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Freundschaft und Medienkonsum

Frage von kunigunde - 23.04.2019

Meine Kinder (5 und 7) haben in unserem Haus einen sehr guten Freund, mit dem sie am liebsten rund um die Uhr Zeit verbringen würden. Solange sie das bei uns oder draußen im Park machen passt das ja, mein Problem ist, dass sie am liebsten bei ihm sind. Er ist 10 und hat bereits ein eigenes Handy, wenn sie bei ihm sind spielen sie oft am Handy, schauen YouTube, etc.
Daheim haben wir sehr eingeschränkte Medienzeiten (4 mal pro Woche 20 min pro Kind) und es macht mir Sorgen, wie zentral und wichtig der Wunsch nach Medienkonsum bei unseren Kindern ist. Es gibt jeden Tag Diskussionen dazu, alles dreht sich ums Tablet, es ist die erklärte Lieblingsbeschäftigung beider. Wenn sie fertig gespielt haben bzw. an den Tagen an denen sie nicht spielen dürfen wollen sie am liebsten zu ihrem Freund gehen, höchstwahrscheinlich um dort am Handy zu spielen. Wenn ich das erlaube ist alles gut, wenn nicht ist es eine Katastrophe mit Tränen, Geschrei, etc. Die Alternative „fragt ihn ob er zu uns kommen mag“ zieht kaum.
Mit den Eltern des Freundes ist zwar prinzipiell vereinbart dass sie nicht Handyspielen wenn sie gemeinsam sind, aber richtig drauf geschaut wird nicht, das bekomme ich einfach mit von dem was die Kinder erzählen.
Der Kleine ist erst 5, der Gedanke, dass sie Stunden am Handy verbringen stresst mich.
Habt ihr Ideen oder Meinungen dazu?
Danke und liebe Grüße kunigunde

Re: Freundschaft liegt nicht auf Augenhöhe...

Antwort von Astrid - 23.04.2019

Meine Meinung dazu ist, dass sich ein zehnjähriger Junge nicht gut eignet als Freund für ein erst fünfjähriges Mädchen, und eigentlich auch nicht für einen erst siebenjährigen Jungen. Das ist keine Freundschaft auf Augenhöhe. Das Problem ist, dass der ältere Junge die beiden noch sehr jungen Kinder dominiert und ungut beeinflussen kann - wie es ja bei Euch gerade auch schon geschieht.

Das nächste Problem ist, dass Deine Tochter natürlich Gefahr läuft, Inhalte zu sehen, die nicht für ihr Alter geeignet sind, bzw., das lässt sich eigentlich nicht verhindern. Denn der Zehnjährige wird ganz sicher keine YouTube-Videos für Kiga-Kinder anschauen. Ich hätte da ein wirklich schlechtes Gefühl.

Ich finde es nicht schlimm, wenn sie ab und zu Kontakt haben, aber ich würde diese Freundschaft wenig fördern - sondern mich bemühen, den Kindern Freunde im passenden Alter zu verschaffen. Bei einem Kiga-Kind (Deine Tochter) läuft das am einfachsten, indem man andere Mütter anspricht und ihr Kind mal nachmittags zum Spielen einlädt. Sicher gibt es da das ein oder andere Mädchen, das nett ist, auch wenn es bisher keine engere Freundschaft gab.

Im Grundschulalter (Sohn) kann man sein Kind ermutigen, selbst mal ein anderes Kind einzuladen, das vielleicht ganz nett ist, zu dem man aber noch keinen näheren Kontakt hat. Denn viele Freundschaften ergeben sich nicht in der großen, unübersichtlichen Gruppe, sondern, wenn man mal zu zweit spielt.

Es erfordert manchmal etwas Einsatz und Mühe, neue Freundschaften zu fördern, da läuft im Kiga- und auch im frühen Grundschulalter noch sehr viel über die Mütter. Manchmal muss man da über seinen Schatten springen und einfach mal jemanden ansprechen und die Sache anschubsen. Mir fiel das damals auch nicht leicht, aber ich hatte eigentlich immer Erfolg, es entstanden einige schöne Freundschaften für die Kinder.

