Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben

Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben

Heute Morgen ist die fünfjährige Lisa mit dicken, roten Kaninchenaugen aufgewacht. Ihre Mutter macht sich Sorgen: Reagiert Lisa plötzlich auf etwas allergisch oder hat sie sich vielleicht im Kindergarten angesteckt? Womöglich liegt es auch am gestrigen Schwimmbadbesuch?

Rote, entzündete, tränende Augen deuten meist auf eine Bindehautentzündung hin, und die kann bei Kindern ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Woran erkennt man eine Bindehautentzündung?

Eine Bindehautentzündung (medizinisch "Konjunktivitis") ist eine Entzündung der dünnen Hautschicht, die das Weiße im Auge und die Innenseite der Augenlider bedeckt. Sie kann auf einem oder auch auf beiden Augen auftreten. Häufig ist das Auge dabei stark gerötet und geschwollen, tränt, brennt oder juckt. Oft kommt noch ein klebriger, gelblicher oder grünlicher Ausfluss dazu, der die Lider vor allem morgens manchmal gänzlich verklebt.

Allergische Bindehautentzündung

Eine typische Ursache für Bindehautentzündung ist eine Allergie. Jetzt im Frühsommer sind oft die fliegenden Pollen schuld (Heuschnupfen), aber auch Tierhaare oder Hausstaubmilben kommen als Auslöser in Frage. Eine allergische Bindehautentzündung tritt normalerweise auf beiden Augen auf und wird von Juckreiz, Tränen und Brennen begleitet. Kurzfristig helfen hier antiallergische Augentropfen, langfristig unter Umständen eine Hyposensibilisierung.

Infektiöse Bindehautentzündung

Auch Viren und Bakterien können bei Kindern eine Bindehautentzündung auslösen. Am häufigsten ist eine weitgehend harmlose bakterielle Infektion. Wie das Wort "infektiös" schon sagt, ist das ansteckend. In diesem Fall ist zunächst meist nur ein Auge betroffen, wobei sich das zweite noch infizieren kann. Auch hier treten ähnliche Symptome wie bei einer Allergie auf. Die Augen sind zusätzlich oft lichtempfindlich und vor allem morgens gelblich verkrustet und verklebt. Meist verschwinden die Beschwerden mit antibiotischen Augentropfen oder -cremes innerhalb weniger Tage, und Ihr Kind ist dann auch nicht mehr ansteckend. Bitte achten Sie aber darauf, dass Sie sich gründlich die Hände waschen, nachdem Sie die Augentropfen verabreicht haben, und halten Sie auch Ihr Kind dazu an.

Auch bei einer starken Erkältung kann die Bindehaut mit betroffen sein. Bakterien, die sich auf den vom Schnupfen geschwächten Schleimhäuten festsetzen, können über die enge Augen-Nase-Verbindung leicht aufsteigen. Man spricht dann umgangssprachlich von einem "Augenschnupfen".

Bindehautentzündung durch äußere Einflüsse

Nach einem ausgiebigen Besuch im Schwimmbad mit Springen und Tauchen reagieren Kinderaugen ebenfalls gerne gereizt (Schwimmbad-Konjunktivitis). Eventuell ist aber auch ein Fremdkörper ins Auge gelangt, der für die Entzündung verantwortlich ist. Im Zweifelsfall sollten Sie immer mit Ihrem Kind zum Kinderarzt gehen, um die Ursache genauer abzuklären.

Bindehautentzündung in Kiga oder Schule

Hochgradig ansteckend, aber zum Glück relativ selten, ist eine Bindehautentzündung aufgrund von Adenoviren. Hier kommen oft noch andere Symptome wie Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten hinzu. Die Viren verbreiten sich über Schmierinfektion, wenn sich ein infiziertes Kind ins Auge fasst. In diesem Fall ist allergründlichste Hygiene nötig, sonst ist schnell die ganze Kindergartengruppe oder Schulklasse befallen.

Bindehautentzündung bei Babys

In den ersten Wochen und Monaten sind bei vielen Babys die Tränenkanäle noch sehr eng oder bisweilen sogar ganz verschlossen. Dadurch kann die Tränenflüssigkeit nicht richtig in die Nase hinunter abfließen, und es kommt zu schmierigem Sekret, das nicht immer leicht von dem bei einer Infektion zu unterscheiden ist. Im Zweifelsfall also bitte zunächst den Kinderarzt nachsehen lassen. Wenn nur eine "Abflussstörung" vorliegt, reicht es, das verklebte Auge vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einem Taschentuch oder Kleenex auszuwaschen. Zusätzlich können Sie mit Ihrem kleinen Finger die Nasenwurzel seitlich vom Auge sanft in kleinen Kreisen massieren. Meist ist das Problem nach wenigen Monaten von ganz alleine vorbei, sobald die Tränenkanäle etwas größer und weiter geworden sind. Lesen Sie hier mehr über die Augenpflege bei Babys.

Bindehautentzündung bei Neugeborenen

Tritt eine Bindehautentzündung in den ersten 14 Tagen nach der Geburt auf, hat sich das Baby unter Umständen auf dem Weg durch den Geburtskanal bei der Mutter mit Keimen angesteckt. In diesem Fall sollten Sie bitte unverzüglich zum Kinderarzt gehen, da eine Infektion mit Gonokokken oder Chlamydien ausgesprochen gefährlich sein kann.

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