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Geschrieben von Schniesenase am 16.03.2020, 22:43 Uhr

Huch...

Hallo Ursel,

das ist genau das, was mich in den letzten Jahren umtreibt; das Aushalten des Andersseins. Für mich selbst ist das weniger Problem. Ich habe das Anderssein immer ausgehalten, mich nie für anderer Vorstellungen geändert oder verbogen, auch wenn das häufiger auch mal traurige Gefühle (gerade in der Jugendzeit) verursacht hat oder auch echte Nachteile, aber das war ich, das ging nicht anders.

Mit Kind merke ich, dass dies noch einmal eine ganz andere Qualität bekommen hat. Es ist eine Menge Druck von außen in bestimmte Richtungen spürbar, und ich bin, wie mein Kind, äußerst empfindsam, merke jede Erwartungshaltung, selbst wenn die Leute sie für sich behalten. Jetzt geht es nicht mehr nur um mich, sondern auch um mein Kind. Und das wählt einen anderen Weg als ich. Sie ist sehr extrovertiert und braucht irgendwie mehr die Anerkennung der anderen. Andererseits benötigt sie den Rückzug und das Abarbeiten des Erlebten. Mir fällt es bisweilen schwer, sie da nicht unterstützen zu wollen, was dann ziemliches Reinreden wäre. Sie muss doch ihre eigenen Wege damit finden. Wir sprechen darüber. Das Problem, dass sie sich oft unverstanden fühlt, kann ich ihr natürlich nicht wegreden, will ich auch nicht, Lösungen kann ich ihr auch nicht vorschlagen, denn das wären eben MEINE, nicht ihre Wege, damit umzugehen, und sie muss die eigenen finden. So ist das manchmal schwierig für mich, zuzuhören, zu verstehen, winzige Hinweise zu geben, wohin man auch schauen könnte und bisweilen ohne ihr Wissen als Bollwerk davor zu stehen, wenn es sie doch überfordert (z.B. Klassenfahrt), oder auch einfach ins Gespräch zu kommen, alternative Sichtweisen mit den Lehreren zu philosophieren. Auch die müssen ja ihre eigenen, authentischen Wege gehen können.

Das ist unheimlich spannend. Aber ich kann eben nicht mehr zu mir sagen: "Macht doch, was Ihr wollt, ich mach' es eben SO." Da ist noch eine kleine Maus dazwischen, die bedacht sein will. Eben die richtige Mischung aus MEINS und Kompromiss finden.

Ich sehe es auch so, dass die Lehreren vor allem das Glück des Kindes sehen, wenn sie forcieren, es müsse mehr Zeit in der Schule verbracht werden (z.B, Nachmittagsbereich). Ich habe aber auch Zweifel, ob sie nicht eben hier doch uniformieren. Ich merke, dass unser Kind zumindest aktuell nachmittags noch immer besser zu Hause spielt (ggf. auch draußen herumbutjert) als in der Schule zu sein und schrecklich erschöpft nach Hause zu kommen. Manche Kinder brauchen dies, andere anderes. So war es schon immer, und so müssen wir sie abholen; kreative Lösungen für individuelle Kinder/Menschen.

Danke für Dein Mitphilosphieren!

LG Sileick

 
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