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Geschrieben von tiggerinchen am 19.02.2015, 17:24 Uhr

Keine Kraft mehr...

Hallo,
ich muß mich mal ausheulen. Ich kann gerade nicht mehr wieter. Im Moment st alles ruhig, die Kinder sind (noch) im IHren Zimmern und mein Mann nicht da. Der Große ist 8 (schwere Geburt, ADHS unmedikamentiert, entwicklungsverzögert), der Kleine 4 (sehr weit für sien Alter, kann sehr manipulativ und extrem dickköpfig sein), das Haus meiner Schwiegereltern in dem wir wohnen wurde seit 40 Jahren nicht mehr renoviert (zugig, kalt und ungemütlich) und mein Mann nun in der psychosomatischen Tagesklinik (deshalb die Kündigung innerhalb der Probezeit zum Monatsende). Entweder streiten und balgen sich die Kinder oder verbünden sich und lachen mich aus.
Ich kann mit den beiden nirgends hingehen..es ist eine Katastrophe. Einer alleine ist kein Problem. Sie hören nicht an der Strasse, lassen mich nirgends ausreden, und wollen immer nur. Man rät mir nur, dem Großen Medis zu geben, aber da er in der Schule mitkommt und nicht stört, ist das Unsinn und am besten die Kinder aufzuteilen (Psychologe!). Sehr witzig...
Ich habe eben nur noch geschrieen..und nach 2 Minuten stehen sie wieder da, laschen mich an und benehmen sich wie vorher. Es hilft kein Verstärkerplan, kein "kollektives Bestrafen", keine Verbote....ich werde damit "getröstet", dass mene Kinder eben "keineswegs dumm sind, aber sehr starke Charaktere". Es sind Ferien, bald ist Wchenende und idann geht die Arbeit wieder los. Ich möchte nur noch weg. Dahin, wohin es ruhig ist, kein Geschrei, kein Streit, einfach mal Frieden. Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll. Wenn er heimkommt, dann will er über seine Fortschritte und seinen Tag sprechen und in den Arm genommen werden. Für Hobbies, Fitness, Kurse etc. ist weder Zeit noch Geld da. Ich habe Magenkrämpfe, Alpträume und immer wieder einen Tinnitus auf dem einen Ohr. Eine Kur bekommen wir nicht, egal, was ich versuche. Ich bin so müde. Wie machen das andere????

Danke fürs zuhören.

Tiggerinchen

 
8 Antworten:

Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von kangaru am 19.02.2015, 22:16 Uhr

Keine Kur?
Mit welcher Begründung wurde denn abgelehnt?
Hast du Wiederspruch eingelegt?

Das hört sich sehr sehr anstrengend an! Du brauchst dringend Hilfe!

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von Bonnie am 20.02.2015, 13:09 Uhr

Sei erstmal feste gedrückt! Mensch, das ist aber auch echt eine schwere Zeit gerade! Ich finde es toll, wie tapfer Du bist, und dass Du z. B. kein Ritalin für den Großen möchtest, solange Dein Bauch sagt, dass er das nicht braucht! Goldrichtig!

Woran es liegt, dass die Jungs so nerven, ist von außen natürlich schlecht zu sagen, hm. Ich dachte so beim Lesen: Vielleicht redest und schimpfst Du zu viel auf Deine Kinder ein? Bei meinen Zwei hilft es, dass ich nicht mehr alles ellenlang erkläre, argumentiere, ermahne - sondern mich immer mit relativ knappen Ansagen durchsetze. Ich bestrafe auch nicht und drohe keine Konsequenzen an (ist alles nachgewiesenermaßen wirkungslos), sondern setze mich immer nur im jeweiligen Moment und in dieser einen Situation durch.

Weißte, das ist eine Frage des Auftretens - reine Psychologie. Vielleicht wirkst Du als Mutter zu lieb, zu unsicher, zu harmoniebedürftig. Sei ein bissl straight - Deine Kinder wollen Führung und Halt! Spare Deine Energie dabei für solche Situationen auf, wo es wichtig ist. Bei den üblichen Rangeleien musst Du nicht jedesmal eingreifen, viele davon sind bloß "Schaukämpfe", die die Kids nur austragen, damit Mama auf der Bildfläche erscheint. Ständiges Gefetze zwischen Geschwistern ist NORMAL - Du kannst es nicht abstellen. So bleibt mehr Kraft für die wichtigen Situationen, in denen Du Dich dann energisch, beinhart (und trotzdem ohne Schreien) durchsetzen musst, ohne einen Millimeter nachzugeben. Das geht, ehrlich! Kinder spüren, mit wem sie es machen können und mit wem nicht.

