn die Lösung stimmt - ich glaub ich spinn.
Gruß, Renate

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das ist ja absoluter Quark.............

Antwort von SteffiSt am 03.04.2006, 21:02 Uhr

Hallöchen,

nicht nachvollziehen kann ich die Sache mit dem Astronauten. Sowas als falsch anzurechnen finde ich daneben.

ABER, wenn im Lehrplan nun mal steht, dass die Kinder negative Zahlen und Kommazahlen noch nicht lernen, dann hat es schon seine Richtigkeit, dass es eben nicht das eine oder andere Kind anwendet!

Denkt doch auch mal an die Kinder, die es eben noch nicht können. Ich finde es richtig, wie die Lehrerin reagiert hat. Sie muß ja schließlich 1. sich an den Lehrplan halten und 2. muß sie alle Kinder auf dem selben "Level" lehren.

Mal das eine oder andere Beispiel:

- Mein Sohn (2. Klasse) kann (bedingt durch seinen Bruder 5. Klasse) ein paar Brocken englisch sprechen, in der Schule hat er aber Englisch erst ab der 3. Klasse. Es ist doch selbstverständlich, dass er nicht mitten im Unterricht englisch spricht und das für die Freizeit aufhebt.

- Mein Sohn (der aus der 2. Klasse) spielt im Handballverein, muß im Sportunterricht eben auch das machen, was andere machen, obwohl er z.B. viel "bessere" Wurftechniken hätte als die Lehrerin vorschreibt.

---mal ganz weit aus dem Fenster gelehnt:---

- Die Putzfrau darf auch nicht die Geschäftsbriefe beantworten, obwohl sie es vielleicht zuhause privat ganz gut macht.

- Der Azubi darf auch nicht die Geschäftsführung vertreten, obwohl er vielleicht die Zwischenprüfung mit sehr gut absolviert hat und es vielleicht könnte.

Verstehst Du, was ich damit sagen möchte?
Er kann ja mal einwenden, dass er es kann, aber er kann doch nicht in der 3. Klasse als einziges Kind verlangen nach der 5. oder 6. Klasse benotet zu werden. Die Kinder hatten es nocht nicht und damit muß er (und auch Du als Mutter) sich nun mal abfinden!

LG
Steffi

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Re: das ist ja absoluter Quark.............

Antwort von sechsfachmama am 03.04.2006, 21:56 Uhr

hm, mir geht es ja nicht darum, dass das Kind dann vor anderen mit seinem Wissen "glänzt" oder so, sondern einfach darum, dass korrektes Wissen, auch wenn um einige Klassenstufen weiter, einfach nicht als Fehler gewertet wird. Ich mein, wenn die einen Kinder hinschreiben 5 - 10 = n.l. ist es richtig (weil der normale Wissensstand da ist), aber wenn ein Kind schreibt, dass das - 5 ist, dann bin ich der Meinung, dass das genauso richtig ist und nicht einfach als Fehler gewertet werden darf.
Bedeutet für das Kind unterm Strich: alles was ich zuviel weiß, bringt mir nur schlechte Punkte.

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In HSU ist es bei uns auch so.

Antwort von Trini am 04.04.2006, 9:42 Uhr

Bloß nicht nachdenken!!!!
Wie Frau Lehrerin in Mathe bewerten würde, weiß ich nicht.

Trini

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Re: das ist ja absoluter Quark.............

Antwort von RenateK am 04.04.2006, 9:50 Uhr

Also ich finde abolusten Quark was StffiSt schreibt. Wenn ein Kind mit Kommazahlen rechnen kann bzw. im negativen Bereich (was mein Sohn vor Schule beides konnte), darf er das selbstverständlich in der Schule - wenn sich die Gelegenheit ergibt - von Anfang anwenden. Alles andere ist absolut demotivierend und eine Unverschämtheit. Das hat selbst unsere Lehrerin - mit der es oft genug mal Probleme gibt - eingesehen und streicht so was nicht an. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Du da sehr dringend was unternehmen musst.
Gruß, Renate

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Re: finde das eigentlich schlimm

Antwort von dhana am 04.04.2006, 10:48 Uhr

Hallo,

ich finde das eigentlich sehr schlimm - da werden die Kinder ja vom eigenständigen Denken abgehalten.
Gerade die sache mit dem Astronauten - er hat nicht nur die Frage verstanden, sondern sich auch noch eigene Gedanken dazu gemacht - sowas darf doch nicht bestraft werden!!!!
Ne, würde ich mich wehren.

Und wenn Kinder im Rechnen weiter sind werden sie jetzt auch noch bestraft dafür - versteh ich nicht - gerade an Lernzielkontrollen will eine Lehrerin doch den Wissensstand der Kinder abfragen und ob sie verstanden haben was sie machen.

