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Geschrieben von Nachtvogel am 14.01.2020, 1:32 Uhr

Begabtenförderung an der Schule

Hallo!
Mich würde interessieren, wie das an der Grundschule eurer Kinder gehandhabt wird.
Für unser Kind haben wir eine private Schule gewählt, die familiär ist und die sich auf die Fahnen heftet, individuell auf die Kinder einzugehen.
Nun, im 3. Schuljahr ist es zwar etwas besser als in den beiden davor aber die Bilanz ernüchtert mich dann doch etwas. Es gibt Förderung für die Kinder, die mehr Zeit brauchen, um den Stoff zu erfassen, als üblich ist an vielen Schulen. Aber mein Kind, das bereits vor der Einschulung sehr weit war, bekommt das Gleiche zum Bearbeiten vorgelegt, wie alle anderen, obwohl es keinerlei Herausforderung ist.
Nachdem wir zwei Jahre lang den Pädagogen vertraut haben, die meinten, es sei alles gut, unser Kind aber immer lustloser und unmotivierter wurde, haben wir ab Sommer begonnen, ihn zuhause zuhause zu fördern, weil das sehr motivierend für unser Kind ist, während es in der Schule gelangweilt ist.
Weil die Schule noch dazu mit relativ hohen Kosten verbunden ist haben wir auch über einen Schulwechsel nachgedacht.
Es gäbe auch schon die Zusage von einer Schule, an der unser Kind zwei Tage geschnuppert hat, die eine Aufnahme zugesagt haben, wenn wir zustimmen.

Wie ist es an eurer Schule mit der Förderung von Kindern, die den Stoff sehr schnell und leicht bewältigen?

Danke für Rückmeldungen,
Nachtvogel

 
14 Antworten:

Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von Loretta1 am 14.01.2020, 6:43 Uhr

Hallo,

ich kenne hier Kinder, die haben ein- oder mehrmals ein Schuljahr übersprungen, an einer normalen Regelgrundschule. Und ich kenne zwei Kinder, die an einer besonderen Begabten-Schule sind. Diese hat einen längeren Fahrtweg und vorher werden diverse Tests dort gemacht, bevor die Schulzusage kommt. Die Kinder sind dort sehr zufrieden. Die Kinder, die an der normalen Grundschule und Gymnasium Klassen übersprungen haben, sind vom Stoff her auch zufrieden, allerdings haben sie wenig Freunde in ihren Klassen gefunden, gelten als Außenseiter lt. eigener Aussage.

Lg, Lore

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von memory am 14.01.2020, 7:12 Uhr

Hier wurde Unterricht im Drehtürmodell angeboten , das hat solange geklappt bis ständig Lehrer krank , schwanger, und was weiß ich waren . Dann sollte das Kind bei verschiedenen Olympiaden teilnehmen ( nat. ohne Vorbereitung seitens der Schule, die wollte dann nur bei der Siegerehrung genannt werden ). Naja...Fazit : Die Zeit wurde abgesessen und sehnsüchtig auf,s Gymnasium gewartet. Auf dem Gymnasium macht er nun auch den Stoff von höheren Klassen in best. Fächern. Ich würde immer das Gesamtbild sehen und den Leidensdruck. Auf Dauer immer extra Aufgaben zu machen , selbst knifflige, ist irgendwann auch für das schlauste Kind doof. Da kann ein Schulwechsel , wo es noch mehrere " schlaue" Kinder gibt und der Unterricht schon anders strukturiert und " flotter" ist , durchaus sinnvoll sein.

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In diesem Fall...

Antwort von Lillimax am 14.01.2020, 8:55 Uhr

In Eurem Fall war die Privatschule vielleicht eine ungünstige Wahl. Denn auf einer Regelschule hätte Dein Kind ein Schuljahr überspringen können, das ist meist überhaupt kein Problem. Es wäre dann von der gemeinsamen Eingangsstufe (1. und 2. Schuljahr werden ja vielerorts zusammen unterrichtet) direkt in die 3. Klasse gewechselt. So ist das auch gedacht: Langsame Kinder können ein Jahr länger in der Eingangsstufe bleiben, schnelle Kinder können sie um ein Jahr verkürzen.

Ein Wechsel würde jetzt nur Sinn machen, wenn man mit der Schulleitung den Sprung in die 4. Klasse (ggf. sogar jetzt zum Halbjahr oder erst im Sommer) vereinbaren könnte. Wie realistisch das ist, weiß ich nicht, ich würde mal mit Leitern in Frage kommender Schulen telefonieren.

Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit, Dein Kind privat sehr zu fördern: Es gibt schon für Kinder Sprachkurse, Junior-Uni-Kurse, Workshops in vielen Bereichen usw. Einfach mal recherchieren.

LG

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Überspringen?

Antwort von Caot am 14.01.2020, 11:08 Uhr

Klasse überspringen ist wohl keine Option?