Könntest Du nicht - falls Du das nicht eh schon machst - auch mal die Schwiegereltern etwas mehr einspannen beim Kinderhüten, damit Du mal Zeit für Dich hast? Wenn Dein Mann momentan nicht arbeiten kann, sollte er außerdem nach der Heimkehr aus der Tagesklinik die Kinder für eine feste Zeit übernehmen. Sich zu drücken gilt nicht - auch nicht mit psychischen Problemen. Im Gegenteil: bei psychischen Erkrankungen hilft es, einen festen Tagesablauf mit geregelten Pflichten zu haben. Nur herumzuhängen schadet! Ich würde ihm die Kids mit sanftem Zwang aufdrücken und dann zur Not auch weggehen, damit er in die Gänge kommt. Anfangs kann er das vielleicht 30 Minuten machen, später länger.

Ich wünsche Dir, dass Du vielleicht ein bisschen mehr Aufgaben und Verantwortung an die Menschen Deiner Umgebung delegieren kannst (ruhig nachdrücklich). Und dass Du gegenüber Deinen Jungs stärker und selbstsicherer auftrittst.

LG und gute Nerven, gell!

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von Anscha am 20.02.2015, 13:14 Uhr

Eine Mutter-Kind-Kur solltest Du auf jeden Fall noch mal mit Hilfe vom Müttergenesungswerk oder von der Kurberatung Deutschland beantragen.
Und die muß Dir einfach genehmigt werden.

Im Moment ist einfach alles zu viel für Dich.
Ich wünsche Dir gute Nerven und Zeit für Dich um wieder Kraft zu schöpfen.

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von Bivi76 am 20.02.2015, 20:22 Uhr

Du Liebe,

es tut mir ganz arg leid und ich kann das so nachvollziehen!

Bei uns ist eine ähnliche Situation, wobei ich nur ein Kind habe. Mein Mann ist depressiv und war Anfang letzten Jahres 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Bis jetzt hat er ambulante Therapie, aber es geht schleppend aufwärts. Lange Zeit dachte ich, es geht so weiter und ich schaffe es irgendwie.

Ich habe viel gelesen und vor gut vier Wochen kam mir die Erleuchtung, dass ich auch was machen muss. Ich habe mir auch eine Therapeutin gesucht, habe nun Gesprächstherapie und kann mir endlich mal alles von der Seele quatschen.

Hol dir bitte Hilfe! Gerade Angehörige von psychisch Kranken müssen viel mitmachen und meist wird dann zur Gesprächstherapie geraten!

Alles Gute!

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von tiggerinchen am 24.02.2015, 20:33 Uhr

Hallo Bivi76,
wie lange dauert das, bis man einen Therapie anfangen kann? Wenn man da so lange drauf wartet, wie mein Mann auf die Klinik/Psychologen (bis zu 8 Monaten) dann ist das heftig.
Ich kann einfach nciht mehr...er erzählt mittlerweile freudestrahlend, dass er der "Sonnenschein" der Depri-Gruppe ist und ihn alle sooo toll finden und dass mit mir was nicht stimmt, weil ich nicht hingerissen zu seinen Füssen liege. Aha. Ich habe so Amgst. Angst vor der Zukunft: alleine mit den kindern oder mit ihm, arbeitslos und krank, im Schlepptau. Er hat gefragt, ob ich dann evtl. noch einen 2ten Teilzeitjob suchen könnte, wenn er ggf. 50% a.-unfähig sein würde und Harz4 bekäme. Seitdem bin ich kurz vor dem Zusammenklappen. Wie stemmst Du das?
Vielen Dank für deine liebe Antwort!

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von tiggerinchen am 24.02.2015, 20:33 Uhr

Hallo Bivi76,
wie lange dauert das, bis man einen Therapie anfangen kann? Wenn man da so lange drauf wartet, wie mein Mann auf die Klinik/Psychologen (bis zu 8 Monaten) dann ist das heftig.
Ich kann einfach nciht mehr...er erzählt mittlerweile freudestrahlend, dass er der "Sonnenschein" der Depri-Gruppe ist und ihn alle sooo toll finden und dass mit mir was nicht stimmt, weil ich nicht hingerissen zu seinen Füssen liege. Aha. Ich habe so Amgst. Angst vor der Zukunft: alleine mit den kindern oder mit ihm, arbeitslos und krank, im Schlepptau. Er hat gefragt, ob ich dann evtl. noch einen 2ten Teilzeitjob suchen könnte, wenn er ggf. 50% a.-unfähig sein würde und Harz4 bekäme. Seitdem bin ich kurz vor dem Zusammenklappen. Wie stemmst Du das?
Vielen Dank für deine liebe Antwort!

