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Geschrieben von MamaMalZwei am 08.03.2007, 9:41 Uhr

Alle Kinder auf einer Schule?

Hallo zusammen, habe gestern und heute zwei Leserbriefe in der Zeitung gelesen, die ich doch bemerkenswert fand: Kann es sein, dass das Land Niedersachsen dabei ist, das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs zu kippen?
Wenn ich das richtig verstanden habe, sollen in Zukunft alle Kinder (das betrifft die Förderbereiche Sprechen und Lernen)- ob mit Förderbedarf oder ohne - in einer Grundschulklasse sitzen. Ob Bedarf da ist oder nicht, soll eine Clearingstelle feststellen, die Sonderschulpädagogen sollen dann direkt in die Grundschule vor Ort kommen. Ist ja alles ganz schön und gut, aber haben die Leute sich das gut überlegt? Die Grundschullehrer sind doch gar nicht dafür ausgebildet, Kindern mit massiven Sprachstörungen helfen zu können. Noch dazu sind die Klassen mit bis zu 30 Kindern so vollgepackt, dass schon "normale" Kinder hinten runterfallen. Wie soll das erst werden, wenn Kinder mit auditiven Wahrnehmungsstörungen oder ähnlichen Beeinträchtigungen in der Klasse sitzen? Weiß jemand Genaueres?

 
7 Antworten:

Re: Alle Kinder auf einer Schule?

Antwort von RenateK am 08.03.2007, 9:50 Uhr

Hallo,
ich finde das grundsätzlich sehr gut, da ich es falsch finde, Kinder überhaupt auseinanderzusortieren (auch nach der 4. Klasse übrigens, ich bin klar für die Einheitsschule, unter Einschluss der Gymnasien). Allerdings müssen für das oben angesprochene Modell die Randbedingungen stimmen. Die Sonderschulpädagogen sollen ja in die Schule kommen, damit ist ja Unterstützung da und dann sollte es auch, die Frage ist aber, ob das mit einer ausreichenden Stundenzahl geschieht. Das geht aus der Info oben nicht hervor. Da ist nämlich wohl zu befürchten, dass da Einsparungen vorgenommen werden sollen.
Gruß, Renate

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Re: Alle Kinder auf einer Schule?

Antwort von MamaMalZwei am 08.03.2007, 11:51 Uhr

Hallo Renate, klar, ich bin auch dafür dass alle Kinder zusammen unterrichtet werden, um Toleranz zu lernen. Aber ich habe inzwischen mit einer Mutter gesprochen, bei der das so ablief: In Zukunft soll die Sprachheilschule nur noch für die "hoffnungslosen" Fälle da sein. Alles andere wandert in die 2- oder 3zügige Grundschule mit einem Förderlehrer, der 1-2 mal pro Woche für 2 Stunden kommt.
Ich hatte mich außerdem gewundert, als mich Freitag eine andere Mutter ansprach, deren Kinder Probleme haben mit der Sprache wegen immer wiederkehrender Mittelohrentzündungen und die mit den kids schon diverse OPs hinter sich hat. Der Junge ist ganz normal eingeschult, es ging um das Mädchen und plötzlich sagt sie: "Für die Sprachheilschule ist mein Kind zu schlau!" Dass dort nach den Grundschulrichtlinien unterrichtet wird, war ihr vollkommen unbekannt.
Wer Probleme mit dem Zuhören und Sprechen hat, ist in der Grundschule ganz schnell aufgeschmissen, wenn er Störschall nicht wegfiltern kann. Sitzt er dann noch an einem Gruppentisch schräg vorn oder hinten, wird Aufmerksamkeit zum großen Problem. Da ist es besser, in einer kleinen Klasse mit einem ausgebildeten Lehrer zu sitzen, damit wenigstens die Grundbegriffe des Deutschen und der Mathematik sitzen. LG

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Re: Alle Kinder auf einer Schule?