Eigentlich ist Förderung/Forderung nicht von der Schule abhängig, sondern vom Lehrer. Der kennt ja die Klasse und die Bedürfnisse seiner Schüler. Entweder eine Lehrer fördert/fordert und differenziert oder er macht das eben nicht.

Was sagt denn die/der KL?

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von cube am 14.01.2020, 11:27 Uhr

Erst mal wäre wichtig zu wissen, ob euer Kind in allen Fächern weit voraus ist oder ob es nur einzelne Fächer betrifft.
Springen macht ja nur Sinn, wenn ein Kind überall voraus ist. Ansonsten würde es mehr Sinn machen, es in den "guten" Fächern besser zu fördern/herauszufordern.
Und auch von der sozialen Reife.
Ich würde erst noch mal mit Schule sprechen, was denn gegen Springen sprechen würde bzw. ob diese dazu so gar nicht bereit wären.
Geht da gar nichts würde ich über einen Schulwechsel nachdenken - wobei ihr da eben genau besprechen solltet, wie euer Kind dort gefördert würde, sollet auch der Sprung noch nicht genug sein.

Unser Kind ist an einer Montessori-Schule - da ist es eher einfach, die "Überflieger" zu beschäftigen bzw auch ein Springen stellt kein Problem dar.
In der Klasse unseres Kindes ist auch ein "Überflieger" - der aber nicht springt, da soziale Reife nicht so gegeben. Er wird anders gefördert - das pädagogische Konzept der Schule lässt das auch zu, wenn ein Kind trotz überdurchschnittlicher Begabung zur Zeit kein Springer-Kandidat ist.

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von Jomol am 14.01.2020, 11:54 Uhr

Ich glaube, daß das mit der zuständigen Lehrerin/ dem Lehrer steht und fällt. U. U. würde es gehen, daß Ihr nochmal mit der Schule sprecht und Extramaterial mitgebt? In unserer RegelGS machen das manche Lehrer von selbst, daß sie für die Kinder unterschiedliche Aufgabenblätter mitbringen. Insofern würdet Ihr mit einem Schulwechsel, wenn es nicht gar besser ist, zumindest sparen.
Jetzt nach der Hälfte der 3. Klasse gleichzeitig die Schule zu wechseln und zu springen halte ich persönlich für zu spät. Dann würde sie ja in ein paar Monaten in die 5. Klasse kommen sollen und da würde ja in den meisten Bundesländern das Gymnasium anfangen. Ich kann mir auch schwer vorstellen, daß das bürokratisch ohne Endjahreszeugnis 3. Kl./ Halbjahreszeugnis 4. Kl. was wird, falls man es überhaupt will.
Grüße,
Jomol

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Da muss ich jetzt tatsächlich mal widersprechen ;)

Antwort von Caot am 14.01.2020, 11:57 Uhr



Das kluge Kind muss nicht! in allen Fächern weit voraus sein. Es würde reichen, wenn es das Potential hat, schneller zu lernen als der Rest.
Wobei nicht immer ein Sprung die Not lindert. Denn schnell lernen kann ich ja immer, egal wo ich stecke. Daher wäre primär das Ziel und da bin ich bei Dir, dass individuell gefördert/gefordert/differenziert wird. Gelte übrigens für alle Kinder.

Eine Montessori-Schule ist da mit Sicherheit etwas besser aufgestellt - schon vom Konzept her - als eine normale GS.

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von Maca am 14.01.2020, 12:29 Uhr

Hallo,


“Wie ist es an eurer Schule mit der Förderung von Kindern, die den Stoff sehr schnell und leicht bewältigen?“

Die beiden klassischen Förderkonzepte sind:
1.Enrichment (vertiefendes oder themendifferentes, zusätzliches Aufgabenangebot im Unterricht)
2. Akzeleration (beschleunigtes Lernen z.b durch Klassensprung)

Ein begabtes Kind, was sich in seinem Klassenverband grundsätzlich wohlfühlt, wird eher nach guter Binnendifferenzierung verlangen.
Das fordert die Lehrkraft und klappt leider nur gut, wenn diese dazu bereit und befähigt ist.
Es reicht nicht aus, einfach nur Zusatzaufgaben auszuhändigen.
Auch fitte GS-Kinder brauchen ein Feedback, Lob, Hilfestellungen (bei komplexen Aufgabenstellungen, um Frustration zu vermeiden) und die Möglichkeit, ihre Lösungsstrategien nachvollziehbar darzulegen.
Sie wollen als Lernende genauso wahrgenommen werden, wie alle anderen Schüler auch und eben auch von der durch die Lehrkraft ausgeschütteten Zuwendung, im besten Fall, gleich viel erhalten.
Kann eure Schule das leisten?
Bis jetzt eindeutig nicht.

Ich würde ernsthaft über einen Wechsel nachdenken.
Die Förderung ausschließlich auf die Freizeit zu verlagern, finde ich dem Kind gegenüber unfair. Warum sollte es stoisch die Langeweile am Vormittag ertragen müssen?
Welche Sinnhaftigkeit würde es dann noch mit Schule assoziieren, die über die rein formale Anwesenheitspflicht hinausginge?