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von tiggerinchen am 24.02.2015, 20:41 Uhr

Hallo Bonnie und vielen Dank!

Ja, ich bin wohl zu lieb...ich bitte und forderw auf und rede und erkläre..und wenn mir der Kragen platzt, dann sind sie bockig und schreien rum. UNd ich setze mich zu 95% durch. Aber ab 19Uhr bin ich dann so am Ende, dass ich davonrennen möchte.
Tapfer würde ich das nicht nennen, auf das Ritalin zu verzichten - ich nenne mich 4x die Woche masochistisch. Aber ich will das, was er selbst in der Schule erreicht, nicht mit den Medis "zerstören".
Auf meine SchwieELtern verzichte ich gerne soweit es geht, die machen was sie wollen, geben zuviel Süßes, lassen zuviel/unangemessen fernsehen etc. Und was ich sage, ist da egal....
Mein Mann wehrt sich gegen jedes Quentchen, was er machen muß. Wenn er den Sinn nicht erkennt (frag mich nciht nach dem Filter) dann kann ich das vergessen.
Ein Wunder wäre nicht schlecht....

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Re: Keine Kraft mehr...

Antwort von leonessa am 25.02.2015, 1:01 Uhr

Ich kenne GENAU Deine Situation. Sohn ist auch 8 Jahre und hat seit 14 Monaten Verhaltenstherapie wegen ADHS. Es fruchtet leider nicht - trotz Liebe, Verständnis zuhause und festen Regeln nach Plan. Der Therapeut rät zu Medikamenten. Auch wir sind momentan noch dagegen - ABER merken auch, dass es wohl im Sinne unseres Sohnes nicht ganz ohne Medikamente geht.

Wir haben die Meinung eines zweiten Experten eingeholt - der rät auch zu Medikamenten. Mit anderen ADHS-Eltern haben wir uns ausgetauscht. Die haben auch das "Problem", dass sie in eine Schublade gesteckt werden, wenn sie Medikamente geben, bzw. gegeben haben. Die, die bereits Medikamente gegeben haben, haben eine echte Erleichterung bei den Kindern festgestellt (nicht durch die Eltern, sondern durch das Kind ausgesprochen).

Hinzu kommt, dass unser ADHS- Sohn noch hochbegabt ist. Ich will jetzt dazu nichts schreiben - es ist also zusätzlich für die Eltern sehr anstrengend. Unser Sohn lernt neben bei Computersprachen, verschiedene Sprachen, will immer ALLES wissen und will aber wenig Kontakt zu Gleichaltrigen wir haben auch noch eine 5-Jährige Tochter, die aber auch noch da ist (hört sich jetzt negativ an, ist aber nicht so) ... Es kommt immer zu Reibereien, weil der ältere Sohn, sich IMMER benachteiligt fühlt - egal, wie sehr man ihn fördert bzw. fordert.. das gibt dann immer Streit.

Ich war deswegen auch auf einer Mutter-Kind-Kur. Es wurde leider nicht auf die Problematik eingegangen - eher wurde vor Ort der Konflikt der Geschwister weiter ausgetragen (und mir wurde nicht geholfen). Ich hatte da eher das Gefühl, dass man von Müttern ausging, die nur mal eine "Pause" von 3 Wochen brauchten. Suche Dir Hilfe vor Ort!

Willst Du trotzdem eine Mutter-Kind-Kur, so lass Dich da gut beraten - aber verspreche Dir da nicht zu viel davon. Ich bin der Meinung, dass eine Mutter-Kind-Kur nur dann hilft, um mal 3 Wochen "Durchzuschnaufen" - aber bei ADHS ist das ja nicht so schnell erledigt. Es gibt aber auch Kuren speziell für ADHS - aber mit langen Wartezeiten - wir kamen da leider nicht rein.

Kannst mich auch gerne per PN anschreiben.

Alles Gute, Leonessa

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