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Geschrieben von Anniswa am 24.06.2020, 22:31 Uhr

Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Hallo ihr lieben,
ich mache mir im Moment so viele Sorgen um meinen Großen. Er ist jetzt 2,5 und kommt im September wahrscheinlich in die Kita (wenn es denn klappt mit Corona).

Ich merke immernoch täglich die Auswirkungen vom Frühchen-sein. Er kann nicht wie die anderen Kumpels Laufrad fahren, hat schnell Angst vor unbekannten Dingen, reagiert panisch auf Hunde und laute Geräusche und wenn wir ihm am Tag nicht genügend Ruhephasen einplanen, kommt garantiert ein Nervenzusammenbruch mit schreien und weinen.
Und jetzt soll mein Schatz in die Kita. Ohne Mittagsschlaf und mit vielen Kindern. Ich mache mir einfach Sorgen, dass das zu viel für seine zarte Seele ist und es ihm schlecht gehen wird.

Meine Kleine ist jetzt vier Monate alt und sie konnte sich mit 3,5 Monaten auf den Bauch rollen. Der Große war weit über 7 Monaten alt, als er das konnte. So ist es mit so vielen Dingen. Manchmal wird mir jetzt erst klar, wenn ich die Kleine erlebe, wie schwer unsere erste Zeit mit dem Großen eigentlich war. Und natürlich mache ich mir auch Sorgen um seine Zukunft. Wird er im Sport gehänselt werden, auf dem Pausenhof rumgeschubst, kann er sich im Unterricht später konzentrieren, in Mathe mithalten?

Ich habe einen glücklichen, lieben, lustigen, frechen Zweijährigen Zuhause, über den ich mich jeden Tag freue. Aber manchmal, so wie heute, möchte ich ihn einfach beschützen vor der großen lauten schnellen Welt da draußen. Versteht ihr, was ich meine?

 
6 Antworten:

Re: Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Antwort von Chillimohn am 25.06.2020, 7:55 Uhr

Meiner war zwar spätes Frühchen, hat aber Laufradfahren auch erst vor kurzem gelernten, 3 Wochen bevor er 3 wurde. Im Kindergarten war das ihm und den anderen völlig egal.

Zum Thema loslassen, ihn und die Welt auf ihn, einerseits ist in Kinderjahren gesehen, bis September noch lange hin, auch Entwicklungsmäßig, andererseits musst du ihn denn betreuen lassen? Ginge es auch erst ab Oktober?

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Re: Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Antwort von sunnydani am 25.06.2020, 11:42 Uhr

Mein Frühchen wird im Juli 2 Jahre alt und er kommt auch ab September zur Tagesmutter. Jedoch nur wenige Stunden und eben genau deshalb zur Tagesmutter, damit nicht zu viele Kinder beisammen sind und es noch familiärer ist.
Er kann vieles nicht, was Gleichaltrige können. Er ist entwicklungsverzögert und hat eine leichte motorische Beeinträchtigung, kann noch nicht laufen, noch nicht sprechen, aber er ist an allem interessiert, kommuniziert mit seiner Gestik und Mimik und versteht so gut wie alles.
Deshalb habe ich da überhaupt keine Bedenken, dass das nicht klappen wird. Er ist ein neugieriges, fröhliches, interessiertes, aufgewecktes Kind, schon auch ein wenig schüchtern, aber das sind doch auch viele reifgeborene Kinder.

Mein Großer übrigens hat nie Laufrad fahren können. Er hat trotzdem bereits mit 4 Jahren Radfahren gelernt, ohne jemals zuvor Laufrad zu fahren. Er hat das einfach übersprungen und hat jetzt aber aufgeholt, denn im Kindergarten sind noch einige Kinder, die nicht Radfahren können.
Man sollte die Kinder nicht an bestimmten Dingen, die sie können oder nicht können, messen oder beurteilen. Jedes Kind ist anders und jedes Kind hat seine persönlichen Stärken und Schwächen, nur bei Frühgeburten wird das alles eben immer viel mehr beurteilt, als bei Reifgeborenen.

Aber musst du ihn denn unbedingt schon in die Kita geben, wenn du so ein schlechtes Gefühl mit so viel Wehmut dabei hast?
Du solltest halt schon ein gutes Gefühl dabei haben, denn sonst übertragen sich deine Bedenken und Ängste auf dein Kind und dann klappt es oft nicht gut. Und für jedes Kind passt eben auch nicht jede Betreuungsform. Da kann man eh nur ausprobieren, ob es passt und ansonsten wechseln. Vielleicht gewöhnt er sich daran, aber wenn er eher schnell reizüberflutet ist, könnte es halt sein, dass er schnell überfordert ist. Das musst du dir dann eben anschauen und nach dem Gefühl entscheiden, ob es noch werden kann oder nicht.

