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Impfschutz vor Pneumokokken
für ältere Kinder


mit besonderen Krankheitsrisiken
Seit 2006 wird für alle Säuglinge und Kleinkinder bis zum 2.Geburtstag die Impfung gegen Pneumokokken mit einem Konjugatimpfstoff empfohlen.
 
Sollte Ihr Kind schon älter sein und noch keinen Impfschutz gegen Pneumokokken besitzen,
kann es unter bestimmten Voraussetzungen auch nach dem 2. Geburtstag noch gegen die von Pneumokokken verursachten gefährlichen Erkrankungen mit einem Konjugatimpfstoff geschützt werden.3

Impfschutz gegen Pneumokokken mit einer Dosis nachholen

Diese "Nachholimpfung" gefährdeter Kinder wird von der Ständigen Impfkomission STIKO vom vollendeten 2. bis zum vollendeten 5.Lebensjahr bei Vorliegen bestimmter Grunderkrankungen empfohlen. Dazu gehören Kinder mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, Fehlen der Milz, Sichelzellanämie, Krankheiten der blutbildenden Organe, HIV, chronischen Herzkreislaufkrankheiten, Lungenkrankheiten, Zuckerkrankheit, chronischen Nierenkrankheiten und neurologischen Krankheiten (Anfallsleiden) sowie Krebserkrankungen.
In der Regel wird der Kinderarzt bei diesen Krankheiten von sich aus die Impfung gegen Pneumokokken mit einem Konjugatimpfstoff empfehlen. Unabhängig von dieser Empfehlung der STIKO kann jeder Kinderarzt je nach der individuellen gesundheitlichen Situation eines von ihm betreuten Kindes ebenfalls die Nachholimpfung gegen Pneumokokken empfehlen.
 
Da einer der beiden Konjugatimpfstoffe gegen Pneumokokken bis zum vollendeten 17.Lebensjahr zugelassen ist, kann der Arzt in speziell von ihm zu begründenden Fällen auch noch gefährdete Kinder- und Jugendliche über 5 Jahre damit schützen.
 
Es kann gute Gründe geben, auch die älteren Kinder mit einer Impfung zu schützen. Denn nicht nur für die Kleinsten sondern auch für größere Kinder besteht bei ihren vielen Kontakten zu anderen Kindern das Risiko einer Pneumokokken-Infektion. So kann bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren das Risiko einer Pneumokokken-Infektion um das Dreifache erhöht sein, wenn sie einen Kindergarten oder eine Krippe besuchen. Die Pneumokokken-Übertragung kann überall passieren, die Bakterien werden nach Hause gebracht und können dort Geschwisterkinder, Eltern und Großeltern gefährden.

Welche Krankheiten werden durch Pneumokokken verursacht?

Die Pneumokokken-Bakterien sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Erkrankungen bei Kindern. Vor Einführung der allgemeinen Impfung im August 2006 waren mindestens 800 Kinder bis 5 Jahre in Deutschland pro Jahr davon betroffen und am häufigsten die Kinder unter 2 Jahren. Besonders gefährliche und durch Pneumokokken verursachte Krankheiten sind Meningitis (Hirnhautentzündung) und die mit einer Sepsis (Blutvergiftung) einhergehende schwere Lungenentzündung.1
 
Pneumokokken sind aber auch für über 30% der Mittelohrentzündungen verantwortlich und sie verursachen Nasennebenhöhlen-Entzündungen, die manchmal ebenfalls schwere Folgen haben können. Pneumokokken-Infektionen sind zwar mit Antibiotika zu behandeln, bei schweren Infektionen kommt aber die Behandlung nicht selten zu spät.2 Ein Problem ist auch die zunehmende Unempfindlichkeit (Resistenz) der Pneumokokken gegen die üblichen Antibiotika.

Wie viele Krankheiten kann man mit der Impfung verhindern?

Sechs Jahre nach Einführung der generellen Impfempfehlung in Deutschland hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle von schweren invasiven Pneumokokkenerkrankungen bei Kindern unter zwei Jahren ungefähr um 2/3 reduziert.4
Auch die Fälle der durch Pneumokokken verursachten Mittelohrentzündungen sind seit Einführung der Impfung deutlich zurückgegangen.5
 
Die Impfung gegen Pneumokokken schützt aber nicht nur Ihr geimpftes Kind sondern auch Sie selber und weitere Kontaktpersonen wie z.B. Oma und Opa, für die Pneumokokken ebenfalls ein hohes Risiko darstellen. Denn aufgrund der geimpften Kinder kommt es zu einem Herdenschutz: Kontaktpersonen können sich weniger anstecken. Auch das hat sich bereits eindrucksvoll in wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt.4

Wie gut wird der Konjugat-Impfstoff gegen Pneumokokken vertragen?

Wie alle modernen Impfstoffe wird auch die Pneumokokken-Impfung gut vertragen und es kommt nur selten zu Nebenwirkungen wie z.B. Unleidlichkeit, Appetitmangel, Schläfrigkeit und Fieber, das nur sehr selten über 39 Grad lag.

Wird die Impfung von der Krankenkasse bezahlt?

Da die STIKO die Impfung gegen Pneumokokken jenseits des 2. Geburtstags nur bei Kindern mit besonderen Krankheitsrisiken empfiehlt, wird sie von den Krankenkassen im Regelfall auch nur bei den betroffenen Kindern bezahlt. Bei entsprechender ärztlicher Begründung kann es Ausnahmen geben.
 
Wenn Sie Ihr Kind impfen lassen möchten oder auch weitere Fragen haben, dann drucken Sie sich diese Seite bitte aus und nehmen sie mit zu Ihrem Kinderarzt.
 
1 Epi Bull 28/2001, Epi Bull 31/2006
2 Dupont et al., Evolving microbiology of complicated acute otitis media before and after introduction of the
   pneumococcal conjugate vaccine in France, 25. April 2010, MMWR, Prevention of Pneumococcal Disease:
   Recommendations of the Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP), April 1997
3 Epidemiologisches Bulletin 30/2010
4 van der Linden et al., ICAAC 2012
5 Imöhl MJ et al., DGPI 2012
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