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Geschrieben von Hannah93 am 07.04.2021, 23:41 Uhr

Trauma und Geburtsverletzungen

Hallo ihr Lieben,

ich war bislang immer eine stille Mitleserin, möchte heute aber mal mein Herz ausschütten.

Am 23.03 kam meine kleine Maus zur Welt, durch Einleitung.
Die Geburt war extrem Schmerzhaft, viel schlimmer als ich es mir je vorgestellt hatte (obwohl ich so positiv gewesen bin)
Hatte alle Schmerzmittel die zur Verfügung standen. Wirklich alles - und nichts half.
Dann wurde ich auch noch eingeschnitten am Damm und bin alleine an der Lippe direkt neben der Klitoris gerissen.
Das Nähen, gerade an der Lippe oben war der reinste Horror, da die Ärztin eine Betäubung nicht für nötig hielt.
Nach fast 30h war der Horror um.
Ich kann mir jetzt niemals vorstellen noch ein Kind zu bekommen, obwohl ich gerne mehr als 1 hätte..
Die Geburt ist jetzt 16 Tage her und ich habe untenrum immernoch Schmerzen. Sitzen geht nicht, länger als 5min stehen oder laufen auch nicht.
Toilettengang ebenfalls schmerzhaft
Es fühlt sich so an, als würde sich so einen Druck unten aufbauen, sobald ich stehe oder auf Toilette gehe.

Es ist alles leider der pure Albtraum für mich gewesen und kann die Zeit mit meiner Kleinen kaum genießen...

Gibt es ähnliche Erfahrungen? Oder Ratschläge?
Ich bin echt am Ende meine Kräfte und habe Angst, dass ich unten nie richtig heile....

 
7 Antworten:

Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von ohno am 08.04.2021, 12:12 Uhr

Hallo hannah93!

Zu allererst: Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs und eine ruhige Kennenlernzeit für Euch .

Ich hatte auch eine Geburt mit Dammriss 4. Grades. Die Schmerzen beim Nähen waren auch bei mir ohne Betäubung und taten wahnsinnig weh, einfach weil durch die Geburt einfach alles dermaßen überreizt und hochgradig empfindlich war.

Hattest Du denn keine pda? So ein Geburtsdrama ist nicht schön. Ich persönlich habe mir nach dem 2. Kind gesagt, dass ich sowas nie wieder erleben will. Tatsache ist, dass man das Schlimme mit der Zeit einfach vergisst. Du bist allerdings täglich noch damit konfrontiert und es ist alles noch "frisch", in der Heilungsphase.

Kannst Du Dich mit der Hebamme oder dem Frauenarzt beraten, wie Dir geholfen werden kann? Sitzen dauert tatsächlich sehr lang, bis das ohne Probleme wieder geht!

Alles Gute! ohno

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Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von Mibu am 08.04.2021, 15:06 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt!
Sitzen und Laufen war nach meiner dritten Geburt auch bestimmt drei Wochen schmerzhaft und unangenehm.
Hast du eine Hebamme? Die ist in solchen Fällen Gold wert.
Klar ist das alles noch total präsent und mächtig in deinem Kopf, aber diese Gedanken werden weniger werden.
Und du musst dir ganz sicher jetzt auch keine Gedanken um eine weitere Geburt machen.
Gib dir Zeit. Es wird besser.

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Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von Banu28 am 09.04.2021, 14:45 Uhr

Hallo,

so kurz nach der Entbindung musst Du Dir auch noch nicht vorstellen können, ein weiteres Kind zu bekommen. Du bist noch so beschäftigt mit der Heilung, dem Wochenbett, dem Kennenlernen des Babys, dem Finden einer Routine im Alltag - es wäre eher seltsam, da schon an eine weitere Entbindung zu denken.

Meine erste Entbindung war auch Mist (Dauer wie bei Dir, Kreislaufkollaps nach PDA, die dann nicht mal wirkte, unwirksamer Wehentropf, Geburtsstillstand, Not-Kaiserschnitt.). Sie hing mir sehr nach, weil ich - genau wie Du - falsche Erwartungen an eine Geburt hatte. Ein Trauma wird ja nur dann verursacht, wenn man von der Realität einer Entbindung überrascht wurde. Das geht den meisten Frauen so. Denn heute erlebt fast keine Frau bereits Entbindungen mit, bevor sie selbst ein Kind bekommt.

Früher war das anders, eine Frau hatte bei ihrer eigenen Mutter sowie bei Schwestern oder Nachbarinnen bereits erlebt, wie es ist, wenn ein Baby geboren wird. Man hatte keine Illusionen dazu, man wusste, was kommt. Und dass es nur eine Regel gibt: Nämlich, dass hier nichts planbar ist. Das war gar nicht mal schlecht, denn dadurch war man weder enttäuscht noch traumatisiert von den üblichen Problemen einer Geburt wie dem Einreißen etc.

Mir half es damals nach meiner Entbindung, dass mir ein Bekannter, der Frauenarzt ist, ein paar Dinge sagte. Zum Beispiel, dass meine Entbindung, die ich als sehr dramatisch empfunden habe, völliger Alltag war. Für die Geburtshelfer in der Klinik war ich Durchschnitt, keinen Aufreger wert.

