Laktoseunverträglichkeit - häufig nach Magen-Darm-Infekten

Laktoseunverträglichkeit - häufig nach Magen-Darm-Infekten

Manchmal vertragen Kinder von heute auf morgen plötzlich keine Milchprodukte mehr. Kaum haben sie einen Kakao getrunken, ein Milcheis oder Schokolade gegessen, bekommen sie Bauchweh, Blähungen oder gar Durchfall. Sie können die Laktose, also den Zucker in der Milch, nicht mehr so rasch verdauen - und das obwohl sie vorher nie Probleme damit hatten.

Eine plötzliche Laktose-Unverträglichkeit ist im Kindesalter gar nicht so selten und tritt oft als Folge von Magen-Darm-Infekten auf. Die gute Nachricht ist aber, bei Kindern ist sie - ganz im Gegensatz zu den Erwachsenen - meist nur vorübergehender Natur. Nach ein paar Wochen milcharmer Kost ist das Problem bald wieder "gegessen."

Was ist eigentlich Laktoseunverträglichkeit?

Laktose ist Milchzucker. Damit der Milchzucker im Darm aufgespalten und verwertet werden kann, benötigen wir ein bestimmtes Enzym namens Laktase. Fehlt es, gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm und fängt dort an zu gären. Das führt zu den typischen Problemen wie Bauchdrücken, Übelkeit, Blähungen und Durchfall. Kinder haben dieses Enzym normalerweise von Geburt an, ansonsten könnten Sie auch keine Muttermilch verdauen, die ebenfalls Laktose enthält. Manchmal kommt es allerdings vor, dass die Enzyme, die zur Milchverdauung nötig sind, bei einem Magen-Darm-Infekt Schaden nehmen.

Vorübergehende Laktoseintoleranz

Bei einer Magen-Darm-Grippe, wie sie bei Kindern eben häufig vorkommt, entzündet sich die Darmschleimhaut. Dabei können für die Verdauung wichtige Zellen wie beispielsweise auch das Milchverdauungs-Enzym Laktase zerstört werden. Nach Durchfall-Erkrankungen kommt es deshalb öfter zu einer vorübergehenden Milchunverträglichkeit. Ist die Ursache, die Entzündung, beseitigt, erholt sich die Darmschleimhaut meist ganz von alleine wieder. Manchmal dauert das aber ein bisschen.

Was kann man tun?

Lassen Sie bei Ihrem Kind einfach eine Zeitlang die laktosehaltigen Milchprodukte weg und beginnen Sie nach ein paar Wochen vorsichtig damit, sie wieder einzuführen. Für milchzuckerfreie Ernährung gibt es im Handel laktosefreie Milch- und Milchprodukte und inzwischen sogar laktosefreie Kindermilch. Übrigens lösen nicht alle Kuhmilchprodukte die gleiche Reaktion aus. Viele Kinder können Milchprodukte mit niedrigem Laktosegehalt - das sind z.B. fast alle Käsesorten, Butter, Joghurt oder Quark - trotzdem vertragen.

Ist eine Laktoseunverträglichkeit gefährlich?

Nimmt ein betroffenes Kind Milchzucker zu sich, bekommt es zwar Verdauungsprobleme, aber ein dauerhafter Schaden oder gar ein allergischer Schock sind nicht zu befürchten. Man muss hier auch ganz klar den Unterschied machen zu einer Kuhmilcheiweiß-Allergie, also einer Unverträglichkeitsreaktion auf das Eiweiß der Milch, die mit einer Laktoseintoleranz nicht verwechselt werden sollte.

Laktoseintoleranz bei Jugendlichen und Erwachsenen

Ein angeborener Laktasemangel ist zum Glück sehr selten. Mit zunehmendem Alter verlieren aber viele Menschen die Fähigkeit, Milchzucker rasch zu verdauen, wieder, da die Natur die Ernährung mit Milch für "ausgewachsene Säugetiere" eigentlich nicht vorgesehen hat. Zwar hat sich bei uns Mitteleuropäern durch viele tausende Jahre von Viehzucht und Milchwirtschaft ein Gen entwickelt, das die Fähigkeit, Milchzucker auch nach dem Kindesalter noch verdauen zu können, weitergibt. Doch nicht jeder hat diese Veranlagung geerbt. Streng genommen wäre das, was wir als Laktoseintoleranz verstehen, bei Erwachsenen also eigentlich der Normalzustand.

Soll man lieber generell auf Milch verzichten?

Kuhmilch jetzt grundsätzlich zu verteufeln wäre völlig verkehrt. Milchprodukte gehören zu den wichtigsten Eiweißlieferanten und enthalten fast alle Vitamine von A bis K, außerdem das für die Knochen so wichtige Kalzium, Magnesium, Folsäure, Jod und Zink. Milch ist deshalb auch für größere Kinder - und selbst für Erwachsene - noch sehr gesund. Allerdings braucht ein Menschlein nach dem ersten Geburtstag lange nicht mehr so viel davon wie in den ersten Lebensmonaten. Ein Glas Milch oder Kakao pro Tag und ein Joghurt oder Stück Käse reichen, um den Tagesbedarf zu decken. Zu viel macht aufgrund des ebenfalls reichlich enthaltenen Milchfettes dick und belastet auf Dauer die Nieren. Wer also unter einer Laktoseunverträglichkeit leidet, sollte nicht einfach auf Kuhmilch verzichten, sondern den Bedarf an Kalzium und Co. über laktosefreie Milchprodukte decken.

Mehr über Ursachen, Auswirkungen und Diagnose von Laktoseintoleranz und die besten Tipps zu laktosearmer und laktosefreier Ernährung lesen Sie in unserem Special.

Weitere Themen:

Kindergesundheit - gesucht, gefunden ...!

Kindergesundheit von A bis Z

Unsere Tipps vom Kinderarzt
Kindergesundheit - gesucht, gefunden ...!
Mobile Ansicht

Impressum Team Jobs Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2019 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.