Schwere Infektionskrankheiten

- gibt’s die überhaupt noch?
 
 
Leider ja, doch die Frage ist berechtigt. Wir Kinderärzte in der Praxis bemerken, dass wir uns zunehmend seltener um Kinder kümmern müssen, die aufgrund einer bakteriellen Infektion schwer erkrankt sind.
 

 

Hirnhautentzündung, Lungenentzündung, schwere Mittelohrentzündung

Diese Krankheiten haben viel von ihrem Schrecken verloren,
da sie in den letzten zwei Jahrzehnten immer weniger die Gesundheit und das Leben von Kindern und Erwachsenen bedrohen.
 
Inzwischen können sich manche junge Eltern schon gar nicht mehr vorstellen, dass ihr Kind an einer so schweren Infektion erkranken könnte. Wenn man die zurückgedrängte Bedrohung jedoch ganz aus den Augen verliert, könnte das fatal enden. Denn diesen Rückgang an schweren bakteriellen Infektionskrankheiten haben wir alleine den modernen Konjugat-Impfstoffen zu verdanken und dieser Schutz bleibt natürlich nur erhalten, wenn möglichst alle Kinder geimpft sind.
 
 
Der erste große Erfolg war die Impfung gegen HIB - Bakterien (Hämophilus influenzae Typ B) womit z.B. die schwere Form von Croup, an der früher Kinder qualvoll erstickten, praktisch vollständig verschwunden ist. Mit der Impfung gegen Meningokokken Typ C lassen sich 1/3 dieser Verursacher von schweren Hirnhautentzündungen ausradieren.
 
Die größte Erfolgsgeschichte der letzten Jahre schreibt die Impfung gegen Pneumokokken mit dem 7-valenten Konjugatimpfstoff:
 
 
 
Die Zukunft ist schon da:

13 ist mehr als 7 und
schützt doppelt so gut!

 
Der direkte Nachfolger des bewährten 7-valenten Impf-
stoffs gegen Pneumokokken
wurde erweitert und kann
gegen 13 Typen von Pneumokokken schützen. Und das in der bewährten Qualität und mit der Sicherheit des bisherigen 7-valenten Impfstoffes!

VIDEO: Pneumokokken-Impfstoff

 
 
 

7-valente Konjugatimpfung gegen Pneumokokken - eine Erfolgsgeschichte!

Pneumokokken sind gefährliche und "schleimige" Gesellen. Denn sie tarnen sich gegenüber dem körpereigenen Immunsystem mit einer Schleimkapsel, die als "Tarnkappe" funktioniert und es unserer Abwehr schwer macht, sie zu bekämpfen.
 
Deshalb sind Pneumokokken heutzutage für den wesentlichen Teil der schweren Infektionen verantwortlich: Hirnhautentzündung (Meningitis), Blutvergiftung (Sepsis) und Lungenentzündung (Pneumonie) gehen häufig auf ihr Konto.
 
Aber auch die schweren und immer wiederkehrenden Mittelohrentzündungen werden besonders häufig von Pneumokokken verursacht. Sie heilen nicht ohne antibiotische Behandlung ab und führen nicht selten zur chronischen Entzündung und zum chronischen Erguss im Mittelohr. In diesen Fällen ist oft Schwerhörigkeit die Folge. Bei vielen Kindern müssen vom HNO-Arzt Paukenröhrchen gelegt werden, damit das Mittelohr besser belüftet wird und abheilen kann.
 
Die Behandlung mit Antibiotika gegen Pneumokokken ist aber nur die zweitbeste Lösung. Abgesehen davon, dass Pneumokokken bei häufigem Antibiotikagebrauch rasch resistent werden können, kann eine Behandlung nicht bei jedem Patienten Leiden und schwere Folgen verhindern.

Vorbeugen ist besser als heilen!

Dieser Grundsatz gilt hier ganz besonders: Etwa 2 Drittel weniger schwere Krankheiten durch Pneumo-
kokken bei den geimpften Kindern sind deshalb ein großartiger Erfolg der 7-valenten Konjugatimpfung. Und das in der kurzen Zeit ihrer allgemeinen Einführung im Juli 2006!
 
Wir Kinderärzte merken aber auch bereits in unserer täglichen Arbeit in der Praxis, dass wir weniger Kleinkinder mit schweren Mittelohrentzündungen behandeln müssen. Auch diese Tatsache ist mit Sicherheit auf die Impfung zurückzuführen.
In den USA, wo schon im Jahre 2000 die 7-valente Konjugatimpfung gegen Pneumokokken eingeführt wurde, hat man bei den geimpften Kindern über 40% weniger Kinderarztbesuche wegen Mittelohr- entzündung gezählt.
 
Dies alles geht einher mit einer hochgradigen Sicherheit dieser Pneumokokkenimpfung, die bei intensiven Nachbeobachtungen der Impflinge nicht nur breiten Schutz gegen invasive Erkrankungen sondern auch beste Verträglichkeit bewiesen hat.

In Zukunft noch besserer Schutz durch Erweiterung des Impfstoffs:

Die Wissenschaft ruht nicht - sie hat allen Pneumokokken den Kampf angesagt.
 
In Zukunft werden wir deshalb unsere Kinder noch besser schützen können, denn der bewährte 7-valente Impfstoff gegen Pneumokokken wurde erweitert und kann in Zukunft gegen 13 Typen von Pneumokokken schützen.
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Und das in der bewährten Qualität und mit der Sicherheit des bisherigen
7-valenten Impfstoffes, denn die Herstellung des Impfstoffes erfolgt im selben Labor.
 
Erste Untersuchungen in vielen Ländern, darunter auch bei deutschen Säuglingen, haben beste Ergebnisse gezeigt. Wir Kinderärzte freuen uns, jetzt ein noch breiteres Schutzschild gegen schwere Krankheiten bei Kindern zur Verfügung zu haben.
 

Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse    

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