Mein Großer kam mit 19 Monaten in die Kinderkrippe. Für ihn war das genau richtig, er hat sich gut eingelebt, kam mit allen Reizen und den vielen Kindern zurecht und hat vom vielen Basteln und dem strukturierten Tagesablauf in der Krippe profitiert. Er war fünf Tage die Woche von ca. 8 bis 13 Uhr dort und es hat nie ein Problem gegeben.
Für den Kleinen wäre das aber jetzt eben nichts. Er würde den anderen viel zu sehr mit seiner Entwicklungsverzögerung hinterher hinken und ich denke, es wären ihm auch zu viele Kinder und er könnte mit basteln und alleine Suppe essen, etc. (was sie eben schon alles in unserer Krippe können sollten) nichts anfangen und niemals mithalten.
Deshalb habe ich für ihn, obwohl ich beim Großen sehr zufrieden mit der Krippe war, jetzt nach einer anderen Betreuungsmöglichkeit gesucht. Und er ist auch nur zwei Tage in der Woche dann dort, damit wir an den restlichen Tagen noch Zeit für seine Therapien haben und eben einfach mal langsam beginnen.

Es ist nicht immer leicht, aber man muss sich dann halt irgendwie an die Kinder anpassen und schauen, welche Möglichkeiten bei welchem Kind klappen könnten.
Aber man kann den kleinen Mäusen schon auch etwas Vertrauen entgegen bringen. Sie hatten so einen schweren Start und haben so viel geschafft. Sie schaffen oft mehr, als wir denken oder ihnen zutrauen.
Und loslassen muss geübt werden, loslassen ist einfach das Schwerste, das es gibt. Aber für unsere Kinder ist es wichtig, dass wir Mamas es üben und irgendwann auch wirklich loslassen können. Aber da haben wir ja noch Zeit, jetzt sind es ja nur kleine Schritte in Richtung Loslassen ;-)

Ich wünsche euch einen guten Start und dass es dann klappt und wenn nicht, dass ihr nach einer passenden Alternative für euch alle fündig werdet. Versuch es auf euch zukommen zu lassen und nimm es so an, wie es dann ist ;-)
Alles Gute!

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Re: Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Antwort von sunnydani am 25.06.2020, 11:52 Uhr

Und bezüglich deiner Zukunftsängste für ihn: Ich verstehe dich sehr gut, was du meinst.

Man macht sich seine Gedanken, ich auch, aber ich versuche sie nicht überhand werden zu lassen.
Mein Kleiner ist viel langsamer in allem und er wird eine Gehbeeinträchtigung zurückbehalten. Aber er wird gehen, laufen, klettern, Radfahren können, er wird nicht im Rollstuhl sitzen und er ist nicht komplett behindert, das ist schon viel wert. Er macht stetige Fortschritte und entwickelt sich besser, als die Ärzte es damals prognostiziert haben.

Man weiß natürlich nie, wie andere Kinder das sehen werden, ob er deshalb gehänselt wird und er wird auch im Sport nie der Beste sein. Aber ich denke mir, er wird trotzdem seinen Weg gehen. Er ist so ein süßes, offenes Kind und auch wenn er mal schlechte Erfahrungen macht, wird er das meistern. Denn man kann seine Kinder leider nicht vor allem beschützen. Man kann nur für sie da sein, ihnen beistehen, sie begleiten und ihr Selbstbewusstsein stärken. Denn wer ein gutes Selbstbewusstsein hat, steckt viel mehr weg, als andere.

Abgesehen davon gibt es viele Kinder, die gehänselt werden, ganz ohne, dass sie zu früh zur Welt kamen. Das weiß man nie und darüber will ich mir auch jetzt noch nicht den Kopf zerbrechen.
Sollte es mal so kommen, dann werden wir eine Lösung finden und bis dahin gehe ich einfach mal davon aus, dass jeder merkt, welch tolles Kind mein Kleiner ist und dass seine Stärken mehr gesehen werden als seine Schwächen. Und bis zur Schule haben wir auch noch ein paar Jahre Zeit, da wird noch ganz viel in der Entwicklung passieren.

Scheuche diese Ängste aus deinem Kopf!
Dein Kind ist toll, dein Kind ist ein Kämpfer, dein Kind wird es auch schaffen mit Konflikten umzugehen, wenn du sie ihm nicht abnimmst bzw. wenn du es nicht vor allem beschützen und in Watte packen willst. Unser Kinder wollen doch sicher wie normale Kinder behandelt werden und nicht immer und überall eine Sonderbehandlung bekommen, deshalb werden sie auch lernen mit Problemen umzugehen, wenn wir sie lassen und sie dahingehend stärken.
Dein Kind wird seinen Weg gehen, genau wie mein Kind!