LG

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von Philo - 23.04.2019

Wie viel nutzt ihr denn Medien im Beisein von Kindern?? Was haben die Kinder außerhalb von Tablet und CO für Lieblingsspielzeug? Was spielt ihr als Eltern mit den Kindern? Was unternehmt ihr mit den Kindern?
Meine Kinder sind auch (fast) 5 und 7 Jahre alt und dürfen täglich den Sandmann gucken, am Wochenende mal (mal!!) einen Bibi und Tina - Film. Aber auch nur, wenn Schlechtwetter ist.
Tablet gehört m.E. nicht in Kinderhände. Das Handy bekommen meine Kinder nur, wenn Papa in Spätschicht arbeitet und wir einen gute-Nacht - Gruß senden.
An den Nachmittagen spielen oder bastle ich mit den Kindern, wir kochen und backen, sitzen jetzt im Sommer draußen und lesen (Bilder-)Bücher, gehen ins Schwimmbad, etc. Für Wartezeiten (wenn ein Kind beim Sport ist), habe ich Spiele dabei, so dass ich den Kindern auch da kein Handy in die Hand drücke muss.
Von daher kam / kommt die Frage nach Medienkonsum bei uns noch gar nicht auf.
Fazit: Biete Deinen Kindern qualitativ wertvolle und spannende Zeit mit Dir an!
LG, Philo

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von Anna3Mama - 23.04.2019

Hallo,

ganz ehrlich, das würde ich verbieten, bzw ich hätte es von Anfang an verboten.
Von meinen Töchtern (11 und 7) höre ich, dass die ganzen Jungs mit 8, 9 , 10 Jahren schon Fortnite und teilweise noch schlimmeres zocken, das war bei meinem Sohn noch anders, da ging das erst mit Ende 12/13 los (zumindest hier auf dem Land).

Auch bei youtube hast du ja keine Vorstellung, was da geschaut wird und wenn es \"nur\" so Filmchen sind wie \"Die 10 gruseligsten youtube filme \" o.s.ä.

Klar, dadurch, dass es jetzt schon eine etablierte Einrichtung ist, wird es schwer, direkt dagegen anzusteuern. Eine Katastrophe \"mit Tränen und Geschrei \" ist aber immernoch besser als unkontrolliertes Gezocke von so kleinen Kindern.

Vielleicht findest Du aber auch einen eleganteren Weg, drum herum zu kommen.
Tatsächlich wie schon gesagt wurde, mehr eigenes Programm anbieten, gleichaltrige Freunde einladen oder einfach auch flüchten, wenn möglich. Auf einen weiter entfernten Spielplatz, ins Hallenbad ...

Wie wäre es denn mal mit einem Gespräch mit der Mutter des Jungen? Vielleicht ist es ihr mindestens genauso unrecht, dass ständig Deine kleinen Kinder bei ihr sind. Dann könntet ihr Euch ja zusammentun und Du wärst nicht die Alleinschuldige.

Oder sie gibt Entwarnung, sagt, dass er gar keine Medien im Zimmer benutzen darf und sie in der Zeit immer ganz toll Lego o.ä. miteinander spielen.

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von chrpan - 23.04.2019

Ich schließe mich meinen Vorschreibetinnen an!
Mein älterer Sohn ist 8 Jahre und in seiner Schule sind (nicht nur, aber auch)10-11 jährige, die sehr gerne Horrorbilder googeln.....

Treffen mit dem 10 jährigen fänden - wenn es mich beträfe - in meiner Wohnung statt oder im Park.
Und ich finde auch, dass ihr als Eltern ein wachsames Auge auf die (Macht)Verhältnisse in dieser ungleichen „Freundschaft“ haben solltet.
Es lohnt sich,in Spielkontakte mit Gleichaltrigen zu investieren .

