Dr. med. Stefan Kniesburges

normale Geburt nach Myom OP?

Antwort von Dr. med. Stefan Kniesburges

Frage:

Hallo,

mir wurde emfohlen bei Ihnen noch einmal nachzufragen, wie es sich mit einem Gebärmutterwandriss unter den Wehen in folgendem Fall verhält:

OP Bericht v. 30.03.2004
" Bei der Patientin besteht ein grosser Uterus myomatosus. Die Nullipara hat noch Kinderwunsch. Mit der Patientin wurde ein uteruserhaltendes Myomenudeaktionsverfahren vereinbart. Aufgrund der erheblichen Größe ist ein laparoskopisches Verfahrennicht möglich.

Übliche Lagerung der Patientin, Desinfektion, Abdecken mit sterilen Tüchern. Anlegen eines Unterbauchquerschnittes nach Pfannenstiel, schichtweises Eröffnen der Bauchdecken. Einlegen des Bauchdeckenspreizers.Intraabdominal zeigen sich reizlose Verhältnisse. Der Uterus ist ca. doppelmannsfaustgroß. Die Adnexe sind makroskopisch unauffällig, das rechte Ovar etwas zystisch vergrößert. Ansonsten stellen sich beide Adnexe gut mobil und unauffällig dar.

Bei genauerer Inspektion des Uterus zeigt sich hier ein anscheinend intranurales großes Vorderwandmyom. In Richtung der Cervix, jedoch noch 2 cm oberhalb der peritonealen Umschlagfalte der Vesica befinden sich zwei weitere, bis zu 1 cm große, intramurale bis subseröse Myome. Die Tubengänge schienen beiderseits nicht betroffen.

Spindelförmiges Excidieren der Serosa oberhalb des großen Myoms mit dem monopolaren Cauter. Das Myom läßt sich jetzt identifizieren und sukzessive freipräparieren. Es handelt sich um ein ca 10 cm großes Myom, welches bis knapp an das Endometrium heranreicht, jedoch verbleibt das Endometrium intraoperativ intakt. Nach Entfernung des großen Myoms werden dann die beiden kleineren Vorderwandmyome mit der anliegenden Myometriumspindel komplett reseziert. Zweischichtiger tiefer Muskelverschluss mit Z-Nähten. Verschluss der distalen Myometriumanteile und der Serosa mit fortlaufender Tabaksbeutelnaht. Eine wesentliche Blutung besteht nicht. Fortführung der Op durch xy. Zur Blutstillung ist eine zusätzliche Z-Naht erforderlich. Sorgfältige Bauchtoilette, profilaktisches Ausleiten einer 18er Silikondrainage und schichtweiser Verschluss der Bauchdecken. ... "

Ich befinde mich in der 33 SSW, das Kind liegt derzeit in BEL und ich habe eine Vorwandplazenta.
Ich hoffe, das sich das Kleine noch dreht und ich eine "normale" Geburt erleben kann.
Ärzte raten mir allerdings davon ab, da es sich durch die OP "angeblich" um ein enormes Risiko handelt, da unter der Geburt bezw. den Wehen die Gefahr einer Ruptur besteht.

Ich bin kein Arzt und kann die wirliche Gefahr nicht einschätzen, die entstehen kann. Natürlich möchte ich unter keinen Umständen das Leben des Kindes aufs Spiel setzen; andererseits aber auch keinen "unnötigen" KS, nur weil die Ärzte obervorsichtig sind. Es soll voraussichtlich ein KS Termin 2-4 Wochen vor dem ET am 15.03. festgelegt werden (damit sich die Gebärmutterwand nicht zu sehr dehnt).

>Ist die Gefahr der Ruptur wirklich so gross wie man mir weissmachen möchte?
>Wo ist das Myom genau entfernt worden? Ist die Gebärmutterwand ganz oder teilweise geöffnet worden?
>Kann ich das Kind aus der SL "normal" zur Welt bringen?
>Was würde passieren, wenn das Kind schon "halb draussen ist" und es kommt zu einem Riss?
>Wann wäre ein KS wirklich sinnvoll? Was passiert bei einem Not-KS in der Situation?
>Wäre ein KS an ET nicht früh genug? Das erste Kind kommt im Regelfall doch nicht davor?
>Reicht ein KS nicht, wenn die Wehen einsetzen? Ist das Risiko dann doch zu hoch?
>Müßte ich bei einem Zeitfenster von 2-4 Wochen vor ET nicht Medikamente nehmen, die die Lungenreife des Ungeborenen fördern?

Bitte entschuldigen Sie die vielen Fragen - aber ich bin echt total verunsichert und habe mehr Angst vor einem KS als vor der normalen Geburt... aber auch, dass bei der normalen Geburt dem Baby wirlich was passiert.

Vielen Dank für Ihre Mühe
mfg grisufamily

von grisufamily am 21.01.2010, 10:51 Uhr

 

Antwort auf:

normale Geburt nach Myom OP?

Hallo,
es wurde bei Ihnen ein 10 cm großes Myom aus der Vorderwand der Gebärmutter entfernt. Dabei wurde bis auf die Schleimhaut der Gebärmutterhöhle die komplette Muskelschicht durchtrennt. Außerdem handelt es sich um einen relativ großen Defekt. Die Narbe liegt im wehenaktiven Teil der Gebärmutter. In Analogie zu Kaiserschnitten mit Längsschnitt liegt das Rupturrisiko bei ca 6%. Deshalb ist eine Entbindung durch geplanten Kaiserschnitt zu empfehlen. Dieser sollte etwa 2 Wochen vor dem errechneten Termin durchgeführt werden damit man das Risiko spontaner Geburtswehen minimiert. Das Kind ist zu diesem Zeitpunkt reif, eine Frühgeburtlichkeit liegt nicht vor und eine medikamentöse Lungenreife ist nicht erforderlich. Eine Uterusruptur ist zwar selten, ist jedoch mit Lebensgefahr für Mutter und Kind verbunden. Das gilt auch für die Situation eines Notfallkaiserschnittes.

Dr. S. Kniesburges, St. Marienkrankenhaus Ratingen

von Dr. med. Stefan Kniesburges am 21.01.2010

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