Silke Westerhausen

@ Frau Westerhausen- Geburtseinleitung

Antwort von Silke Westerhausen

Frage:

Sehr geehrte Frau Westerhausen,

ich erwarte im November mein erstes Kind und strebe eine Spontanentbindung an. Leider ist es so, dass das Krankenhaus, in dem ich entbinden werde, eine Kaiserschnittrate von 50 % hat. Der Vorteil in dieser Klinik ist allerdings, dass sie mit Beleghebammen zusammenarbeitet und ich somit meine "eigene" Hebamme mitbringen kann. Glücklicherweise habe ich eine Hebamme gefunden, die meinen Wunsch nach einer "Geburt so natürlich wie möglich" unterstützt, ich habe vollstes Vertrauen zu ihr. Von Freundinnen habe ich bereits Geburtsberichte gehört, die mich nicht fröhlich stimmen. Ich habe den Eindruck, die medizinische Unerfahrenheit und die Angst der Mutter um das Kind werden oft ausgenutzt. Warum sonst wird einfach nach ET+3 schon eingeleitet, obwohl keinerlei Übertragungssymptome festgestellt wurden. Oder die Frauen werden nüchtern zur Kontrolle ins KKH bestellt, "sicherheitshalber", nur weil sie über dem ET sind und obwohl bei der letzten Untersuchung alles i.O. war. Meine Frage an Sie: Was sind die Indikationen für eine Einleitung? Muss man wirklich schon agieren nach 7 Tagen nach ET, ausschließlich weil die Leitlinien für Geburtshilfe das jetzt vorschreiben? (Ich bin Tiermedizinerin und habe die Erfahrung gemacht, dass die eingeleiteten Geburten die schwierigsten sind...Geduld hat sich bisher bei ungestörtem Allgemeinbefinden der Tiere immer ausgezahlt) Kann ich mich gegen den Oxytocin- Stresstest wehren? Der ist doch längst veraltet und führt in sehr vielen Fällen zur Sectio, so haben meine Recherchen ergeben...(wird aber in o.g. Klinik gemacht, um anhand der schlechten Herztöne des Babys zu "beweisen", dass man nun eingreifen muss- ich persönlich finde es nicht verwunderlich dass das Baby bei künstlichen Wehen unter Stress gerät). Wann muss der Kopf des Babys fest im Becken abgesenkt sein, um spontan enbinden zu können? Oder kann "das letzte Stück" auch während der Geburt erfolgen? Hat man als Gebärende auch den Wunsch äußern, so wenig wie möglich untersucht, sprich "gestört" zu werden? Mir wäre es am liebsten, außer meiner Hebamme und meinem Mann keinen dabeizuhaben, solange keine Komplikationen auftreten. Die Anwesenheit des Arztes würde mich total unter Druck setzen, das ist doch eher wehenhemmend oder nicht? Bitte entschuldigen Sie meine vielen Fragen, ich weiß, dass ich keine einfache Patientin bin ;-)- möchte natürlich nur das Beste für mein Kind (wer will das nicht...). Vielen Dank für Ihre Hilfe und Geduld!

von lieselotte1310 am 10.09.2012, 08:27 Uhr

 

Antwort auf:

@ Frau Westerhausen- Geburtseinleitung

Hallo,

Eine KS-Rate um 50% ist aber wirklich sehr hoch...gut dass Sie Ihre Hebamme dabei haben...

Indikationen für eine Einleitung sind mütterliche Erkrankungen, wie zB Diabetes,Hypertonus,Gestose ua - kindliche Auffälligkeiten stellen ebenfalls einen Grund zur Geburtseinleitung dar, wie zB ein suspektes CTG,eine kindliche Wachstumsretardierung oa...

Eine echte Übertragung ist ein relativer Einleitungsgrund,sie beginnt ab ET+7 und greift nur bei einem korrekt berechneten Geburtstermin.

Man kann die Frauen ab ET+7 aufklären,was aber nicht gleichbedeutend mit einer Einleitung zu diesem Zeitpunkt ist - möchte die Frau warten ist dies auch kein Problem (sollte keins sein).

Sie haben völlig recht - greift man in einen natürlichen Prozess ein züchtet man Pathologien - beim Mensch wie beim Tier ;-).

Der OBT (Oxytocinbelastungstest) ist völlig veraltet - man kann ihn bei wachstumsretardierten Kindern durchführen um zu gucken ob diese im Bauch noch gut versorgt sind oder ob man besser eine Einleitung macht.

Sie brauchen diesen Test,bei physiologischem Schwangerschaftsverlauf,nicht.

Das kindliche Köpfchen muss vor der Geburt nicht "fest" im Beckeneingang sein - beugen,tiefertreten,drehen kann es besser mit guten Geburtswehen ;-) - der Zeitpunkt der Geburt reicht da völlig aus .

Ich bin immer dankbar wenn Frauen Wünsche äußern und bei einem natürlichen Geburtsverlauf gehören Mann und Hebamme zur Frau - der Arzt/die Äeztin sollten sich aber vorher kurz vorstellen,damit die Frau weiss mit wem sie es zu tun hat wenn das Kind kommt oder es Auffälligkeiten im Verlauf gibt.

Bei uns halten sich die Ärzte im Hintergrund und die Zusammenarbeit klappt super.

Alles Gute für Sie und eine wunderschöne Geburt,

Viele Grüße
Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 11.09.2012

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