Er sagte auch, dass die meisten Frauen gar nicht wissen, wie man die Dauer einer Geburt berechnet. Man zählt nämlich nicht von der ersten Wehe an. Sondern nur ab der heißen Phase, wenn die Geburt zügig voranschreitet. So dass z. B. Deine Entbindung für die Ärzte natürlich nicht 30 Stunden gedauert hat. Sondern vielleicht nur sechs oder acht Stunden. Sie zählen erst, wenn der Muttermund sich schnell öffnet oder schon fast offen ist.
Bei einer Erstgebärenden ist es völlig normal, dass der Wehenbeginn weit davor liegt, es wird trotzdem nicht mitgezählt. Auch hier ist Deine (und meine) Erfahrung nichts Ungewöhnliches.

Ich möchte Dir gern raten, mit Deinem Baby sofort nach Corona in eine Krabbel- oder Turngruppe zu gehen. Dort trifft man andere Mütter und hört viele Entbindungsgeschichten. Dadurch relativiert sich die eigene Geschichte oft sehr, das ging zumindest mir so.

Weißt Du, es ist generell so, dass Frauen vor der zweiten Entbindung mehr Respekt haben als vor der ersten. Das geht nicht nur Dir so. Trotzdem ist man irgendwann so weit, dass man sich traut. Denn ganz ehrlich: Was ist ein einziger Scheißtag im Vergleich zu einem ganzen Leben mit Kind? Das ist es wert. Du siehst das sicher jetzt noch nicht so, das war bei mir genauso. Aber glaube mir, sobald Du Dich körperlich und seelisch erholt hast, wirst Du das Ganze nochmal wagen. Weil Du weißt wofür. Und wie sehr es sich lohnt.

LG

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Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von Hannah93 am 10.04.2021, 0:30 Uhr

Hallo ihr Lieben

Meine Hebamme findet, dass die Nähte zu eng gezogen worden sind. Haben sich bislang auch nicht gelöst...

Danke für den langen aufwändigen Text. Wenn ich so drüber nachdenke hast du natürlich in allem Recht was du da sagst!
Es sind glaube ich wie du sagst, die falschen Erwartungen. Gerade jetzt, wo man auch so viele positive Geburtsberichte sieht, durch Hypnobirthing etc.
Ich wusste es wird schmerzhaft...aber das hatte mich einfach sozusagen erschlagen.

Danke euch für die lieben Worte, fühlt euch gedrückt

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Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von Viktoria13 am 10.04.2021, 12:00 Uhr

Hallo,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt und viel Freude mit Deinem Kind!!

Ich denke es ist viel zu früh, jetzt über ein weiteres Kind nachzudenken. Lass Dir Zeit. Das wird kommen und bis dahin sieht die Welt ganz anders aus ;-) Ich kann mich da nur den Vorscheiberinnen anschließen - auch was das Thema Erwartungen betrifft.

Aufgrund medizinischer Indikation war bei mir klar, dass ich nur mit Kaiserschnitt gebären kann. Da für mich das unausweichlich war, habe ich mich von Anfang an darauf eingestellt und es war für mich kein Problem. Ich kann nicht vergleichen, aber der Kaiserschnitt war für mich komplett harmlos. Für manch andere Frauen ist es ein Trauma...
Diese Option bleibt Dir ja auch immer noch, wenn die natürliche Geburt so schlimm für dich war. Aber lass Dir vor allem Zeit und genieße Dein kleines Wunder!

Alles Gute
V.

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Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von Lotusblume84 am 10.04.2021, 13:01 Uhr

Hallo, ich hatte auch eine traumatische erste Geburt samt schlimmer Verletzungen, die ich bis heute merke. Es wird besser aber wenn du Probleme hast, wende dich nochmal an deinen Arzt oder für hebamme.
Es gibt 2x die Woche ein Hilfetelefon für eine schwierige geburt, evtl hilft das weiter.
Www.hilfetelefon-schwierige-geburt.de
Ich wollte auch nie ein zweites Kind, habe aber vier Jahre später jetzt ein zweites bekommen. Lass deine Wunden erstmal heilen! Nicht nur die körperlichen.

Alles Gute für euch!

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Re: Trauma und Geburtsverletzungen

Antwort von Lotusblume84 am 10.04.2021, 13:17 Uhr

Dass ein trauma nur dann entsteht wenn die Realität anders ist, stimmt nicht. Demnach hätte ja fast jede Frau ein Trauma. Ein trauma hat man dann, wenn man ein extrem belastendes Ereignis erlebt hat.
Die Aussage des Bekannten, dass die Geburt fürs personal völlig alltäglich und normal war, finde ich völlig daneben einer Frau gegenüber, die betroffen ist und es selbst erlebt hat. Wenn eine Frau eine Geburt als schlimm, dramatisch, oder Gewalt empfindet, dann ist das auch so. Egal was andere sagen.
Meine erste Geburt war auch ganz normal laut Geburtsbericht. Aber welche Frau empfindet die Gewalt des Kristellern als normal? Mit Todesangst. Und das war nicht alles. Wir waren beide nach der Geburt traumatisiert, die Monate danach waren der horror und ich trage bis heute Verletzungen davon.
Ja, die wenigsten Geburten sind so, wie man sie sich vorstellt aber wenn Frauen danach traumatisiert sind, muss man das ja nicht noch versuchen schön zu reden oder zu relativieren. Genau über diese Erfahrungen spricht kaum jemand und es ist so wichtig dass man darüber reden kann!

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