LG

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von nils - 24.04.2019

Oh, ich weiß wie du dich fühlst - das selbe hatten wir vor 2 Jahren.
Da ging mein Sohn immer zum Nachbarjungen Handy gucken. Zuerst war es mega-interessant, aber irgendwann fand er es zu langweilig immer daneben zu sitzen. Allerdings war er da schon 9 Jahre alt.

Ich würde mich auch um gleichaltrige Freunde bemühen. Lade doch welche aus dem Kindergarten/Schule ein.
Die Interessen sind meist total verschieden - gerade was den Medienkonsum angeht. Mit 10 Jahren sind Gewaltspiele und Sexualität schon sehr interessant.

Wobei ich nicht sagen möchte, dass sie gar nicht mit ihm spielen sollen.
Mein 12jähriger Sohn spielt z.B. sehr gerne mit unserem 8jährigen Nachbarjungen Bogen schießen, Fußball,...

Handy hat meine 8jährige noch keins.
Der 12jährige schaut ab und zum mit seiner großen Schwester (die wird 19 J. und weiß was er gucken darf und was nicht) und ab und zu darf er (unter meiner Aufsicht) abends Spiele am Handy spielen.

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von Tini_79 - 24.04.2019

Ich habe nichts gege Medienkonsum und meine Kinder dürfen sehr viel schauen, bzw. die Vierzehnjährige hat keinerlei Begrenzung.

Mich würde eher der Altersunterschied stören. In dem Alter sind 5 bzw. 3 Jahre doch recht viel und ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich um eine gleichwertige und gleichberechtigte Freundschaft handelt.

Natürlich finden deine Kinder das toll und interessant, aber warum macht ein Zehnjähriger das auf Dauer?

Und wie andere schon schrieben werden die Inhalte u.U. auch unpassend sein für deine Kids bzw. hast du ja darüber gar keine Kontrolle.

Also trotz Gemecker und Tränen - ich würde den Umgang in der Wohnung des Jungen fast komplett untersagen.

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von DK-Ursel - 26.04.2019

Hej!

Muttersein ist nicht immer einfach - und das Unpopulärsein ist eben im Kindergeld mit drin (sagen hier die Mütter, wenn die Kinder meckern, daß Mutter wieder alles verbietet).
Ich wäre da auch hart:
Der Junge darf zu uns, somit verbietst Du die freundschaft oder den KOntakt ja erstmal nicht generell.
Aber Du hast wir ein Auge drauf - ist er (nur) dadurch uninteressant, weißt Du natürlich genau, warum er \"Freund\" ist:
Nicht er ist gemeint,sondern sein Zugang zum Handy/Internet.
Freundschaft ist was anderes, die gilt es zu fördern, und wie die anderen bereits schreiben:
In Augenhöhe,also mit weitgehend Gleichaltrigen.
Das Geschrei bei Deinem Nein bzw. der Alternative: \"er darf gern zu uns kommen\" wirst du wohl aushalten müssen,. ich verweise nochmal auf den Kindergeldscheck.

Je authentischer Du da rüberkommst, je konsequenter-stereotyp (nach der ersten kurzen Begründung/Erklärung) die Antwort ist, umso mehr bemühensie ich irgendwan nauch nach um Alternativen.
Solange Du Unsicherheit ausstrahlst, ist ja die Möglichkeit drin, daß Du nachgibst - also gibt es weiterhin lange Zeit Geschrei.

Gute Nerven - Ursel, DK

Re: Freundschaft und Medienkonsum

Antwort von stjerne - 27.04.2019

Was mich hier auch wundert: Warum hat der Junge so viel Zeit für Deine viel jüngeren Kinder? Hat er denn keine gleichaltrigen Spielgefährten?

Dass Verabredungen für Medienkonsum genutzt werden, kenne ich aus dem Alter Deiner Kinder noch gar nicht, da gab es das höchstens mal, dass bei einer Übernachtung was kurzes gesehen wurde.
Ich würde den Kontakt auch dahin lenken, dass Verabredungen bei Euch stattfinden und gleichzeitig den Kontakt zu gleichaltrigen Kindern fördern, mit denen sie angemessen spielen können.

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