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Re: Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Antwort von Jani81 am 26.06.2020, 12:23 Uhr

Hallihallo,

mach dir nicht so viele Gedanken. Deine Ängste überträgst du unwilkürlich auf dein Kind. Dein Kind braucht die Kita für seine Persönlichkeitsentwicklung. Evtl. ist er eben dann nicht mehr so ängstlich, traut sich mehr zu, weil er es bei anderen sieht. Hab mehr Vertrauen in ihn. Und bitte denke noch nicht an die Schule ;-) Die Kleinen werden schon so viel zu schnell groß. Er wird seinen Platz finden. Nur weil er Frühchen ist, wird er nicht ausgegrenzt.

Meine Tochter kam mit 11 Monaten zur Tagesmutter. In der grobmotorischen Entwicklung machte sie einen riesen Satz in den ersten 3-4 Monaten dort lernte krabbeln, sitzen, stehen, laufen. Das war das Beste, was wir machen konnte. Kita war eine große Umgewöhnung, hat aber auch gut geklappt. Jetzt in der 1. Klasse ist sie gut angekommen. Durch einen Unfall im Herbst und dem damit verbundenen langen Aufenthalt zuhause, klammert sie sehr an mir und der Abschied morgens fällt ihr schwer. Aber im Grunde gehört es zum Großwerden dazu und es ist nichts frühchenspezifisches.
Ach, und die Matheprobleme sind nicht unbedingt vorprogrammiert. :-D Meine Tochter kam 14 Wochen zu früh und ich kann bisher keinen Unterschied zu anderen Kindern erkennen. Sie ist eine der Besten in der Klasse.

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Re: Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Antwort von Viktoria13 am 26.06.2020, 23:07 Uhr

Hallo,
dann gibt ihm doch noch ein Jahr Zeit und schicke ihn erst ein Jahr später in den Kindergarten. Mit 3,5 Jahren reicht das auch noch völlig. Ich würde da auf alle Fälle auf mein Bauchgefühl achten. Die ersten Jahre sind so wichtig.
Da Du noch ein Baby hast, ist es wohl mit der Elternzeit auch kein Problem. Genieße das Kind zuhause ein weiteres Jahr!
V.

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Re: Bald Kindergarten... Ich könnte heulen

Antwort von ConnyJ am 29.06.2020, 23:26 Uhr

Hi!
Ohne lange Vorrede: Du bist die Mama. Du kennst dein Kind. Wieso "soll" dein Schatz in die Kita? Weil alle es so machen? Oder weil er keinen Platz mehr mit 3 Jahren kriegt?
Für mich klingt das alles nach "Lass dir und ihm noch ein bisschen Zeit." Es geht dabei weniger um die Fähigkeiten, die andere Kinder ihm vielleicht voraus haben (vielleicht sind das auch garnicht so viele, wie du jetzt meinst).
Mir würde das Ruhebedürfnis, das du beschreibst, zu denken geben. Solange ein Kind Mittagsschlaf braucht, sollte es den auch kriegen. Genauso wie andere Ruhephasen. Und wenn er auf laute Geräusche empfindlich reagiert, dann solltest du ihn auch noch ein bisschen davor schützen. Unser Großer ist zwar kein Frühchen, aber ein sehr sensitives Kind - hätte ich den mit unter drei in die Kita gesteckt, der wäre heute total kaputt. So kam er mit vier in die Kita, und nach einer langen Eingewöhnung hat er es gemeistert.

Kinder sind nun mal unterschiedlich, egal was das Papier sagt. Du machst alles richtig, wenn du dein Kind in Ruhe einschätzt und dir überlegst, was für ihn hilfreich, förderlich, positiv ist. Und dann machst du den Mix, der für dich und deine Kinder möglichst stressfrei und harmonisch passt. Damit machst du ihn fit fürs Leben - indem du ihm Zeit gibst, innerlich stark zu werden.

Es ist GUT und richtig, dass du ihn beschützen willst! Nicht umsonst ist das U-3-Ding so kompliziert und für viele Kinder ungesund. Dein Kind ist auf deinen Schutz angewiesen, weil er sich nicht wehren kann - gegen die vielen Eindrücke, die auf ihn einstürmen. Gegen die Auseinandersetzungen etc. Er wird das lernen, genau wie alle anderen Kinder, wenn er das in seinem Tempo machen darf.

Die Kita braucht er nicht, um sich gut zu entwickeln. Jedenfalls nicht jetzt. Komisch, dass sich die meisten Menschen in unserem Alter anständig entwickelt haben, ohne U-3-Betreuung in einer Kita... Lass ihn hingehen, wenn er möchte - und wenn du einschätzen kannst, ob es für ihn die richtige Zeit ist.

Und vor allem: Freu dich an dem, was er kann! Lass das Vergleichen. Es hilft niemandem, es schadet nur. Lass ihn entdecken, erforschen, ausprobieren - er hat alle Zeit der Welt dafür! Jedes Kind ist unglaublich einzigartig, und du darfst ihm helfen zu wachsen, indem du ihm das zugestehst.

Ich wünsche dir viel Gelassenheit bei der Entscheidung und vor allem ganz viel Freude an deinen Kindern!!!
LG
ConnyJ

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