Unsere Lehrerin würde das nicht groß rausstellen, das da jemand das schon ausrechnen kann - sondern es einfach mal feststellen, das ein Kind schon weiter ist - aber es auf keinen Fall als falsch einstufen.
Kinder die in bestimmten Bereichen einfach schneller sind als der Klassendurchschnitt sollten ja auch nicht demotiviert werden.

Ich würde mal ein Gespräch mit der Lehrerin suchen - und über den Sinn der Aktionen sprechen - vielleicht gibt es ja einen Grund dahinter, der nicht klar ist. Aber einfach so stehen lassen, würde ich das nicht.

Steffi

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Da widerspreche ich

Antwort von tinai am 04.04.2006, 22:48 Uhr

gerade das handballbeispiel ist super. Der Lehrer müsste genug Größe haben, Deinen Sohn gewähren zu lassen, so lange der sich nicht vor den anderen aufpflanzt und erklärt, was er alles besser macht.

Ebenso geht es mit den negativen Zahlen. Er hat ja nicht den anderen gesagt "seht her, was ich schon kann", sondern in der Rechenarbeit eine ihm bekannte Lösung hingeschrieben. Dass es dafür Punktabzug gibt, finde ich ein starkes Stück.

Zum einen sollen die Kinder angeregt werden und Interesse geweckt werden, aber dann bitte nicht mehr als der Lehrer verarbeiten kann?

Wir hatten in der Klasse zwei Muttersprachler Englisch. Die einzige Englischlehrerin, die jämmerlich gescheitert ist und von niemandem mehr ernst genommen wurde war die, die damit nicht umgehen konnte und denen erklärt hat, was richtig und falsch ist und die konnten es einfach besser!

das hat auch was mit Souveränität zu tun und immer nach den Schwächeren zu schielen ist der falsche Ansatz.

Gruß Tina

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Aha, und später im Arbeitsleben...

Antwort von Nicole-Mami am 05.04.2006, 1:26 Uhr

...wird dann selbständiges, eigenmotiviertes und engagiertes Verhalten erwartet.

Wirklich traurig, dass Kindern das, was sie im Leben später - sowohl privat als auch beruflich - weiterbringt, in der Schule so mühsam abtrainiert wird.

Im Bekanntenkreis wurde mal eine Lehrerin kritisiert - von den Eltern - die schnelleren bzw. "besseren" Schülern Zusatzaufgaben gegeben hat, damit diese sich im Unterricht nicht langweilen, während sie den langsameren bzw. "schwächeren" Schülern bei der Lösung der normalen Aufgaben geholfen hat. Das wurde ihr von den Eltern der "schwächeren" Schüler untersagt mit der Begründung, sie dürfe die "besseren" Schüler nicht bevorzugen (sowieso sehr merkwürdige Sichtweise). Dazu kann ich nur sagen: Schön dumm! Ich wäre froh, wenn die Lehrer meinem Kind die Zeit geben, eine Aufgabe "richtig" zu verstehen. Die Lehrerin hätte sich ja auch einfach am Bildungsstand der besseren Schüler orientieren können und im Klassenstoff weitergehen können, dann hätten die schlechteren Schüler Pech gehabt. Die Lösung vorher fand ich wesentlich sinnvoller, aber wenn ich das Posting von sechsfachmama und dann noch die Antwort von SteffiSt lese, dann wird mir ganz anders.

Sorry, wenn das vielleicht als Angriff klingt, aber Kindern einen gewissen Wissensstand quasi "zu verbieten", weil er nicht dem Lehrplan entspricht, na aber hallo! Mal völlig davon abgesehen, dass dieser Lehrplan sowieso dringendst überarbeitet werden sollte... Wo kämen wir denn dahin, wenn auf der Welt jeder nur den Wissenssand XY haben dürfte?!

Alles Gute und ich würde auch auf jeden Fall mit der Lehrerin sprechen und falls das nichts bringt zum Rektor gehen.

Es soll ja nicht besser benotet werden, dass er mehr weiss, es soll lediglich als richtig benotet werden und das ist eine aboslut legitime Forderung!

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Re: Da widerspreche ich

Antwort von karamell am 05.04.2006, 12:57 Uhr

ich unterschreibe mal bei tinai, praktischerweise hat sie genau das in Worte gefast was ich schreiben wollte.
Er hat ja nicht in die Klasse posaunt, daß er etwas besser weiß und das die anderen Kinder etwas "nicht ganz richtiges" hinschreiben würden. Also bitte so wird einem Kind doch jede Motivation genommen besser zu werden und zu zeigen was es kann. Würde das einem meiner Kinder passieren wäre ich sehr sauer und enttäuscht
D.

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