Husten - bei Kindern oft sehr hartnäckig

Husten - bei Kindern oft sehr hartnäckig

In der kalten Jahreszeit jagt oft ein Erkältungsinfekt den anderen. Bei Kindern vor allem im Kindergartenalter ist das noch kein Grund zur Sorge, sondern eigentlich eher die Norm. Leider. Denn das Immunsystem muss üben und üben und die vielen unterschiedlichen Erkältungsviren erst mal kennenlernen. Wenn da nur dieser lästige Hustenreiz nicht wäre!

Bei einigen Kindern schlägt sich jede Erkältung und jeder grippale Infekt immer gleich auf die Bronchien. Die Folge ist ein hartnäckiger Husten, den manche den ganzen Winter durch nicht mehr richtig loswerden. Und der Kind und Eltern vor allem nachts vom Schlafen abhält.

Warum husten wir überhaupt?

Husten ist genau wie Niesen ein angeborener Schutzreflex des Körpers, damit kleine Fremdkörper, die in die Atemwege eingedrungen sind, möglichst schnell und effektiv wieder heraus katapultiert werden. An sich ist Husten also eine sehr gesunde und sinnvolle Körperfunktion. Bei einer Erkältung läuft der Schleim aus der Nase vor allem nachts durch den Rachen hinunter in die Bronchien. Durch den Husten versucht der Körper, den Schleim wieder heraus zu befördern. Hier liegt der Grund, warum Kinder, die für Husten anfällig sind, auch bei jedem Schnupfen gleich wieder zu husten beginnen. Und warum der Husten nachts, im Liegen, immer besonders schlimm ist.

Was hilft gegen nächtlichen Dauerhusten?

Bei einer Erkältung mit Husten helfen abschwellende Nasentropfen oft besonders gut - auch gegen den nächtlichen Dauerhusten. Sie verhindern nämlich ein Stückweit, dass ständig Schleim aus der Nase in die Bronchien läuft. Außerdem sollten Sie Ihrem Kind viel zu trinken geben, denn wenn die Schleimhäute gut befeuchtet sind, funktioniert auch das Abhusten besser. Sie können Ihrem Kind dazu einen speziellen Hustentee geben, aber auch jeden anderen Früchte- oder Kräutertee, den es gerne mag. Gut gegen Husten helfen z.B. Tees aus Malve, Fenchel, Thymian, Anis oder Huflattich.

Halten Sie die Luft im Kinderschlafzimmer möglichst kühl und feucht, denn trockene Heizungsluft reizt die empfindlichen Bronchien zusätzlich. Lüften Sie dazu das Zimmer abends noch einmal gut durch und legen Sie zusätzlich ein feuchtes Tuch auf den Heizkörper.

Schleimlöser oder Reizstiller?

Das Thema Hustensaft ist immer wieder ein Reizthema. Die Werbung verspricht mit speziellen reizstillenden und/oder abschleimenden Präparaten, den Husten schnell und effektiv zu vertreiben. Leider funktionieren dies häufig nicht so wie gewünscht. Der beste - natürliche - Hustenreizstiller ist ein Löffelchen Honig, das haben repräsentative Studien ergeben. Allerdings dürfen Sie Ihrem Kind Honig erst nach dem ersten Geburtstag geben. Als sehr guter natürlicher Schleimlöser wirkt ein Brustwickel mit warmem Schweineschmalz. Fragen Sie bei Ihrem Metzger nach, der hat Schmalz normalerweise immer vorrätig. Das klingt vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig, ist aber erstaunlich effektiv. Alternativ können Sie Ihrem Kind auch einen Quarkwickel machen.

Viel Trinken - das Beste bei Reizhusten

Häufig wird trockener, anhaltender Reizhusten aber gar nicht durch verschleimte Bronchien ausgelöst. Auch eine Rachenentzündung kann die Ursache für das permanente Kratzen im Hals und den nervigen Hustenreiz sein. Alle Maßnahmen zum Abschleimen inklusive Hustensaft nützen dann natürlich nichts. Den entzündeten, feuerroten Rachen kann man meist recht deutlich erkennen, wenn das Kind den Mund weit aufmacht. Hier hilft nur das ständige Befeuchten des Rachens, also viel trinken oder Hustenbonbons lutschen. Letzteres natürlich nur, wenn Ihr Kind alt genug ist, dass es sich daran nicht mehr verschlucken kann.

Überempfindliche Bronchien

Etwa 10% aller Kleinkinder in den ersten zwei Lebensjahren leiden an "überempfindlichen Bronchien", wir sprechen dann von "Hyperreagiblem Bronchialsystem". Dabei kommt es ähnlich wie beim Asthma bronchiale bei jedem Reiz zur Verengung der Bronchien und zu vermehrter Schleimbildung. Die Folge ist anhaltender und vor allem nachts und bei Anstrengung quälender Husten sowie pfeifende Geräusche bei der Ausatmung bis hin zu echter Atemnot. Auslöser sind in den meisten Fällen die üblichen Luftwegsinfekte, bei älteren Kindern können auch Allergien z.B. gegen Hausstaubmilben oder Pollen als "Reiz" wirken. Mit dem Alter lässt diese Überempfindlichkeit bei den meisten Kindern nach, nur bei wenigen entwickelt sich später ein richtiges Asthma. Die Behandlung besteht aus Medikamenten zum Inhalieren oder Einnehmen, die die Bronchien erweitern. Bei gehäuftem Auftreten werden zusätzlich entzündungshemmende Medikamente eingesetzt.

Wann mit Husten zum Arzt gehen?

Bei auffälligen Atemgeräuschen oder gar Atemnot und immer dann, wenn zum Husten noch andere Symptome kommen wie Fieber oder Ohrenschmerzen, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Außerdem auch dann, wenn Sie das Gefühl haben, den Husten mit den normalen, oben genannten Mitteln nicht mehr in den Griff zu bekommen. Und wenn Ihr Kind starke Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit oder Teilnahmslosigkeit zeigt.

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