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Geschrieben von Schniesenase am 11.10.2019, 13:19 Uhr

Intelligenztest

Hallo xlandix,

ich stimme vielen, was hier geschrieben wurde, grundsätzlich zu: Die Probleme des Kindes bzw. zwischen Schulrealität und Kind sollten von Dir ernst genug genommen werden, dass Ihr als Eltern größere Anstrengungen für Hilfe unternehmt.

Meine Tochter hat einen hochbegabten Freund in der Klasse. Er las mit Schuleingang Sachtexte mit schwierigen Wörtern fließend, konnte nicht nur die Namen, Größe usw. der Dinosaurier nennen, sondern er hatte eine globale Vorstellung von den Erdzeitaltern (und wie die Erde dann jeweils aussah, Kontinente und alles) und konnte die Dinosaurier diesen Zeitaltern zuordnen, inklusive einem Zahlenverständnis, wie lange das her bzw. von einander entfernt war. Das mit den Dinos ist nur ein Beispiel, es gibt viele ähnliche Beispiele. DAS ist Hochbegabung. Du kannst nur selbst abschätzen, ob Dein Kind in so eine Kategorie fällt. Hochbegabte Kinder, deren Hochbegabung ignoriert wird, KÖNNEN in der Schule auffällig werden, wenn sie sozial-emotional hinterherhinken, sie müssen es aber nicht. Dennoch bedeutet dauerhafte Langeweile im Unterricht eine sehr große Belastung für sie und muss vermieden werden. Das geht nur in guter Zusammenarbeit. In der Ausbildung von GS-Lehrern fehlt der Umgang mit Hochbegabten oder extrem Minderbegabten weitgehend bzw. wird nur viel zu kurz angerissen. Das System gibt den Lehrerinnen in ihrem Rahmen auch wenig Spielraum. Den Wasserkreislauf konnte meine Tochter übrigens mit 5 auch schon beschreiben, und sie ist vermutlich nicht hochbegabt; pfiffig, gut begabt, aber nicht außergewöhnlich. Weit entfernt von ihrem hochbegabten Freund.

IQ-Tests müssen nicht umsonst mit Vorsicht genossen werden. Außerdem geben sie nur einen Hinweis, wie es in exakt dem Alter ist, in dem sie angefertigt werden. Das kann sich nämlich auch ändern. Der IQ ist eine Momentaufnahmen, nicht statisch. 120 ist unterer Rand der außergewöhnlichen Begabungen. Interessanter ist die Frage, ob das im Rahmen besonderer Teilbegabungen auftritt oder global und wie damit nun umgegangen werden kann. Sonst nützt einem die ganze Testerei nichts.

Aufmerksam wäre ich bei der Diagnose aus dem autistischen Formenkreis bzw. AD(H)S. So verständlich es ist, dass Ihr nicht gleich umstrittene Medikamente ins Kind stecken möchtet, so notwendig ist es aber doch, (ggf. auch therapeutische) Wege zu finden, ihn zu unterstützen, denn spätestens mit Schulbeginn fängt für diese Kinder fast immer ein übler Leidensweg an.

Mein Rat wäre wie der von Cube: Meldet ihn nach Absprache und Überweisung mit dem Kinderarzt beim SPZ an und lasst ihn umfangreich testen und untersuchen. Öffnet Euch für das Thema! Lernt dazu und helft dem Jungen, indem Ihr angeratene Schritte geht, das muss nicht in erster Linie Medikamentation sein, es gibt viele Möglichkeiten, ihm zu helfen. Fatal fände ich, wenn Du jetzt der Lehrerin gegenüber mauerst, ihr also notwendige Infos vorenthältst und auch nicht grundlegend mit ihr zusammenarbeitest. Wenn der Junge Anspruch z.B. auf zusätzliche Betreuung hat, hat das die Lehrerin und die ganze Klasse voller Kinder auch, denn sie alle leiden unter der Situation, nicht "nur" Dein Sohn. Ich sehe es schon als Deine/Eure elterliche Pflicht an, sich grundlegend damit zu beschäftigen, Beratung wahrzunehmen und entsprechende Schritte zu gehen.

Psychologen kann man wechseln, wenn sie nicht passen. Hier ist es wichtig, dass die Chemie stimmt und Vertrauen besteht.

Alles Gute für Dein Kind und alle Beteiligten!

VG Sileick

 
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