Ein Klassensprung hilft vor allem kurzfristig sehr gut.
Er sollte aber (meiner Meinung nach) nur vorgenommen werden, wenn die Akzeptanz diesbezüglich in der Schule sehr hoch ist.
Wenn er von den Eltern gegen Widerstände durchgeboxt wird, besteht die Gefahr, dass das Kind nachhaltig unter dem völlig unnötigen Druck steht, den “Lehrern etwas beweisen zu müssen“.

LG

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Re: Da muss ich jetzt tatsächlich mal widersprechen ;)

Antwort von cube am 14.01.2020, 13:11 Uhr

Ja, da hast du Recht - das hab ich zu oberflächlich ausgedrückt.
Danke für die Ergänzung :-)

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von lubasha am 14.01.2020, 13:54 Uhr

in der Grundschule hat es weniger mit der Schulr als mit der Lehrerin zu tun.

hier ist eine sehr engagierte Lehrerin bei dem kleinen
es gibt Zusatzmaterial, recht spannend gestaltet
Kinder bekommen on top die Wochenpläne. die ersten dürfen eine Kleinigkeit aus der Kiste nehmen

wer fertig ist.. darf spielen
sie machen Vorträge zu spannenden Themen
und
sollen sich melden, wenn die Aufgaben zu einfach sind

in der Klasse 1 hat mein Kind sich für spielen entschieden
in der Klasse 2 für Wochenplan mit Geschenk
in der Klasse 3 für Wochenplan, Vorträge und andere Aufgaben

es geht sehr motiviert zur Schule

meine Ältere hatte andere Lehrerin.. gleiche Schule
das Kind hatte eine Klasse übersprungen.. was genau 2 Monate Aufholen und Lücken Schließen bedeutete
dann war das Kind wieder mit Abstand am weitestem
Klasse 3 und 4 waren langeweilig
aber
es war ihr wichtig, sozial gut aufgenommen zu werden
sie ging zur Schule wegen Freunden und Pausen
Schulstoff lernen war nix

aber

sie ging gerne hin
wegen den Freunden
andere Schule wäre da nicht richtig

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von Winterkind09 am 14.01.2020, 14:23 Uhr

Die Schule meiner Kinder hatte für die besseren Forderuntericht angeboten.... z.B. spezielle Matheaufgaben...
Das wurde inzwischen aufgrund Lehrermangel abgeschafft. Die Mittlere macht z.B. in Mathe immer nur die schweren Aufgabenstellungen. In der Klasse meiner Tochter wird mit Arbeitsplan unterrichtet, der kann auch mal völlig unterschiedlich ausfallen. Der Große fördert sich selbst und liest Bücher über Elektrotechnik, Motoren oder was ihn noch so interessiert. Manchmal könnte schon mehr gefordert werden.
Ich hoffe auf der weiterführenden Schule wird es besser... dummerweise kennen die Kinder schon viele Versuche aus dem Chemie, Physik- und Biounterricht...
LG

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Re: In diesem Fall...

Antwort von Nachtvogel am 14.01.2020, 20:49 Uhr

Das sehen wir auch so, dass unser Kind nicht zur Schule passt bzw. das Kind nicht zur Schule. Leider. Im Nachhinein wünschte ich, die Lehrerin(nen) hätten ganz offen gesprochen in den ersten zwei Jahren, dass sie diese Art von Förderung oder Forderung, die es in unserem Fall gebraucht hätte, nicht anbieten (wollen). Dann hätten wir uns gleich für einen Schulwechsel entschieden.
So wurde uns immer gesagt, es läuft alles normal in der Schule, nur sehen wir das nicht so, die aktuelle Lehrerin auch nicht, aber sie findet, wir sollten in der Freizeit für Auslastung und Kurse sorgen.

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von Nachtvogel am 14.01.2020, 22:42 Uhr

Dein Beitrag beschreibt sehr schön, was ich eigentlich für mein Kind suche bzw. unter „individueller Förderung“ erhofft hatte - bloß habe ich nicht so schöne Worte dafür :-)

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Re: Begabtenförderung an der Schule

Antwort von icki am 15.01.2020, 16:19 Uhr

Wir haben riesen Glück mit unserer Lehrerin! Es ist eine katholische Grundschule. Wir hatten auch überlegt eine Privatschule zu wählen, jedoch uns dann doch dagegen entschieden weil nicht gegeben war ihn dort aussergewöhnlich zu fördern. Auf Privatschulen gehen ja mittlerweile alle Kinder, bunt gemischt, nicht nur die reichen und schönen :-)
Und wir wussten das die Grundschule sehr viel fordert. Die Klassenlehrerin kommt ursprünglich von einem Gymnasium und weiss unseren Sohn zu fordern und fördern.
Er erhält Material aus höheren Klassen und ist glücklich und zufrieden.
VG

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