Antwort von RenateK am 08.03.2007, 12:05 Uhr

Hallo,
1 -2 mal pro Woche für 2 Stunden den Speziallehrer reicht natürlich wirklich nicht aus - das hört sich nach einer reinen Sparmaßnahme an und ist überhaupt kein Fortschritt. Das hast Du natürlich recht. Grundsätzlich wäre es meiner Meinung nach möglich, auf Sonderschulen (weitgehend?) völlig zu verzichten, allerdings müssten dann in den betroffenen Klassen vermutlich grundsätzlich zwei Lehrer sein und danach sieht es nach diesen Plänen wirklich nicht aus.
Gruß, Renate

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Re: Alle Kinder auf einer Schule?

Antwort von LeeAnn am 08.03.2007, 21:03 Uhr

Hi,
also bei uns wird es schon so praktiziert.
Mit mehr oder weniger Erfolg...wenn Du mehr wissen willst, mußt Du genauer fragen...
VG
LeeAnn

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ist bei uns schon so

Antwort von KaMeKai am 09.03.2007, 8:30 Uhr

Hallo
auf der Grundschule meiner Kinder gibt es pro Klasse 2 I-Plätze. Da die Schule 5-zügig ist, sind also pro Jahrgang 10 Kinder mit besonderen Bedürfnissen da. Es kommen Sonderschulpädagogen in die Klassen, davon profitieren die anderen Kinder auch.
LG
Kathrin

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Re: Alle Kinder auf einer Schule?

Antwort von MamaMalZwei am 09.03.2007, 9:40 Uhr

Hallo zusammen, erst mal danke für Eure Antworten. Ich habe den "Unterschied" auch schon praktisch erfahren, so ist das nicht: Kinder, die in den ersten Jahren eine besondere Förderung auf einer Schule mit kleinen Klassen hatten, schafften öfter einen höheren Schulabschluss als solche, die diese Förderung nicht hatten. Denn all die Kinder, die ich kenne (und das sind nicht gerade wenige), die mit Förderbedarf auf der Regelschule waren, erhielten nach vier Jahren eine Hauptschulempfehlung. Gut, die Eltern haben sich nicht danach gerichtet und die Kinder auf die Realschule geschickt, aber dort hatten (haben) diese Kinder große Probleme.
Das kann doch nicht im Sinne der Kinder sein!
Außerdem beklagten sich die Eltern über eine mangelnde Förderung ihrer Kinder in der Regelschule, die wurden zum Teil wegen Raummangels von Förderlehrern im Flur unterrichtet. Wenn es aber darum geht, mit der Schulleitung zu sprechen, sind diese Eltern plötzlich ganz klein, sie wagen es nicht, laut zu werden. Statt dessen kommen sie dann zu uns (wir haben eine Elterngruppe) und motzen da.
Ich hatte immer gedacht, mit unserer Tochter - erst Sprachheilschule, dann Regelschule und dann Gymnasium - etwas besonderes zu sein. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es einige Kinder gibt, die diesen Weg eingeschlagen haben, sie sind zwar an zwei Händen abzuzählen innerhalb von 5 oder 6 Jahren, aber immerhin. Besser als 100 Prozent dieser Kinder auf der Hauptschule versauern zu lassen. LG

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Bei uns im Kreis...

Antwort von Trini am 12.03.2007, 8:22 Uhr

ist man auch gerade dabei, die Sprachheilgrundschule zu schließen.

Da es ein Landkreis ist und die Zahl der Lehrer sich nicht verändern wird, haben die Kinder dann in ihrer Heimatschule eine Wochenstunde beim Sprachheillehrer und die Lehrer werden für's Auto fahren bezahlt. *totaleffektiv*

Man kann Integration auch übertreiben!!!
Letztlich leiden beide Seiten darunter.
Auch die Nicht-I-Kinder.

Trini

Übrigens, die Lebenshilfe e.V. kämpft ganz massiv GEGEN die Integration der Behinderten, weil die einfach ANDERES für's Leben lernen müssen als nicht behinderte kinder.

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